Update 26.10.2020 - 17:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Auch in Amberg Corona-Ampel auf Gelb

Im Landkreis Amberg-Sulzbach steht die Corona-Ampel bereits auf Gelb. Nun hat die Stadt Amberg ebenfalls den Inzidenzwert von 35 überschritten. Auch dort gelten jetzt neue Regelungen.

Immer mehr Coronatests fallen positiv aus – auch in Amberg und Amberg-Sulzbach.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Maßnahmen gegen steigende Infektionszahlen, Allgemeinverfügung und Corona-Ampel – fast täglich gibt es neue Meldungen zur Lage rund um das grassierende Virus. Schwer, da den Überblick zu behalten. Der Stand der Dinge sieht derzeit so aus: Der Inzidenzwert ist laut Landesamt für Gesundheit sowohl in Amberg-Sulzbach über den signifikanten Wert 35 gestiegen (derzeit 37,85), als auch in Amberg (40,28). Für den Landkreis und die kreisfreie Stadt gelten also strengere Regeln.

Maske kein Allheilmittel

Laut einer Pressemitteilung der Stadt bedeutet das erneut: Maskenpflicht auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen (einschließlich der Fahrstühle von öffentlichen Gebäuden), in Freizeiteinrichtungen, in Kulturstätten – also auch im Stadttheater und im Kino – sowie für alle Zuschauer bei Sportveranstaltungen. Plätze im öffentlichen Raum sind in Amberg zumindest vorerst nicht von dieser Regelung betroffen, da auf dem Wochen- und Bauernmarkt ohnehin bereits eine Maskenpflicht besteht und die Stadt über keine weiteren Plätze verfügt, die so stark frequentiert wären, dass die Einhaltung des Mindestabstandes nicht gewährleistet werden kann. Vorgeschrieben ist jedoch, dass von nun an ab der fünften Jahrgangsstufe sowie Studierende an den Hochschulen auch am Platz ihre Masken aufbehalten.

Hinzu kommt, dass private Feiern und Kontakte auf maximal zehn Personen oder zwei Haushalte begrenzt sind. Für den Betrieb von gastronomischen Einrichtungen gilt eine Sperrzeit von 23 Uhr bis 6 Uhr. Ausgenommen sind lediglich die Abgabe und die Lieferung von mitnahmefähigen Speisen oder nichtalkoholischen Getränken. Darüber hinaus dürfen in diesem Zeitraum Tankstellen keinen Alkohol mehr verkaufen.

An der Arbeitsstätte gilt auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen ebenfalls Maskenpflicht. Insbesondere ist laut der Pressemitteilung dieser Vorgabe in Fahrstühlen, auf Fluren, in Kantinen und in Eingängen Rechnung zu tragen, aber auch direkt am Arbeitsplatz, wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann.

In Amberg-Sulzbach und Amberg gelten die Beschränkungen der Stufe zwei der Corona-Ampel, selbst wenn der Inzidenzwert von 35 wieder unterschritten wird. Erst wenn die Zahlen sechs Tage am Stück unterhalb dieser Marke bleiben, greifen Lockerungen. Umgekehrt folgen schärfere Regeln, sobald die Ampel auf Rot oder Dunkelrot springt. Um Letzteres zu verhindern, mahnt Gesundheitsamtsleiter Roland Brey einmal mehr zur Umsicht in den kommenden Wochen: „Die Lage hat sich kontinuierlich verschlechtert, auch wenn die Zahlen bei uns noch relativ niedrig sind.“ Er rät dazu, weiterhin auf Prävention zu setzen. Heißt konkret: „Das Entscheidende ist jetzt, die Kontaktreduzierung. Es wird nur besser werden, wenn wir die Kontakte runterschrauben.“ Die Fallzahlen aus anderen Ländern würden zeigen, dass Masken kein Allheilmittel seien. Den Großteil der Infektionen führt Brey auf private Kontakte zurück: Hochzeiten, Familienfeiern und alle Umstände, bei denen Menschen zu Mehreren zusammenkommen. Gerade dann werde nicht immer der Mindestabstand eingehalten und der Mund-Nase-Schutz nicht aufgesetzt.

Die vierfarbige Corona-Ampel: Was bei welcher Stufe gilt

Bayern

"Kommen an unsere Grenzen"

Der Gesundheitsamtsleiter sagt: „Wenn wir nicht runterfahren, drohen enorme Kollateralschäden – wirtschaftliche wie soziale.“ Eine große Gefahr sieht Brey darin, dass Infektionen wieder vermehrt Risikogruppen treffen – so wie es im Frühjahr war. Anfang Juni zeigte die Statistik auf, dass alleine 23 Bewohner des BRK-Seniorenheims in Hirschau am Coronavirus starben.

Wie ernst die Lage bereits ist, erklärt Brey damit, dass die Mitarbeiter des Gesundheitsamts „kaum mehr Schritt halten“, um die Kontakte der Coronainfizierten nachzuverfolgen – wenngleich es bisher gut funktioniert habe, die Fälle schnell zu ermitteln. „Langsam kommen wir aber an unsere Grenzen.“ Oberbürgermeister Michael Cerny erklärt: „Bitte denken sie auch an ihre kranken und älteren Mitbürger, seien sie achtsam und handeln sie umsichtig. Nur gemeinsam, nur, wenn wir zusammenhalten, werden wir diese Herausforderung meistern.“

Im Hirschauer Seniorenheim 23 Corona-Tote

Amberg

Wenn wir nicht runterfahren, drohen enorme Kollateralschäden - wirtschaftliche wie soziale.

Gesundheitsamtsleiter Roland Brey

Gesundheitsamtsleiter Roland Brey

Aktuelle Zahlen:

- In Amberg haben sich bisher 177 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, im Landkreis sind es bereits 609.

- Der Inzidenzwert liegt in Amberg bei 40,28 und im Landkreis bei 37,85

- Laut des DIVI-Intensivregisters (DIVI steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin) war in Amberg am Montag eine Person mit Covid-19 in intensivmedizinischer Behandlung, in Sulzbach-Rosenberg keine. Die Intensivstationen verfügen über 24 freie Plätze in Amberg und 5 in Sulzbach-Rosenberg.

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