Amberg
09.06.2020 - 12:36 Uhr

Von Actionbound bis Pottenstein

Der Schutz vor einer Corona-Ansteckung hat auch in den Ferien oberste Priorität. So manche Urlaubsreise ist gestrichen, spontane Unterkünfte sind mehr zu bekommen. Hier springt KoJa in die Bresche.

„Kopf hoch“ und „Stay positiv“. So ermuntern die ehrenamtlichen Helfer, die heuer gerne wieder mit dem Spielebus herumgefahren wären, die Kinder. Jetzt spielen sie bei anderen Aktionen mit. Bildmontage: Claudia Mai/exb
„Kopf hoch“ und „Stay positiv“. So ermuntern die ehrenamtlichen Helfer, die heuer gerne wieder mit dem Spielebus herumgefahren wären, die Kinder. Jetzt spielen sie bei anderen Aktionen mit.

"Für manche Familien heißt es: Die Ferien zuhause genießen", betont Landrat Richard Reisinger. Der Landkreischef begrüßt die Initiative der Kommunalen Jugendarbeit (KoJa) des Landkreises Amberg-Sulzbach, zusammen mit Shape School, Eltern bei der Planung der großen Schulferien zu unterstützen.

Denn Jugendarbeit ist seit Monatsbeginn unter Einhaltung von Hygienestandards wieder erlaubt. Für Claudia Mai, kommunale Jugendpflegerin am Landratsamt Amberg-Sulzbach, ist sie dringender denn je. Nach wochenlangem Homeschooling leiden Kinder unter dem Entzug ihrer sozialen Kontakte. Sie vermissen ihre Freunde genauso wie das Herumtoben draußen und die freie Zeit für sich.

Denn während der strikten Ausgangsbeschränkungen war die Stimmung in manchen Haushalten angespannt. "Es ist wichtig für Eltern, dass sie entlastet werden und für die Kinder, dass sie wieder Spaß mit Gleichaltrigen haben", erklärt die Jugendpflegerin.

Deshalb hat das KoJa-Team für alle Daheimbleiber zusätzlich ein vierwöchiges, ergänzendes Ganztagesangebot von der dritten bis zur sechsten Ferienwoche (KW 33 bis 36) auf die Beine gestellt. Unter dem Motto "Sommer, Sonne, Spiel und Spaß" laden die Jugendarbeiter alle Sieben- bis Elfjährigen zu verschiedenen Klein- und Großgruppenangeboten im Freien ein. Ob Aktionen in großen Gruppen stattfinden können, hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Neuinfektionen ab. Ganz sicher wird es heuer keine offenen Angebote geben. So müssen die Kinder erstmals seit 37 Jahren auf Maxl, den beliebten Spielebus, verzichten. Alle anderen Veranstaltungen werden wöchentlich in einer anderen Landkreisgemeinde über die Bühne gehen. Teilweise stehen Shuttle-Busse zur Verfügung, die die Kinder abholen und wieder nach Hause bringen.

An die Gemeinden und Vereine richtet sich Mai mit der Bitte, wieder ein Sommerferienprogramm für Kinder anzubieten. Dabei seien die Hygieneschutzmaßnahmen zu berücksichtigen. So empfiehlt die Jugendpflegerin, Angebote so zu planen, dass sie mit unterschiedlichen Gruppengrößen möglich sind, Mindestabstände eingehalten werden können und Körperkontakte auszuschließen sind. Beispielsweise sind Kanufahrten mit Zweier-Besetzungen besser als Plätten- und Schlauchbootfahrten mit 50 Kindern. Spannende Alternativen zu mehrtägigen Zeltlagern können Tagesangebote mit Freizeitspielen, Actionbound und Bastelstunden sein.

Die KoJa-Aktionen finden montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr statt. Freitags sind Tagesfahrten in den Tierpark Straubing, den Freizeitpark Trips Drill, in die Pottensteiner Erlebnismeile und ins Deutsche Museum geplant. Hier dürfen die Kleinen auch mal Mamas und Papas mitnehmen, vorausgesetzt, diese Art von Ferienaktion ist gemäß den Verfügungen erlaubt.

Ganz neu auf dem Sommerferienprogramm steht der Escape- Room. Abiturienten planen die beliebte Art von Adventuregames. Sie versprechen Spannung für die etwas Älteren, denn: Nur wer im Team knifflige Rätsel lösen kann, findet den Weg aus einem geschlossenen Raum wieder heraus.

Infos zu allen Terminen und Anmeldungen gibt es ab 29. Juni unter www.koja-as.de oder telefonisch unter 09661/5 28 58.

Hintergrund:

Maxl bleibt in der Garage

Er ist eine Institution und wird jedes Jahr im Sommer von vielen Kindern sehnsüchtig erwartet: Maxl, der Spielebus! Erstmals seit 37 Jahren muss er in der Garage bleiben und die beliebte Ferienaktion coronabedingt ausfallen. Das hat das Team um die Spielebusleitung, Anita Kinscher und Jugendpflegerin Claudia Mai, beschlossen. "Uns bewegten zwei Gründe zu der schwierigen Entscheidung: Unser Maxl deckte bisher nur drei Stunden Spaß und Spiel ab. Mit Blick auf Eltern und Kinder haben wir uns stattdessen für Ganztagesangebote entschieden. Genauso spaßig und voller Action, aber eben deutlich länger. Zudem war bisher beim Spielebus keine Anmeldung notwendig. Wir müssen jedoch eine Dokumentation der Anwesenden vornehmen. Ohne Unterschrift und Verweis auf die Datenschutz-Grundverordnung ist das schlichtweg nicht möglich", so Mai. Auf die ehrenamtlichen Helfer müssen die Kids nicht verzichten. Sie werden die Sieben- bis Elfjährigen mit anderen Angeboten bei guter Laune halten.

Hohenburg06.08.2019
Landrat Richard Reisinger und Claudia Mai (hinten) beim Maxl Spielebus 2018 in Ebermannsdorf. Zum ersten Mal seit 37 Jahren fällt die beliebte Ferienaktion heuer aus. 

Collage Ehrenamtliche / Claudia Mai
„Kopf hoch“ und „Stay positiv“. So ermuntern die ehrenamtlichen Helfer, die heuer gerne wieder mit dem Spielebus herumgefahren wären, die Kids. Jetzt spielen sie bei anderen Aktionen mit. Archivbild: Christine Hollederer/exb
Landrat Richard Reisinger und Claudia Mai (hinten) beim Maxl Spielebus 2018 in Ebermannsdorf. Zum ersten Mal seit 37 Jahren fällt die beliebte Ferienaktion heuer aus. Collage Ehrenamtliche / Claudia Mai „Kopf hoch“ und „Stay positiv“. So ermuntern die ehrenamtlichen Helfer, die heuer gerne wieder mit dem Spielebus herumgefahren wären, die Kids. Jetzt spielen sie bei anderen Aktionen mit.
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