26.03.2020 - 10:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Wie aus Abfällen Gold entsteht

Kompostierung ist das älteste und einfachste Recyclingverfahren der Welt. Wer Garten- und Küchenabfälle selbst kompostiert, hat immer wertvollen Dünger zu Hause. Der Frühling ist eine gute Zeit, einen Komposthaufen anzulegen. Gärtnermeisterin Tanja Götz hat die Tipps.

Gärtnermeisterin Tanja Götz wertschätzt das Kompostieren der eigenen Küchen- und Gartenabfälle, weil sie einen ausgezeichneten Dünger und hervorragenden Mulch abgeben.
von Adele SchützProfil

"Kompost wird oft als Gold des Gärtners bezeichnet und das hat seinen guten Grund", sagt die Gärtnermeisterin Tanja Götz aus Amberg. Sie weiß, was beim Kompostieren zu beachten ist, damit keine Geruchsbelästigung entsteht, und wie aus den Garten- und Küchenabfällen ein hervorragender Dünger wird.

Im Kreislauf der Natur verrotten deren Abfälle an Ort und Stelle zu Humus. Ein natürlicher Prozess, den sich der Gärtner bei der Kompostierung zu nutze macht. "Die Kompostierung ist damit das älteste und einfachste Recyclingverfahren der Welt." Das habe diverse Vorteile, denn Garten- und Küchenabfälle, die man im Garten selbst kompostiere, müssten nicht als Abfall entsorgt werden, sondern würden einen hervorragenden Dünger ergeben und zudem den Boden vitalisieren, informiert die Gärtnermeisterin.

Pflanzengesundheit

Kompost werde aufgrund seiner vielfältigen Eigenschaften sehr geschätzt. Er dünge nicht nur die Pflanzen und lockere den Boden, sondern speichere auch Wasser, erhöhe die Bodenfruchtbarkeit, wirke gegen Krankheitserreger und fördere die Pflanzengesundheit sowie das Bodenleben. "Kompost enthält natürlicherweise alle Haupt- und Spurennährstoffe, entsprechend kann die Versorgung des Bodens und der Pflanzen mit Nährstoffen nahezu vollständig abgedeckt werden." Allerdings ergebe Kompostieren nur Sinn, wenn ausreichend Beetflächen vorhanden seien, auf denen man den Kompost ausbringen könne und somit auch eine Überdüngung vermeide.

Als Kompostplatz empfiehlt Tanja Götz einen halbschattigen Platz auf offenem Boden, um Austrocknung und Fäulnis zu vermeiden. Ebenso könne man noch ein Drahtgitter am Boden des Komposters gegen das Eindringen von Nagern anbringen. "Hinter einer Gartenlaube, im Schutz einer Hecke oder unter einem hohen Laubbaum sind gute Plätze." Zudem brauche ein guter Komposthaufen ausreichend Frischluft, so dass der Platz des Komposters zwar windgeschützt, aber nicht windstill sein dürfe. Außerdem sei ein gewisser Abstand zum Nachbargrundstück einzuhalten, um unnötige Diskussionen zu vermeiden.

Fäulnisgefahr

Man hat die Wahl zwischen offenen Systemen wie beispielsweise eine Miete oder einen Draht- oder Holzlatten-Komposter, oder geschlossenen Systemen wie Schnell- oder Thermokomposter. Von diesen rät die Gärtnermeisterin "wegen der großen Fäulnisgefahr" allerdings ab.

"Die Kunst des Kompostierens liegt darin, für die Mikroorganismen günstige Bedingungen zu schaffen und dazu muss für ausreichend Wärme, Luft und Feuchtigkeit, sprich Energie, Sauerstoff und Wasser gesorgt werden", so Tanja Götz. Der Kompost müsse stets gut durchlüftet werden und immer feucht, aber nicht nass sein.

Gut durchmischen

Die Gärtnermeisterin hat für die offenen Systeme eine einfache Grundregel: "Den Kompost mit möglichst unterschiedlichen Kompostmaterialien gut durchmischt in Schichten aufsetzen." Sie weist darauf hin, dass grobstrukturierter Baum- und Strauchschnitt zerkleinert werden müsse, sonst verlängere sich die Verwesungszeit. Die Gärtnermeisterin hält einen Kubikmeter für die optimale Größe der Komposter, um diese gut umsetzen zu können. Wer einen Kompost neu ansetzt, sollte diesen "impfen", also mit einem Kompoststarter mit anregenden Mitteln aus dem Handel versehen. Anschließend erübrige sich der Kompoststarter, wenn man fertigen Kompost zum Ansetzen des neuen Komposts verwende.

Nach etwa drei Monaten empfiehlt es sich, die halb verrotteten Abfälle umzusetzen. Sie werden entweder im selben Behälter umgeschichtet oder in einen weiteren Behälter umgefüllt. Das Umsetzen fördere die wichtige Durchlüftung des Komposthaufens und reduziert außerdem sein Volumen noch einmal erheblich. Kompost im halbreifen Zustand kann bereits nach drei Monaten als Mulch verwendet werden. Der frisch umgesetzte Kompost erreicht nach durchschnittlich sieben Monaten das Reifestadium, denn die meisten Bestandteile sind jetzt gut zersetzt. "Der dunkle Humus riecht nach Waldboden", verrät Tanja Götz.

Was darf auf den Kompost?:

Aus dem Haushalt:

Kaffeefiltertüten, Teebeutel, Abfälle von Gemüse und Obst, Eierschalen.

Aus dem Garten:

Stroh und Streu, Rasen-, Strauch- und Baumschnitt, Laub (weniger aber von Eiche und Walnuss wegen der langen Verwesungsdauer), Rinde und Sägemehl.

Nicht auf den Kompost dürfen:

Aus dem Haushalt:

Fleischreste, Fette und Öle, faules Obst und Gemüse, Zitrusfrüchte und exotische Obst, Asche und Katzenstreu

Aus dem Garten:

samentragende Wildkräuter, kranke Pflanzen. (ads)

Hinter einer Gartenlaube, im Schutz einer Hecke oder unter einem hohen Laubbaum sind gute Plätze für einen Komposthaufen.

Gärtnermeisterin Tanja Götz

Hier lagert unreifer Kompost, der zum Mulchen verwendet werden kann.
Reifer Kompost ruht hier bis zu seiner Ausbringung als Dünger.
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