06.01.2019 - 11:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg ist sicher und bunt, nicht braun

Er ist gebürtiger Amberger und war jahrelang Chefreporter von Oberpfalz-Medien. Als langjähriger Polizei- und Gerichtsberichterstatter ordnet Wolfgang Houschka die Lage in seiner Heimatstadt nach den Prügelattacken objektiv ein.

Die Polizei zeigt wie angekündigt Präsenz auf den Straßen.
von Autor HOUProfil

Es ist diese Stadt, die einem ans Herz gewachsen ist, bricht er eine Lanze für Tausende Bürger. "Hier stand die Wiege. Später führte unser Weg in die Pestalozzi- und Oberrealschule. ,Provinz ist, was man daraus macht', hat der Schriftsteller Walter Höllerer einmal gesagt. Und ja: Wir haben aus dieser Provinz gemeinsam etwas gemacht. Jeder auf seiner Position.

Nun steht dieses Amberg, unsere Stadt, im Brennpunkt eines grell leuchtenden Scheinwerfers, der die angebliche Unsicherheit in den Fokus rückt. Bewaffnete Beamte der Bereitschaftspolizei gehen durch die City, gefolgt von Fernsehkameras. So, als ob es dringend geboten erscheint, die Unversehrtheit der Bürgerschaft zu gewährleisten. Dem Journalisten, der diese Worte schreibt, fällt ein: Seit nahezu 50 Jahren mit der Polizei- und Gerichtsberichterstattung in seiner Heimatstadt befasst, ist der gewaltsame Übergriff von vier jungen Asylbewerbern ein Ausnahmefall.

Doch er weiß auch aus seinen bis heute täglich gemachten Erfahrungen, dass Körperverletzungen und Angriffe nahezu an jedem Wochentag auf den Terminplänen der lokalen Justiz stehen. Nicht selten in ähnlich krasser Form. Nein: Was sich ereignete, darf und kann nicht verharmlost werden. Doch es gibt in dieser Stadt Polizisten, Staatsanwälte und Richter, die sehr wohl wissen, wie damit umzugehen ist. Auch sie sind Teil von Amberg und arbeiten im Auftrag eines Staats, der nichts weniger braucht als Hetze von Rechtsaußen.

Amberg und seine Straßen, dessen sind wir gewiss, haben Sicherheit, so weit sie sich durch menschliches Zutun gewährleisten lässt. Und ja: Amberg ist bunt. Nicht braun. Das war seit nach dem Krieg so und es wird bleiben. Mögen die Shitstürme auch noch so sehr toben."

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Kommentare

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Dr. Jürgen Spielhofen

Unser geltendes Recht ändert die von mir beschriebene Faktenlage nicht. Die rechtliche Beurteilung ist nur ein Aspekt unter vielen!

07.01.2019
Tobias Punzmann

Fakt ist auch, dass das deutsche Recht nicht nach Gastgebern und Gästen oder Schutzgewährenden und Schutzsuchenden unterscheidet, auch wenn manche das nicht begreifen wollen oder dazu nicht in der Lage sind. Es gilt für alle, die sich in Deutschland aufhalten, egal ob seit zwölf Generationen oder vier Wochen. Trotzdem meinen einige falschrum Gestrickte immer wieder, es ist schlimmer, wenn z.B. Afghanen in Amberg Unbeteiligte verprügeln, als wenn Ostdeutsche in Nürnberg Unbeteiligte abstechen. Sogar unser Bundesinnenminister ist diesem komischen Trieb gefolgt.
Ironischerweise sind es ja gerade die, die hier von Gästen sprechen, die am allerwenigsten Gastgeber sein wollen oder sich wie solche verhalten.

07.01.2019
Dr. Jürgen Spielhofen

Fakt ist doch, dass in Amberg Schutzgewährende Schutz suchen mussten vor den Schutzsuchenden.

07.01.2019
Rene Kinderlein

Herr Houschka ordnet die Lage leider nicht objektiv ein, wie im Header erwähnt. Objektiv wäre ein kurzer Satz: Vier Asylbewerber haben wahllos auf Passanten eingeprügelt.
Leider sind wir es mittlerweile auch aus den öffentlich rechtlichen Medien gewohnt, dass in den eigentlichen Nachrichten bereits Meinungsmache versteckt ist. Und jeder der irgendwie versucht Kritik anzubringen wird nach Möglichkeit mundtot gemacht.
Und dann lautet es: „Doch es gibt in dieser Stadt Polizisten, Staatsanwälte und Richter, die sehr wohl wissen, wie damit umzugehen ist. Auch sie sind Teil von Amberg und arbeiten im Auftrag eines Staats…“.
Hier bezieht er sich auf die unabhängige Justiz. Finde ich ganz prima. Aber ich habe den Eindruck, dass die selben Leute, welche sich in einem solchen Fall auf die Justiz berufen, sich bei Abschiebungen oft gegen diese stellen und Shitstorms in die andere Richtung provozieren. Seien wir froh, dass es noch unabhängige Richter gibt, die nach geltendem Recht und Gesetz urteilen, auch wenn es manchen Anhängern der Mischgesellschaft nicht passt.

06.01.2019