05.06.2018 - 10:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg schwingt sich auf's Rad

Fahrradfahren ist gesund, macht - meistens - Spaß, schont die Umwelt und ist relativ sicher. Trotzdem praktizieren es in Amberg noch nicht einmal fünf Prozent aller Verkehrsteilnehmer. Das soll sich noch in dieserWoche ändern.

Nach Ende des offiziellen Termins durften die Räder endlich auch ran – wenn auch nur für ein Foto. Im Bild (von links): OB Michael Cerny, Polizeidirektor Robert Hausmann, Umweltreferent Bernhard Mitko, Peter Hofrichter (Verkehrsreferat der Polizei), Günter Uhr (AOK) sowie Franz Gerl und Norbert Lange von ADFC.

(ass) Und zwar durch die Aktionswoche "Amberg fährt Rad", deren offizieller Startschuss am Montag im Büro des Oberbürgermeisters war - die mitgebrachten Räder mussten da allerdings draußen bleiben. Die spezielle Woche für den Radler hat ihre Ursache im städtischen Klimaschutzkonzept, wie Umweltreferent Bernhard Mitko erläuterte. Schließlich soll und will man hier die selbst auferlegten Ziele erreichen.

Mit dabei sind auch in diesem Jahr die Stadt Amberg, die Polizei, der ADFC und die AOK. Erstmals beteiligt sich auch das Staatliche Gesundheitsamt, das sich am Donnerstag von 10 bis 12.30 Uhr in der Stadtbibliothek besonders um das Wohl der älteren Radfahrer kümmern wird. Hier kann beispielsweise anhand einer speziellen Messung festgestellt werden, ob noch ausreichend Kraft in den Händen ist, um sich sicher auf dem Radl bewegen zu können.

Nur 50 Fahrradunfälle

Einen breiten Raum bei der Veranstaltung nahm die Verkehrssicherheit beim Radfahren ein. Robert Hausmann, der Leiter der Polizeiinspektion, und Peter Hofrichter vom Sachgebiet Verkehr hatten eine ganze Reihe von Zahlen mitgebracht. So fallen von den rund 1500 Verkehrsunfällen, die sich 2017 im Stadtgebiet ereignet haben, nur 50 auf die Radler. Und von diesen 50 passierten 30 ohne Fremdbeteiligung. Eine Tendenz, die sich auch in diesem Jahr fast nahtlos fortgesetzt - wenn es auch nach Jahren wieder zu einem tödlichen Vorfall kam, weil ein Radfahrer ohne Fremdeinwirkung mit dem Kopf gegen ein Verkehrszeichen prallte.

Interessant dabei, dass die zunehmende Nutzung von E-Bikes und Pedelecs in den vergangenen Jahren zu keinem Anstieg der Unfallzahlen geführt hat - sie sind im Gegenteil eher rückläufig. "Wenn wir es aber schaffen, mehr Menschen aufs Rad zu bekommen, wird es auch mehr Unfälle geben", zeigte sich OB Michael Cerny da sehr realistisch. Polizeidirektor Robert Hausmann setzt hingegen auf eine etwas aus der Mode gekommene Vorgehensweise: das defensive Fahren. "Wir müssen einfach wieder mehr Rücksicht aufeinander nehmen", so sagte er.

Günter Uhr, der Bereichsleiter der AOK, ist auch ein Radprofi. Nicht nur, dass er das Zweirad gerne als Fortbewegungsmittel in der Freizeit nutzt, seine Kasse hat mit dem Programm "Mit dem Rad zur Arbeit" ebenfalls ein heißes Eisen im Feuer. Das in diesem Jahr noch um "Mit dem Fahrrad zur Uni" erweitert wird. Vergangenes Jahr, so sagte er, nahmen im Bereich der AOK Amberg rund 1000 Menschen aus rund 200 Betrieben teil.

Keine Schadstoffe

Einer, der fast immer mit dem Radl unterwegs ist, ist Franz Gerl vom ADFC. "Radfahren verursacht erheblich weniger Kosten als der Autoverkehr", sagte Gerl. Er produziere keine Schadstoffe und inzwischen würden immer mehr Straßen zugunsten der Radler rückgebaut. Der ADFC wird am Freitag dieser Woche auf dem Marktplatz Teile des neuen Radverkehrskonzept der Stadt vorstellen, das der Tendenz hin zum Fahrrad deutlich Rechnung tragen soll.

Info:

Radeln in Amberg

Mittwoch, 6. Juni: Feierabendtour des ADFC. Tourenleitung: Marita und Achim Gierke. Treffpunkt 18 Uhr, ACC.

Donnerstag, 7. Juni: „Mein Freiraum. Meine Gesundheit. In jedem Alter. Handkraftmessung mit Auswertung durch das Staatliche Gesundheitsamt. Zum Ausprobieren: leichte Übungen, von denen Radfahrsenioren profitieren. 10 bis 12.30 Uhr Stadtbibliothek

Freitag, 8. Juni: „Steig auf’s Rad“. Infostand des ADFC mit Vorstellung von Teilen des neuen Radverkehrskonzept der Stadt Amberg. 9 bis 13 Uhr Marktplatz.

Abschluss-Fahrradtour für alle Generationen. Der Norden Ambergs mit Altmannshof und Laubhof (circa 18 Kilometer). Gegen 14.30 Uhr Einkehr im Biergarten. Start 13 Uhr Marktplatz.


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