Die Band um Vincenzo Castrini, alias „Titti“, feierte mit einem begeisterten Publikum im ausverkauften Innenhof der Amberger Stadtbibliothek die 20-jährige Freundschaft der Stadt mit der italienischen Gemeinde Desenzano del' Garda. Ambergs zweite Bürgermeisterin Birgit Fruth betonte in ihrer Grußrede, dass diese Partnerschaft wohl die emotionalste nicht nur für viele Amberger sei. Zu diesem Ereignis war auch Desenzanos Städtepartnerschaftsbeauftragter Mario Marchioni aus der italienischen Partnerstadt angereist, um ebenfalls ein Grußwort zu sprechen.
Titti Castrini wünschte sich, dass auch die Jugend diese weitertragen möge für ein friedliches und freundschaftliches Europa. In seiner Muttersprache nahm der Bandleader dann in dem Jubiläumskonzert über zweieinhalb Stunden alle auf eine musikalische Weltreise mit. An seinem Knopfakkordeon und mit seiner rauchigen, einschmeichelnden Stimme sang er sich förmlich in die Herzen der dankbaren Zuhörer. Unglaublich versiert mit Trompete, Megafon, Gesang und Rhythmusinstrumenten erlebte man auch Davide Veronese. Spielend und singend überzeugte zudem Vincene Costante, sein Bandkollege an der Gitarre und ebenso Max Gabanizza am E-Bass. Auch die Rhythmusvorgaben und perfekten Soli des Schlagzeugers Cesare Valbusa bekamen immer wieder Sonderapplaus.
Musik aus ganz Europa
Mit der Band ging die musikalische Reise von italienischen Ohrwürmern wie Adriano Celentanos „Azzurro“ über Musetteklänge Frankreichs und spanischen Flamenco bis hin nach Osteuropa. Auch Mazurka- und Polka-Rhythmen, oft romanesk interpretiert, verzauberten mit schmachtenden, einnehmenden Tönen. Schwermütige, sehnsüchtige Passagen lösten sich immer scheinbar leichtfüßig in erlösende, lebensfrohe Tonfolgen auf. Call-and-Response-Pattern verstärkten sich bei den Melodien aus dem fernen Amerika. Süd- und Nordamerika mit Salsa, Rumba, Free-Jazz und Ragtime und auch manch coole „blue tones“ kamen bei den Zuhörern bestens an. Immer wieder klatschten sie mit oder belohnten brillante Soli mit Zwischenapplaus.
Als im letzten Drittel der Posaunist Wolfgang Dersch, Ambergs ehemaliger und Regensburgs derzeitiger Kulturreferent auftrat, stieg die Stimmung noch weiter. Mit Louis Armstrongs „What a wonderful world“ schwappte die Stimmung förmlich über und hob beim Mitsingen von „Volare-cantare“ ganz ab. Nach langem stehendem Applaus erklärten die Musiker noch „sara porque ti amo“, versuchten sich mit „Ciao bella“ zu verabschieden, gaben aber dann doch noch ein swingendes „o sole mio“ dazu, wofür das Publikum aufrichtig dankte.














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