Amberg
06.11.2018 - 13:41 Uhr

Alte Fernseher schauen in die Röhre

Am Mittwoch bleibt der Bildschirm schwarz - zumindest bei jenen Ambergern, die bislang noch analoge Kabelanschlüsse für das Fernsehen benutzten und sich nicht auf die neue Digitaltechnik eingestellt haben.

TV-Friedhof in der Bäumlstraße: Viele Amberger entsorgen wegen der Umstellung auf Digitaltechnik ihre alten Fernsehgeräte. Bild: Yvonne Pieper
TV-Friedhof in der Bäumlstraße: Viele Amberger entsorgen wegen der Umstellung auf Digitaltechnik ihre alten Fernsehgeräte.

Vodafone, der Betreiber des Amberger Kabelnetzes, stellt in der Nacht auf Mittwoch das Sendesignal auf Digitaltechnik um. Neben den Kabelanschlüssen in Amberg sind die in Ebermannsdorf, Ensdorf, Hahnbach, Kastl, Kümmersbruck, Neukirchen, Poppenricht, Rieden, Sulzbach-Rosenberg, Ursensollen und Vilseck betroffen.

"Bei uns ist seit Tagen die Hölle los", erzählt Yvonne Pieper vom gleichnamigen Fachgeschäft in der Amberger Bäumlstraße. "Viele Leute haben natürlich von der bevorstehenden Umstellung gehört und fragen nach." Ihre Mitarbeiter hätten alle Hände voll zu tun, Fernseher oder Receiver mit Digitaltechnik zu installieren. Auch das Auswechseln oder Umrüsten von Radiogeräten sei bei den betroffenen Kabelkunden ein Riesenthema. "Digitale Radio-Receiver waren in den vergangenen Tagen nahezu deutschlandweit ausverkauft", sagt Pieper.

Zu den Hintergründen der Umstellung erklärt Netzbetreiber Vodafone: "Nur noch ganz wenige Haushalte nutzen heute noch das analoge Programmangebot, das aber einen großen Teil des Kabel-Frequenzspektrums beansprucht. Diese Ressourcen können viel besser für neue Angebote im Kabelnetz genutzt werden." Die Umstellung geht auf eine gesetzliche Vorgabe zurück: Der Freistaat Bayern hat festgelegt, dass im Kabel ab dem 1. Januar 2019 keine analogen Sender mehr verbreitet werden dürfen und somit die gesetzliche Grundlage für die Volldigitalisierung geschaffen.

Die Kabelnutzer wurden bereits im Sommer über die bevorstehende Umstellung informiert. Seit Mitte Oktober wies der Netzbetreiber die TV-Kunden mit Laufbändern in den analogen TV-Programmen auf die Neuerung hin. Leuten, die noch einen älteren Fernseher Zuhause stehen hatten, wurde empfohlen, einen Digital-Receiver (DVB-C) zu kaufen und anzuschließen. Viele neuere Flachbildfernseher brauchen dieses Zusatzgerät nicht, in den Neugeräten ist meistens bereits ein solcher DVB-C-Empfänger eingebaut. Für das unverschlüsselt gesendete digitale TV- und Radioangebot entstehen Umsteigern mit einem vollversorgten Kabelanschluss laut Vodafone keine monatlichen Zusatzkosten.

Damit die frei werdenden Kapazitäten im Kabel-Glasfasernetz bestmöglich genutzt werden können, sortiert Vodafone die digitalen Sender in der Nacht neu. Viele Digital-Receiver und Kabel-Router führen die Umstellung automatisch durch - vorausgesetzt, die Geräte werden in der Umstellungsnacht nicht vom Strom getrennt. Kunden, deren Digital-Receiver oder Fernseher die neue Sendersortierung nicht automatisch übernommen haben, sollen den Sendersuchlauf starten. Verbindet sich der Kabel-Router nicht automatisch mit dem Internet, kann das Gerät durch Aus- und Einschalten neu gestartet werden.

Oberpfalz09.09.2018
 
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