Amberg
15.12.2025 - 16:18 Uhr
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Adventssingen in Amberg: Festlich und berührend auch ohne die "Stille Nacht"

Draußen war Nieselregen statt Schnee angesagt. Drinnen im Stadttheater aber wurde beim Amberger Adventssingen eingestimmt auf das Fest in einer "staaden Zeit", die Anlass zum Innehalten nach einem wie immer hektischen Jahr gebietet.

"Stille Nacht" wurde nicht angestimmt beim Adventssingen im auch heuer ausverkauften Stadttheater. Gleichwohl haben die Akteure in der Vergangenheit immer dafür gesorgt, dass es still, eingekehrt und verharrend bei einem Publikum wurde, welches abseits von fast schon unglaublichen Bratwurstsemmelpreisen am Weihnachtsmarkt und "Jingle Bell Rock" die Ruhe suchte.

So ist diese Amberger Traditionsveranstaltung auch heuer zu einem Treffpunkt vieler Menschen geworden, die kurz vor Heiligabend Erholung suchten vom Umtrieb hektischer "Jingle Bells"-Wochen. Zum 45. Mal übrigens.

Alphornbläser eine Bereicherung

Das Angebot an Gruppen und Mitwirkenden schien heuer auf den ersten Blick schmäler als sonst. Doch ein Blick zur Bühne schuf Klarheit. Mit dabei waren diesmal die Alphornbläser aus Hahnbach und damit ein Ensemble, dessen Instrumente Platz brauchten. Voluminös, ausladend und, wie sich rasch herausstellte, eine absolute Bereicherung der adventlichen Einstimmung. Man hörte gebannt zu, war innerlich fasziniert von Klängen wie der "Abendruhe" und hatte tiefen Respekt vor der Tatsache, dass da ein absoluter musikalischer Kraftakt dahintersteckte.

Wer war sonst noch dabei? Das Geigenquartett der "7G`scheitn"aus Zeitlarn ließ Getragenes zur Adventszeit erklingen und wechselte sich ab mit dem – so nennen sie sich – "Zwio"aus Neualbenreuth. Eine Dame mit Gitarre und ein Herr neben ihr. Ausgestattet mit feinen Stimmen und unterwegs mit der Botschaft: "Gloria hom d`Engl gsunga." Diese Engel tauchten dann auch leibhaftig auf. Sie gehörten zur Truppe der Hirtenkinder aus Freudenberg. Wie in jedem Jahr führten sie das mystische Geschehen aus Bethlehem auf und zeigten dabei: Die Akteure sind größer und gereifter geworden. Dem Ablauf schadet das nicht. Ganz im Gegenteil. Man merkt: Das Geschehen bleibt auch nach über 2000 Jahren gleich. Aber die Mitwirkenden werden älter.

Danke, Florian Gröninger

Ganz vorne am Erzählertisch saß, heuer zum dritten Mal, der im Vilstal ansässige Florian Gröninger. Vor ihm hatten über Jahrzehnte hinweg Erzähler und Rezitierer diesen Platz eingenommen. Gröninger geht seinen eigenen Weg, drückt sich einen Unikatsstempel auf. Er ist sowohl weihnachtlicher Chronist als auch hochintelligenter Beobachter des adventlichen Trubels. An seinem Tisch hat er sich heuer mit dem Begriff "Staade Zeit"auseinandergesetzt und versucht, Definitionen dafür zu finden.

Auch diesmal blätterte Gröninger in den Werken des verstorbenen Mundartschriftstellers Alois Gillitzer aus Niedermurach. Der "Alis", wie man ihn nannte, hatte die Behauptung aufgestellt: "Betlehem ist überall". In seiner "Oberpfälzer Weihnachtsg´schicht" stand die Krippe in einem Stall, der von tiefem Schnee umgeben war. Und das heilige Paar "wodelte" zuvor durch die weiße Pracht, wurde harsch von Herbergsgebern abgewiesen.

Danke, Florian Gröninger. Das war ein Auftritt, der nicht allein nur im Schein einer flackernden Kerze stattfand. Er war verbunden mit liebenswerten Überraschungen, zu denen sich der Mann aus der Oberpfalz die Ziehharmonika umhängte, seine beiden kleinen Söhne auf die Bühne holte und mit ihnen die Volksweise "Niggolo Bumm Bumm"zum Besten gab. Längstens ab dann war Weihnachten.

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