Derzeit sind sieben Amberger mindestens 100 Jahre alt – sechs Frauen und seit Donnerstag auch ein Mann, nämlich Karl Zagel, der seinen 100. Geburtstag feiern konnte. Zur Welt kam der Jubilar am 10. September 1926 in Amberg. Er hatte noch zwei jüngere Geschwister, ging in die Luitpoldschule und begann im Alter von 15 Jahren eine Ausbildung bei der Post.
1943 erfolgte die Rekrutierung zum Reichsarbeitsdienst. In Weimar wurde Karl Zagel zum Flakhelfer ausgebildet und dann zu einem Luftwaffenstützpunkt in Südfrankreich versetzt. Kurz vor Kriegsende wurde er entlassen und konnte seinen Dienst bei der Post erneut aufnehmen. Er brachte es in 50 Dienstjahren vom einfachen Schalterbeamten zum Betriebsinspektor und Leiter der örtlichen Hauptkasse. Seit 1991 genießt Karl Zagel seinen Ruhestand.
Im Fasching funkte es
Bei einem Betriebsfaschingsball freundete sich Karl Zagel mit der im Fernmeldedienst tätigen Kollegin Elfriede an. 1956 heirateten die beiden. Ein Sohn kam zur Welt, im Laufe der Jahre auch drei Enkel und schließlich noch vier Urenkel. 1960 zog die Familie Zagel in das neu gebaute Haus im Dreifaltigkeitsviertel. Hier wohnt Zagel heute noch, inzwischen aber von einer Haushaltshilfe unterstützt und betreut. Seine Frau ist 2016 gestorben.
Karl Zagel war begnadeter Akkordeonspieler, vererbet sein musikalisches Talent seinem Sohn Thomas, der zudem Klavier und Geige spielt und nach dem Abitur an der Musikhochschule in München studieren konnte. Karl Zagel kaufte als junger Familienvater einen blauen VW-Käfer. Damit reisten Elfriede, Karl und der Sohn Thomas nach Kroatien, an den Gardasee und die italienische Adria. Durchaus sportlich war Karl Zagel unterwegs.
Schwimmen und Skifahren
Im Sommer zog er seine Bahnen im Freudenberger Freibad und in den Wintermonaten gönnten sich Elfriede und Karl Zagel Skiurlaub am Großen Arber, im Zillertal, im Grödnertal oder am Kitzsteinhorn. Was Schwimmen und Skifahren betrifft, krault und wedelt Sohn Thomas mittlerweile besser als sein Vater.
Zur Feier des 100. Geburtstags waren sämtliche Enkel- und Urenkel aus Oberbayern, dem Fränkischen, ja sogar aus der Schweiz angereist. Oberbürgermeister Michael Fritz ließ sich bei diesem Termin nicht vertreten, sondern gratulierte Karl Zagel persönlich zum 100. Geburtstag, wünschte weiterhin viel Gesundheit und überreichte einige Euro Amberger Stadtgeld.













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