07.06.2020 - 16:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Im Hirschauer Seniorenheim inzwischen 23 Corona-Tote

Wo man nur auf die reinen Zahlen schaut, ist die Corona-Pandemie in der Region Amberg-Sulzbach derzeit nicht mehr schreckenerregend. Mit einer Ausnahme.

Die Covid-19-Neumeldungen im Bereich des Gesundheitsamts Amberg nach Kalenderwochen.
von Markus Müller Kontakt Profil

Eine Grafik des Gesundheitsamtes zur Anzahl der Neuinfektionen und der Todesfälle in seinem Zuständigkeitsbereich zeigt, wie stark beides seit dem Höhepunkt um Ostern zurückgegangen ist. Der war laut Dr. Roland Brey, dem Leiter des Gesundheitsamtes, durch das Ausbruchsgeschehen mit Reihentestungen bedingt. In der Woche mit den höchsten Zahlen trafen fast 180 positive Testergebnisse im Gesundheitsamt ein. In den vergangenen sieben Tagen waren in Amberg laut den Zahlen des Landesamtes für Gesundheit noch drei Neuinfektionen zu verzeichnen (ein Anstieg auf insgesamt 85), im Landkreis zwei (auf 496). Todesfälle gab es in Amberg bisher vier, in Amberg-Sulzbach 47.

Die Hälfte aller Toten im Landkreis

23 davon – und das ist die schockierende Zahl – waren Bewohner des BRK-Seniorenheims in Hirschau. Dort hatte ein Coronaausbruch besonders verheerende Folgen. Das erste Todesopfer war für den 9. April gemeldet worden. Am 24. April gab das Gesundheitsamt die Zahl der Todesfälle mit 14 an.

Inzwischen hat sich nach Auskunft von Christine Hollederer die Lage im Hirschauer Heim stabilisiert. Die Pressesprecherin des Landratsamtes antwortete auf eine Anfrage der AZ, aktuell gebe es dort noch zwei positive Bewohner und drei positive Mitarbeiter. „Ein Bewohner ist derzeit im Krankenhaus.“

Insgesamt sei inzwischen bei 61 Bewohnern und 54 Mitarbeitern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Am 24. April waren laut Roland Brey von den 82 Bewohnern des Heims 60 mit Covid-19 infiziert gewesen; dazu etwa 40 Mitarbeiter.

Zur Lage im Hirschauer BRK-Seniorenheim Mitte April

Hirschau

Bei den 7-Tage-Inzidenzen gilt für Deutschland ein Schwellenwert von 50 (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner), in Bayern von 35, bei dessen Überschreiten schärfere Maßnahmen ergriffen werden müssten. Am Sonntag lagen Amberg (4,77) und Amberg-Sulzbach (0,97) weit darunter.

Flüchtlingsunterkünfte nicht betroffen

Wo derzeit Überschreitungen festgestellt werden, stehen sie meist in Zusammenhang mit Ausbrüchen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie in Krankenhäusern, fleischverarbeitenden Betrieben oder in Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete. In dieser letzten Frage kann Christine Hollederer für die Region Entwarnung geben: „Nein, Flüchtlingsunterkünfte waren bei uns nicht von Corona-Infektionen betroffen. Einzelne Verdachtsfälle haben sich nicht bestätigt.“

Die aktuellen Coronazahlen des Landesamts für Gesundheit

Weiden in der Oberpfalz

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