30.09.2020 - 11:56 Uhr
AmbergOberpfalz

Alte Birnen- und Apfelbäume gesucht

"Täglich verschwinden alte Obstbäume aus unserer Landschaft", beklagt Projektmanagerin Barbara Ströll vom Landschaftspflegeverband eine verhängnisvolle Entwicklung. Diesen Trend will sie stoppen.

Die Vielfalt der Birnen- und Apfelsorten ist ein wertvolles Kulturerbe. Damit diese Sorten bewahrt werden können, werden nun im Amberg-Sulzbacher Land (Nordwest) alte Birnen- und Apfelbäume gesucht. Die Sorten dieser Bäume sollen untersucht werden. Seltene Sorten können dann über Reiser vermehrt und so erhalten werden.
von Externer BeitragProfil

"Birnen- und Apfelsorten im Amberg-Sulzbacher Land" nennt sich das neue Projekt der Öko-Modellregion. Es wird gefördert im Rahmen der Bayerischen Biodiversitätsstrategie. Ziel des Projektes ist die Bewahrung der Sortenvielfalt von Birnen- und Apfelsorten in der Region. Dazu werden alte Kernobstbäume erfasst und deren Sorten bestimmt.

"Wir sind auf der Suche nach Sorten, die man heute nicht mehr in Baumschulen oder Reiserkellern kaufen kann. Daher sind für uns vor allem die ältesten noch vorhandenen Bäume interessant", erklärt Projektmanagerin Barbara Ströll vom Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach. Es gehe auch um mögliche regionaltypische Sorten, die noch unbekannt sind.

"Täglich verschwinden alte Obstbäume aus unserer Landschaft. Wenn der letzte Baum einer seltenen Sorte umgesägt oder abgestorben ist, ist diese Sorte für immer verloren. Wir können diese Sorte jedoch erhalten, wenn wir sie kennen und rechtzeitig Reiser von diesem Baum schneiden können", macht die Biologin ihr Anliegen klar. Die Reiser seltener Sorten sollen möglichst im Frühjahr 2021 geschnitten und dann auf andere Bäume aufgepfropft werden, so dass die Sorte wieder vermehrt werden kann.

Die Sortenkartierung beginnt Anfang Oktober 2020. Zunächst bis Mitte November wird ein Pomologe Streuobstwiesen begehen, um die Sorten zu untersuchen. Dazu müssen die Bäume zum Zeitpunkt der Fruchtreife aufgesucht werden. Auch große alte Einzelbäume in der freien Landschaft und in Hausgärten sind interessant. Der Schwerpunkt dieser Sortenkartierung liegt im Nordwesten des Landkreises in der Region zwischen Auerbach, Eschenfelden, Edelsfeld und Freihung. Darüber hinaus werden alte Birnbäume gesucht, die im Amberg-Sulzbacher Land - außerhalb des Kartiergebietes - stehen. "Wir suchen vor allem Bäume mit Birnensorten, die früher im Haushalt verarbeitet wurden wie zum Beispiel Kochbirnen. Außerdem sind Blutbirnen von besonderem Interesse für unserer Sortenkartierung", erläutert Barbara Ströll.

Baum-Senioren auf Streuobstwiese in Rammertshof

Amberg
Öko-Modellregion Amberg-Sulzbach:

Anlaufstellen und Informationen

Bürger, die alte Birnen- oder Apfelbäume besitzen und die Sorten bestimmen lassen möchten, wenden sich in folgenden Kommunen direkt an die Stadt- oder Gemeindeverwaltung: Auerbach, Edelsfeld, Freihung, Hirschbach, Königstein und Vilseck.

Bürger, die besonders alte Obstbäume kennen, richten ihre Hinweise an das Projektbüro der Öko-Modellregion unter oekomodellregion[at]lpv-amberg-sulzbach[dot]de.

Weitere Informationen sowie ein Meldeformular auf der Internetseite der Öko-Modellregion unter www.oekomodellregionen.bayern/ amberg-sulzbach-und-stadt-amberg.

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