23.11.2018 - 10:33 Uhr
AmbergOberpfalz

62 Bücher in den Sommerferien: Amelie, der Bücherwurm

Lesen ist ihre große Leidenschaft: Die elfjährige Amelie verschlingt nahezu jedes Buch, das sie zwischen die Finger bekommt. Erst in den Sommerferien hat sie sich 62 Stück vorgenommen.

In den Sommerferien hat sich die elfjährige Amelie Donhauser 62 Bücher vorgenommen. Natürlich kennt sie daher einige Bücher, die es in der Stadtbücherei auszuleihen gibt.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

"Schock deine Eltern und Lehrer und lies ein Buch!" So lautete das Motto des bayernweiten Programms in den Sommerferien der öffentlichen Bibliotheken. Amelie Donhauser hat sich bei der Stadtbücherei in Amberg Lesestoff ausgeliehen, um ihn anschließend auf Kärtchen zu bewerten. Die Elfjährige hat nicht eines, zwei, fünf oder zehn Bücher während der schulfreien Zeit gelesen. Sie hat 62 Bücher regelrecht verschlungen. Stapelt man die gebundenen Geschichten aufeinander, ist der Turm fast so groß wie die Sechstklässlerin selbst. "Solche Kinder in der Bücherei zu sehen und zu beobachten, wie viel Freude ihnen das Lesen macht, ist wunderbar", ist Mitarbeiterin Gabriele Gauder begeistert. Amelie und ihre Familie sind quasi Stammgäste in der Bücherei in der Zeughausstraße 1a.

An diesem Nachmittag ist es wieder so weit: Das Mädchen mit der Zahnlücke schaut mit ihrer achtjährigen Schwester Hanna und Mama Sabine vorbei. Dringend wird neuer Lesestoff benötigt. 14 Bücher haben die Geschwister dabei, die sie abgeben wollen. Erst vor einigen Tagen haben sie die Geschichten bei Gauder ausgeliehen. Schon wieder sind alle ausgelesen.

Pferde- und Fantasybücher

"Mir macht Lesen einfach großen Spaß", sagt das Mädchen und grinst frech. "Viele Geschichten sind so spannend, dass ich das Buch nicht weglegen kann, bis ich bei der letzten Seite angekommen bin." So einfach ist das. Besonders mag Amelie Bücher über Pferde, Fantasy- sowie die Detektivgeschichten von "Die drei !!!". Richtig festlegen, was denn nun ihr Lieblingswerk ist, will sie sich gar nicht. Die Reihen von "Ponyherz" (ein Mädchen versteckt vor ihren Eltern ein Pferd und erlebt damit Abenteuer), "Emily" (ein Mädchen wird zur Meerjungfrau, als sie eines Tages ins Wasser hüpft) oder "Die vier zauberhaften Schwestern" (am neunten Geburtstag erhalten die Geschwister magische Fähigkeiten, die sie nutzen, um mystischen Ereignissen auf den Grund zu gehen) - sie alle kennt und liebt Amelie.

Mama Sabine hat oft, wenn sie für ihre Töchter Bücher mitbringen soll, ein Notizbuch in der Bibliothek dabei. Darin steht ganz genau, welche Band-Nummer sie wem mitbringen muss. "Da verliert man ja ansonsten den Überblick", sagt sie lachend. Es ist auch deshalb nicht ganz so einfach, weil die beiden Mädchen einen ähnlichen Buch-Geschmack haben und gegenseitig die Geschichten austauschen. Heute sind nach etwas Stöbern in den Büchereiregalen fünf Bücher in Amelies Korb gelandet. Wie lange das wohl reichen wird?

Viele Kinder sitzen in den Ferien oft stundenlang vor der Spielekonsole, schauen Fernsehen oder können sich nicht von ihrem Smartphone trennen. Was haben sie und ihr Mann anders gemacht? "Wir lesen auch sehr viel selbst", sagt sie. "Daher haben wir auch unseren Töchtern vorgelesen. In die Bücherei sind wir auch regelmäßig gegangen." Das habe vielleicht abgefärbt, zuckt sie mit den Schultern. "Zum Glück gibt es auch eine Bücherei, denn sonst könnten wir uns das gar nicht leisten, wenn wir die Bücher alle kaufen müssten", sagt sie mit einem Lachen. Vom Platz daheim in den Regalen ganz zu schweigen.

Ein Stapel Bücher: Das sind genau 62 Exemplare. Amelie verschwindet fast hinter dem Berg.

Überall wird gelesen

Amelie und Hanna lesen eigentlich ständig, sagt Mama Sabine. Es scheint, als würde sie die Schule nur stören - eine Zwangspause sozusagen vom Lesen. In der Garderobe liegt ein Buch: Falls die beiden etwas länger auf den Abholdienst für die Schule warten müssen. Auf dem Klo liegt ein Buch: Die Zeit will ja richtig genutzt werden. "Das mussten wir zeitlich begrenzen", sagt die Mutter. "Sonst dauern die Sitzungen zu lange." In der Schublade am Nachttisch liegen Bücher: Vor allem in den Ferien nehmen die beiden gleich nach dem Aufwachen im Bett ein Buch in die Hand.

Amelie hat aber auch andere Hobbys: "Ich schwimme, fahre Fahrrad, spiele Gitarre und mag Playmobil." Lesen mag sie aber eben besonders gern. Die Elfjährige durfte auch schon ein Praktikum in der Amberger Bücherei machen. "Ich habe Bücher sortiert, war dabei als neue bestellt wurden." Ob sie das eines Tages auch beruflich machen möchte? "Ich weiß es nicht. Etwas mit Tieren wäre auch schön."

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