05.04.2020 - 09:04 Uhr
AmbergOberpfalz

Altstadt-Handel: Corona als Digital-Beschleuniger

Kein Krüglmarkt, kein Entenrennen, das Bierfest entfällt, der verkaufsoffene Sonntag ist abgesagt. Handel und öffentliches Leben leiden. Auch Altstadt-Kümmerin Verena Fitzgerald. Aber sie hat Hoffnung.

Verena Fitzgerald auf der Krambrücke. Die Wirtschaftsförderin mit Spezialgebiet Altstadt versucht, aus der Coronakrise das Beste zu machen.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Amberger Altstadt mit ihren vielen kleinen Händlern und Dienstleistern ist besonders von der Coronakrise betroffen. Wie geht’s der Altstadt jetzt? "Die Altstadtgewerbe leiden natürlich stark unter den Umsatzeinbrüchen bei fortlaufenden Fixkosten", berichtet Verena Fitzgerald, die bei der Gewerbebau als Wirtschaftsförderin für die Altstadt angestellt ist. Aber sie sieht nicht schwarz: "Die Arbeit der letzten Monate war in keinem Fall umsonst. Ganz im Gegenteil. Ich betreue das Projekt Wirtschaftsförderung Altstadt jetzt seit eineinhalb Jahren und erlebe gerade täglich, wie sehr sich vor allem das intensive Netzwerken gelohnt hat."

Bereits zu Beginn der Krise hätten sich viele Unternehmer bei der Wirtschaftsförderung gemeldet, um ihre Situation zu besprechen und Fragen zu klären. Das zeige, wie wichtig es ist, einen zentralen Ansprechpartner zu haben. Dabei sei auch der Austausch mit anderen Betrieben wichtig. "Deshalb trifft sich unser Händlerstammtisch diese Woche auch erstmalig per Videokonferenz. Niemand wird mit seinen Sorgen allein gelassen."

Den Händlern bleibt nicht viel anderes übrig, als noch stärker als sonst auf Online-Vertrieb zu setzen. Fitzgerald betont, dass Online-Käufe ja auch lokal stattfinden können. "Viele unserer Unternehmer arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, ihre Angebote besser im Netz zu präsentieren. Dahingehend kann die Krise auch als Digitalisierungsbeschleuniger im Amberger Einzelhandel wirken."

Wegen der abgesagten Veranstaltungen in der Stadt verspricht die Wirtschaftsförderin "Nachholeffekte". "Die Planung neuer Aktionen und Events pausiert natürlich vorerst, aber wird zu einem späteren Zeitpunkt definitiv fortgesetzt", sagt sie. "Wir hatten dieses Jahr zum Glück mehrere kleinere Veranstaltungen statt ein großes Event auf der Agenda und sind dadurch relativ flexibel was Terminverschiebungen betrifft."

Info:

Hintergrund

Die Altstadt-Kümmerin ist als Wirtschaftsförderin bei der Gewerbebau GmbH angestellt. Dort laufen aktuell viele Fäden verschiedenster Gewerbetreibender zusammen. "Allein in der ersten Woche der Ausgangsbeschränkungen wandten sich rund 50 Unternehmer hilfesuchend an die Wirtschaftsförderung", erzählt Gewerbebau-Chef Karlheinz Brandelik. „Das waren Gastwirte, Einzelhändler, Fitness-Dienstleister, Physiotherapeuten, Fahrschulen, Reiseanbieter: All diejenigen, die Kontakt mit Menschen haben, stehen jetzt vor einem Riesenproblem." Vielen Kleinstunternehmen stehe das Wasser bis zum Hals. Brandelik: "Es wird leider offenkundig, wie wenig Rücklagen in den vergangenen Jahren des steten Online-Wachstums beispielsweise im Handel gebildet werden konnten." Konkret spielten Fragen zur Liquiditätssicherung für die örtlichen Betriebe eine herausragende Rolle. "Die Ausreichung der Corona-Hilfskredite ist hier doch mit mehr Hürden verbunden, als die politischen Entscheider den Anschein erweckt haben." Hier müsse auf Seiten der Reglementierungsbehörden schnell nachgebessert werden.

Um dem lokalen Handel unter die Arme zu greifen, hat die Wirtschaftsförderung die Kampagne „Amberg hilft“ gestartet. Hier werden Angebote und Initiativen gebündelt.

Zur Aktion "Amberg hilft"

Verena Fitzgerald: Gekommen, um der Innenstadt beizustehen

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