24.07.2018 - 10:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Mit 5500 Ministranten zum Papst

Bevor Thomas Helm zum Pfarrer von St. Martin berufen wurde, war er Diözesanjugendseelsorger. Und damit beauftragt, die Ministrantenwallfahrt nach Rom zu organisieren. Demnächst bricht er wieder in die Ewige Stadt auf.

Der Vatikan ist ihr Ziel: 5500 Ministranten aus dem Bistum Regensburg brechen demnächst nach Rom auf.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Diesmal nicht als Cheforganisator, sondern als Begleiter zweier Ministrantengruppen. Wie es ist, einen Haufen Lausbuben und -mädchen Gottes in einer Millionenstadt zu beaufsichtigen, darüber haben wir mit ihm gesprochen.

ONETZ: Wie lange sind Sie unterwegs und wann geht’s los?

Pfarrer Helm: Wir fahren am Sonntag, 29. Juli, um 3 Uhr morgens los. Die reine Fahrtzeit dauert 12 Stunden. Wenn man die Pausen und eventuell Staus oder Verzögerungen mit dazurechnet, wird es wohl früher Abend werden, bis wir dort sind. Gerade am Grande Racordo, dem Autobahnring um Rom staut es sich recht oft.

ONETZ: Ihnen steht eine lange Fahrt bevor, wie verkürzen Sie die Zeit im Bus?

Pfarrer Helm: Einige Zeit wird man sicher auch schlafen, vor allem die ersten paar Stunden. Wir brechen ja mitten in der Nacht auf. Dann sind die Jugendlichen ja sehr kontaktfreudig. Sie habe sich immer etwas zu erzählen. Wir werden dann vielleicht auch das eine oder andere Spiel in der Busgruppe spielen sowie einzelne Infos geben. Die Zeit bringt man dann schon rum. Ich habe in den vergangenen Jahren jährlich von Regensburg aus Busgruppen mit Jugendlichen nach Rom begleitet. Die lange Fahrtzeit war nie ein Problem, auch wenn man nach vielen Stunden im Bus schon froh ist, anzukommen.

ONETZ: Wie große ist die Gruppe, die Sie betreuen - wer ist alles dabei?

Pfarrer Helm: In meinem Bus, den ich begleite sind insgesamt 37 Ministranten aus den Pfarreien St. Martin in Amberg und St. Nikolaus in Ammerthal. Darüber hinaus sind viele weitere Pfarreien aus der Region mit dabei. Aus dem Bistum Regensburg sind es insgesamt 5500. Eine beachtliche Zahl.

ONETZ: Ein Haufen Teenager aus der Oberpfalz in einer Millionenstadt - wird Ihnen da nicht ein bisschen bange?

Pfarrer Helm: Gar nicht. Ich war mit Jugendgruppen schon oft in Rom und bei Weltjugendtagen in anderen Metropolen wie Madrid oder Rio de Janeiro. Es gab nie größere Probleme und klappte immer gut. Für manche, die bisher noch nie in einer Großstadt waren, mag es schon ein wenig ungewohnt sein, die Größe der Stadt und auch die Menschenmassen. Aber in Rom ist es schwer, sich zu verirren. Und es sind ja viele andere Ministranten da. Wenn man dann in der Stadt unterwegs ist und man trifft irgendwo zufällig jemanden, den man aus der Schule kennt, das ist dann schon eine ganz lustige Sache. Aber ich sehe das alles sehr entspannt.

ONETZ: Was wird für Sie der Höhepunkt der Wallfahrt sein?

Pfarrer Helm: Ich selbst freue mich bei den Ministrantenwallfahrten immer auf die gemeinsamen Gottesdienste zur Eröffnung und zum Abschluss. Wenn die Lateranbasilika und St. Paul vor den Mauern mit über 5000 Ministranten gefüllt ist, die miteinander Gottesdienst feiern, dann ist das schon ein starkes Bild und ein Mut machendes Signal. Die Stimmung dabei ist jedes Mal toll. Da freue ich mich persönlich darauf.

ONETZ: Wird es ein Treffen mit Papst Franziskus geben?

Pfarrer Helm: Ja, es wird eine Sonderaudienz für die Ministranten auf dem Petersplatz geben. Vorab wird der Papst mit dem Papamobil über den Petersplatz fahren. Wenn man Glück hat, dann wird man ihn ganz nah sehen. Die Audienzen sind auch jedes Mal sehr beeindruckend. Papst Franziskus hat den jungen Menschen etwas zu sagen und er versteht es, sie anzusprechen.

ONETZ: Wie sieht es generell mit Ministranten aus, finden sich in Amberg genug Nachwuchskräfte?

Pfarrer Helm: Wir dürfen uns heuer über neun neue Minstranten freuen, die nach der Erstkommunion Ministranten werden. Das freut mich persönlich sehr. Wenn das in den nächsten Jahren so anhält, dann wäre das ganz toll. Denn es hören ja immer auch wieder welche auf, weil sie Schulabschluss machen und zum arbeiten oder zum studieren anfangen.

Pfarrer Thomas Helm begleitet die Amberger und Ammerthaler Ministranten nach Rom.

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