29.04.2021 - 19:41 Uhr
AmbergOberpfalz

7-Tage-Inzidenz unter 100 führt nicht sofort zu Lockerungen

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Amberg-Sulzbach ist erstmals seit 24. Februar – damals lag sie bei 79,6 – wieder auf einen Wert unter 100 gesunken. Was hat das für unmittelbare Auswirkungen?

Die Anzahl der Corona-Infektionen, die bei den Testungen im Landkreis Amberg-Sulzbach festgestellt werden, sank zuletzt. Die Sieben-Tage-Inzidenz unterschritt am Donnerstag einen wichtigen Grenzwert.
von Markus Müller Kontakt Profil

95,1 betrug am Donnerstag nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz in Amberg-Sulzbach. Nach Auskunft von Christine Hollederer, der Pressesprecherin des Landratsamtes, hat das erst einmal keine Auswirkungen auf das, was in Sachen Corona-Beschränkungen vorgeschrieben ist. Erst wenn sich der Trend verstetigt und fünf Tage in Folge die Inzidenz die 100er-Marke nicht mehr übersteigt, seien Lockerungen vorgesehen.

Nach den aktuell in Bayern gültigen Regelungen könnten solche Lockerungen etwa die Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre, der Wegfall des Distanzunterrichts oder weniger strenge Kontaktbeschränkungen sein. Aber eben erst, wenn die Inzidenz sich stabil zeigt. Für den Freitag immerhin dürfte das gelten, wie eine Nachfrage bei Dr. Roland Brey, dem Leiter des Gesundheitsamtes, ergab: Nach den ihm vorliegenden Fallzahlen dürfte der Inzidenzwert erst einmal unter 100 bleiben.

Die genauen Infektionszahlen für Amberg und Amberg-Sulzbach am Donnerstag

Amberg

Derweil gibt auch eine gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Amberg-Sulzbach, der Stadt Amberg und des Bayerischen Roten Kreuzes Anlass zu Hoffnung. Demnach erreichte am Mittwoch die Zahl der Erstimpfungen die Marke von 50.000.

Der Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny verweist auf 20.000 Menschen, die durch das Amberger Impfzentrum erstmalig mit Vakzin versorgt wurden. Landrat Richard Reisinger bilanziert für das Sulzbach-Rosenberger Zentrum fast identische Zahlen und fügt an: „Wir liegen bei den Erst- und Zweitimpfungen in Stadt und Landkreis übrigens schon bei momentan 65.512 Impfungen, davon 3377 Impfungen in den Krankenhäusern.“ Und auch die Hausärzte der Region machten ihren Job gut, befand Reisinger: „Sie haben immerhin schon mehr als 8600 Menschen in ihren Praxen mit Impfstoff versorgt.“ Am Mittwoch habe es außergewöhnlich viele Arztimpfungen gegeben, so dass bis 28. April exakt 51.171 Erstimpfungen im Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg erreicht wurden.

2. Prioritätsgruppe ist durch

BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller wird in der Pressemitteilung aus dem Landratsamt mit einigen Feststellungen zitiert: Die Impfungen der 2. Prioritätsgruppe seien abgeschlossen, mittlerweile habe jeder aus dieser Gruppe ein Impfangebot erhalten. Diese Woche würden parallel die letzten Personen der 2. Prioritätsgruppe und nun auch die 3. Prioritätsgruppe geimpft. „Im Rahmen der Sonderimpfaktion hatten alle Personen der 3. Prioritätsgruppe ab 60 Jahren die Möglichkeit, ‚außer der Reihe‘ einen Impftermin zu erhalten. Da wir schließlich den Teilnehmerkreis auch auf Jüngere erweitern mussten, gehen wir davon aus, dass auch in diesem Altersbereich die dringendsten Impfwünsche bereits erfüllt sind“, so Schaller.

Wie es nun weitergehe, sei schwer zu sagen. „Seit dieser Woche“, berichtet Schaller, „erhalten wir wieder deutlich weniger Impfstoff. Wenn das so bleibt, werden wir diesen größtenteils für Zweitimpfungen benötigen. Damit die hohe Impfgeschwindigkeit der vergangenen Wochen gehalten werden kann, müssten die niedergelassenen Ärzte jetzt deutlich mehr Stoff geliefert bekommen, etwa das Dreifache der bisherigen Mengen, und auch verimpfen können.“

Mehr Impfungen durch Hausärzte

Schaller zieht in der Pressemitteilung auch ein ganz persönliches Fazit: „In den vergangenen acht Wochen haben wir bei den Impfungen einen Riesenschritt nach vorne gemacht, ganz besonders seit im April zusätzlich die Hausärzte mit eingestiegen sind. Ab Mai werden die Impfstofflieferungen zunehmend in die Hausarztpraxen verlagert, und wir werden in den Impfzentren deutlich weniger Impfstoff für Erstimpfungen zur Verfügung haben.“

Das Fortschreiten der Impfkampagne laste ab dann mehrheitlich auf den Schultern der Hausärzte. „Wir bedanken uns für deren großes Engagement, stehen aber weiterhin auch kurzfristig bereit, um zusätzlichen Impfstoff abzunehmen.“ Im Moment hätten die Stadt Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach die höchste Erstimpfungsquote in der Nordoberpfalz. „Das ist eine gemeinsame Leistung, auf die jeder, der impft, egal ob innerhalb oder außerhalb der Impfzentren, sehr stolz sein kann“, stellt Sebastian Schaller heraus.

"Ab Mai werden die Impfstofflieferungen zunehmend in die Hausarztpraxen verlagert, und wir werden in den Impfzentren deutlich weniger Impfstoff für Erstimpfungen zur Verfügung haben."

BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.