13.05.2020 - 14:19 Uhr
AmbergOberpfalz

Abenteuerspielplatz an der Friedlandstraße bleibt dauerhaft gesperrt

Seit Mitte vergangener Woche sind bayerische Spielplätze für Kinder wieder geöffnet. Nicht aber der Abenteuerspielplatz in der Friedlandstraße. Wegen des Eichenprozessionsspinners bleibt das Areal wohl sogar bis Jahresende geschlossen.

Das Coronavirus ist nicht mehr der Grund, warum der Abenteuerspielplatz an der Friedlandstraße abgesperrt ist. Der Eichenprozessionsspinner hat das Areal weitflächig mit seinen Brennhaaren kontaminiert. Das enthaltene Nesselgift kann bei Menschen zu schmerzhaften Hautausschlägen führen.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Schon seit einem Jahr ist der Spielplatz in der Friedlandstraße gesperrt – und das wird auch so bleiben. Denn was gerade in heißen Sommermonaten für die Besucher des Areals ein Vorteil ist, erweist sich jetzt als fatal: Der größte Teil des Spielplatzes auf der Raigeringer Höhe ist bewaldet. Die Bäume auf und um das Gelände sind massiv von dem Nachtfalter befallen. Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt deshalb einen Bauzaun aufgestellt und die Benutzung verboten.

Hoffnungen, dass der Spielplatz bald wieder für Kinder öffnet, kann Susanne Schwab nicht machen. Die städtische Pressesprecherin erklärt, dass der Platz wohl den ganzen Sommer geschlossen bleiben wird. "Der Eichenprozessionsspinner hat seine Brennhaare bereits überall auf dem Platz verteilt. Gerade wenn gespielt wird und viel Bewegung herrscht, werden die Brennhaare vom Boden aufgewirbelt."

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Amberg

Bekämpfung nicht möglich

Das in den Härchen der Insekten enthaltene Thaumetopoein ist ein Nesselgift, das bei Menschen allergische Reaktionen wie Ausschläge und Rötungen der Haut auslösen könne. Zwar waren Mitarbeiter des Betriebshofs in den vergangenen Wochen im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um kontaminierte Bereiche von dem Nachtfalter zu befreien, doch im Falle des Spielplatzes an der Friedlandstraße sei eine Bekämpfung nicht möglich, sagt Schwab. "Das ist nicht zu vergleichen, weil ein ganzes Waldstück befallen ist. Dort ist es viel schwieriger, die Tiere zu beseitigen als von freistehenden Bäumen. Ich glaube nicht, dass es dieses Jahr noch etwas wird mit einer Öffnung."

Weil es sich bei dem Areal auf der Raigeringer Höhe um einen vergleichsweise großen Abenteuerspielplatz mit Rutsche und vielen Spielgeräten handelt, ist er nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Jugendlichen beliebt.

Familien sollen ausweichen

Während andere Spielplätze nach der Corona-bedingten Sperrung inzwischen wieder geöffnet sind, bleibt das Spielvergnügen im Falle der Friedlandstraße wegen der Raupe weiter aus. Anwohner brauchen nach wie vor Geduld.

Schwab bittet die Familien um Verständnis für die harte Maßnahme. "Als Stadt stehen wir in der Verantwortung. Wenn wir einfach öffnen und Kinder dort einen Ausschlag bekommen, sind wir genauso in der Kritik. Wir können die Anwohner nur um Verständnis bitten und empfehlen, auf den nächstgelegenen Spielplatz auszuweichen." Diese seien in der Ernst-Herrmann-Straße oder der Panduren-Spielplatz in Kleinraigering.

 

 

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