05.06.2018 - 13:05 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg besser als Weiden

Schützenhilfe für die Gewerbebau: OB Michael Cerny und die Amberger CSU samt Stadtratsfraktion verteidigen dieses Modell der Wirtschaftsförderung in Amberg und wollen keinen eigenen städtischen Referenten dafür.

Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik (Dritter von links) zeigt am Luftbild, wo Ambergs Stärken und Entwicklungspotenziale liegen. Die CSU mit ihrem Stadtratsfraktionschef Dieter Mußemann und OB Michael Cerny (von rechts) sowie dem Amberger Kreisverband ist sich mit ihm und seinen Einschätzungen völlig einig.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Amberg. (ath) Dieser Forderung der SPD erteilten beide Seiten bei einem Ortstermin in den neuen Räumen der GmbH an der Emailfabrikstraße eine deutliche Absage. "Wir legen ein klares Bekenntnis für unsere städtische Tochtergesellschaft ab - wir stehen zu ihr und ihren Mitarbeitern", sagte Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann und betonte, dass die CSU mit dieser Meinung nicht alleine stehe. Im Gegenteil würden andere Städte Amberg um dieses Modell beneiden, das auch schon von Branchenexperten als "exzellent, schlank und effektiv" bezeichnet worden sei.
Obendrein würden sich auch Kommunalverwaltungen eher verschlanken, als neue Stellen aufbauen. "Wir brauchen keine Parallelstrukturen", kritisierte Mußemann den Vorschlag des politischen Gegners. Die "One-Man-Show" eines Wirtschaftsreferenten koste nur "eine Menge Geld" und berge das Problem, dass dessen Aufgaben bei seiner Abwesenheit wegen Urlaub oder Krankheit mangels Vertreter wohl liegen bleiben würden, was in diesem Ressort gar nicht guttue. Mit der Gewerbebau mit ihren zwölf Beschäftigten - nach CSU-Ansicht ist das ohnehin "schlank" genug -, sei das "bestens geregelt"; hier kümmerten sich die Mitarbeiter auch wechselseitig um die Angelegenheiten der anderen.
"Unser Referent heißt Karlheinz Brandelik", brach Mußemann eine Lanze für den Mann an der Spitze, der zusammen mit seinem Vorgänger Jürgen Hoffmann die Gewerbebau zu einer "einzigen Erfolgsstory gemacht hat". Dass Amberg in der Lage sei, "Wünscheswertes für seine Bürger machen zu können, ist eindeutig auf die gute wirtschaftliche Situation zurückzuführen", die der Fraktionschef auch der Arbeit der städtischen GmbH zuschrieb. Deshalb war es für ihn nicht verständlich, dass SPD-Fraktionsvize Uli Hübner kürzlich Weiden als das ökonomisch erfolgreichere Zentrum darstellte. Wo die Max-Reger-Stadt doch "bei weitem nicht so gute Kennzahlen" habe wie Amberg.
An der Vils sprudelten laut Mußemann 2016 zum Beispiel 26,7 Millionen Euro Gewerbesteuer, in Weiden nur 17,1 Millionen Euro. Dort seien für Zins und Tilgung aber 11,7 Prozent gezahlt worden, während es in Amberg nur 5,5 Prozent waren. Auch die Pro-Kopf-Verschuldung liege bei 761 Euro fast 1000 Euro niedriger als in Weiden mit 1757 Euro. "Was Hübner geritten hat, uns mit Weiden zu vergleichen", wollte sich dem CSU-Fraktionschef auch anhand weiterer statistischer Daten nicht erschließen, der das nicht als Kritik an Weiden, nur als "Analyse wirtschaftlicher Zahlen" verstanden wissen wollte. Auch in Sachen Vernetzung stellte er der Gewerbebau ein gutes Zeugnis aus, weil sie nicht nur auf die Stadt, sondern auch die Region schaue und die interkommunale Zusammenarbeit unterstütze.
Auch Oberbürgermeister Michael Cerny strich im Gegensatz zu einem reinen Wirtschaftsreferenten die stärkere bauliche Kompetenz der Tochtergesellschaft mit ihren kompletten Strukturen als eigenständige GmbH heraus. Dass sie im Stadtrat bei ihren regelmäßigen Berichten meist "über den grünen Klee gelobt" und nun von manchen "infrage gestellt wird", empfand er vor allem dem Personal gegenüber als unfair. "Über Strukturen kann man diskutieren, aber davon sind oft auch die Beschäftigten betroffen und getroffen, wenn man ihre Arbeit infrage stellt", warnte Cerny. Das Einzige, was an der Gewerbeabu, aber auch der Stadt insgesamt noch verbessert werden müsse, sei die Markenbildung - ein Prozess, der aber bereits laufe. Denn dass Amberg im wirtschaftlichen und industriellen Bereich so gut sei, werde zu wenig sichtbar. "Faktisch haben wir nach außen diesen Ruf nicht", so der OB, der seine Stadt "noch besser als Wirtschaftsstandort vermarkten" will.

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