Amberg
28.04.2025 - 16:15 Uhr
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ADFC Amberg-Sulzbach will es genau wissen: Werden wirklich mehr Fahrräder gestohlen?

Laut einer aktuellen Statistik des ADFC Amberg-Sulzbach gibt es offenbar immer mehr Fahrraddiebstähle und Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt sind. Doch es gibt auch gute Neuigkeiten.

An einem sonnigen Sonntagvormittag mit dem Rad zum Bäcker, um Semmeln für das Frühstück zu kaufen – und dann bemerken, dass man das Fahrradschloss vergessen hat. Oft denkt man, dass in dieser kurzen Zeit doch nichts passieren wird. Diese Annahme ist jedoch falsch und kann zu einem gestohlenen Fahrrad und damit zu einer Aufnahme in die Statistik des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Amberg-Sulzbach (ADFC Amberg-Sulzbach) führen. „Seit vier Jahren sammeln wir alle Delikte, die etwas mit Fahrrädern zu tun haben, und werten diese aus“, verrät der Initiator und stellvertretende Vorsitzende, Franz Gerl. Als Grundlage für die Statistiken dienen Zeitungsartikel und Polizeiberichte.

„Erschrocken mussten wir feststellen, dass die fahrradbezogenen Diebstähle von 2023 auf 2024 um 30 Fälle zugenommen haben“, berichtet Gerl. Wo es 2023 noch 105 Diebstähle gab, waren es 2024 bereits 135. Die Ziele der Diebe sind meistens teure Rennräder oder E-Bikes. Außerdem wird mittlerweile nicht mehr nur auf der Straße gestohlen, sondern es wird auch in Fahrradgaragen, Treppenhäuser und Kellerräume eingebrochen, um Fahrräder zu entwenden. Laut Gerl sind es jedoch nicht nur komplette Fahrräder, die mitgenommen werden, sondern auch Zubehör wie Pedelec-Akkus, Lenker, Sättel, Helme – und sogar zwei Fahrradanhänger wurden 2024 entwendet.

Mehr Unfälle

Die Unfälle mit Fehlern der Radfahrer haben sich im vergangenen Jahr von 55 auf 61 erhöht. Dabei kam es zu mehreren Unfallfluchten und vereinzelt auch zu Rangeleien zwischen den Unfallparteien. In dieser Statistik des ADFC sind sowohl Stürze oder schwere Verletzungen aus ungeklärten Ursachen enthalten als auch Stürze, die aufgrund von Bordstein- oder Fräskanten entstanden sind. Im vergangenen Jahr gab es außerdem mehrere Zusammenstöße zwischen Fahrradfahrern und E-Scooter-Fahrern. Zwei weitere Unfälle ereigneten sich an Fußgängerüberwegen, an denen Radfahrer absteigen müssen. ADFC-Vorsitzende Sigrid Spies kommentiert derartige Unfälle mit diesen Worten: "Auch wenn es die meisten nicht wissen – Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Außerdem begeben sich Radfahrer mit solchen Manövern in lebensgefährliche Situationen.“

Weniger Fahrfehler

Im Gegensatz zu den Unfällen mit Fehlern durch Radfahrer nimmt die Zahl der Unfälle, die auf Fehler von Kraftfahrzeugfahrern zurückzuführen sind, ab. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Unfallzahl um zwei auf 21. „Ein kleiner Erfolg, der zeigt, dass Fahrradfahrer immer mehr respektiert und geachtet werden“, erläutert Gernot Schötz, Vorsitzender der Verkehrswacht Amberg.

Die Unfallursachen sind vor allem auf Unachtsamkeit zurückzuführen. Häufig werden Radfahrer bei „Rechts vor Links“-Situationen oder beim Ausfahren aus Hofeinfahrten missachtet. Auch der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand von 1,50 Metern beim Überholen wird nicht immer eingehalten und hat im vergangenen Jahr zu mehreren Unfällen geführt. „Besonders schlimm an dieser Statistik ist, dass – auch wenn der Autofahrer die Schuld trägt – der Radfahrer immer der Leidtragende ist“, sagt Gerl.

Alkohol und Drogen

In sommerlichen Nächten das Auto zuhause zu lassen und mit dem Fahrrad zum Fest im Nachbarort zu radeln, um ein oder zwei Getränke mehr zu genießen, ist keine Seltenheit – kann jedoch sehr gefährlich und ärgerlich werden. Insgesamt gab es 17 Vorfälle, bei denen Radfahrer unter Drogen- oder Alkoholeinfluss standen.

„Sobald ein Radfahrer unter Ausfallerscheinungen, wie der Unfähigkeit, gerade zu laufen, leidet, gilt für ihn ebenfalls die Promillegrenze wie beim Autofahren“, erklärt Gernot Schötz. Die Leichtsinnigkeit, die unter Rauschmitteln einsetzen kann, führt außerdem oft dazu, dass ohne Helm gefahren wird – was einem betrunkenen Radfahrer zum Verhängnis wurde, da er sich schwere Kopfverletzungen zuzog. „Auch als Radfahrer kann man seinen Führerschein verlieren. Deshalb sollte man lieber auf Taxis zurückgreifen, als sich selbst und möglicherweise andere zu gefährden“, ergänzt Sigrid Spies zu diesem Thema.

Es gibt Lösungsansätze

„Da die Fahrraddiebstähle immer weiter zunehmen, bieten wir vom ADFC Amberg-Sulzbach Fahrradcodierungen an, mit denen gestohlene Fahrräder schneller und einfacher wiedergefunden werden können“, erklärt Spies einen Lösungsansatz gegen die Diebstähle. Hierbei wird eine Individualnummer entweder per Aufkleber oder mit einer feinen Nadel unter den Sattel eingeritzt. Sollte das Fahrrad gestohlen werden, kann man mit dem Codierauftrag – auf dem alle Daten erfasst sind – und einem Bild des Fahrrads zur Polizei gehen, damit diese gezielt nach dem Fahrrad mit exakt dieser Individualnummer suchen kann.

Außerdem bieten sowohl der ADFC Amberg-Sulzbach als auch die Verkehrswacht Amberg jeweils ein Fahrsicherheitstraining an. Bei diesen werden sowohl die Rechte und Pflichten der Radfahrer, als auch die Sicherheit auf dem Fahrrad bei bestimmten Situationen geschult.

Info:

Kontaktdaten

  • Für Codierung und Fahrtsicherheitstraining: Der ADFC ist per Website oder per E-Mail zu erreichen: www.adfc-amberg.de oder kontakt[at]adfc-amberg[dot]de
  • Für Fahrtsicherheitstraining: Die Verkehrswacht Amberg ist dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr in der Sebastianstraße 47 in Amberg besetzt, außerdem ist sie telefonisch unter der 09621/2 37 43 oder per Website unter www.verkehrswacht-amberg.de zu erreichen.
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