28.02.2019 - 16:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg-Sulzbacher Jäger stellen sich neu auf

In jüngere Hände legen die im Bayerischen Jagdverband organisierten Jäger die Führung ihrer Kreisgruppe. Nachfolger von Franz Erras ist Ruppert Schmid. Sorgen um den Nachwuchs braucht sich der neue Verbandschef schon mal nicht machen.

Die neue Vorstandschaft der BJV-Kreisgruppe mit Ehrengast (von links): 3. Vorsitzender Stefan Renner, Schriftführer Matthias Neugebauer, stellvertretende Schatzmeisterin Manuela Weiß, 1. Vorsitzender Ruppert Schmid, stellvertretender Schriftführer Peter Fröhlich, Landrat Richard Reisinger, Schatzmeister Eduard Hierl und 2. Vorsitzender Wolfram Seebauer.
von uscProfil

Seit 1998 gehörte Franz Erras, der den Jahresbericht erstattete, dem Vorstand der Kreisgruppe an, zunächst als Dritter und dann als Zweiter Vorsitzender, ehe er 2003 die Leitung übernahm. In seinem letzten Report als Kreisgruppen-Chef hob er besonders das engagierte Wirken der Jagdhornbläser und des Jägerchors, der Hegeringleiter, von Jagdberater Ekkehard Zink und ganz besonders den Einsatz von Schießobmann Karl-Heinz Beck hervor. Dank galt dem Leiter der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt, Anton Graml, für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Jägerschaft und für das gegenüber den Revierinhabern gezeigte Verständnis. Nach Angaben von Schatzmeister Eduard Hierl gehören der Kreisgruppe aktuell 422 Erst- und 23 Zweitmitglieder an. Dazu kommen noch 16 Jungjäger. Die Bläsergruppe weist nach Aussagen ihres Hornmeisters Hans Saller 19 Aktive auf.

Reges Interesse

Als erfreulich wertete Ute Ehebauer das rege Interesse an der Ausbildung zum Hundeführer. Je elf Begleit- und Jagdhunde aller Rassen legten 2018 die notwendige Dressurprüfung ab sowie den Abschluss des Grundgehorsams der Jagdhunde. Die Brauchbarkeitsprüfung bestanden zehn von zwölf vorgestellten Jagdhunden. Informationen für den nächsten Kurs gibt es am 30. März im Wolfsbacher Schützenheim. Franz Ehebauer musste insgesamt 68 Nachsuchen durchführen.

Naturschutzbeauftragter Peter Fröhlich brachte die Naturschutzbelange der Jäger in Arbeitsgremien auf regionaler und Kreisebene ein. Es sind dies laut Fröhlich der Naturpark Hirschwald, der Naturschutzbeirat des Landkreises und vor allem der Landschaftspflegeverband (LPV). Auch zwei seiner neuen Mitarbeiter für die kommunalen Gewässer arbeiten engstens mit dem LPV zusammen, so dass sich hier laut Fröhlich eine sehr starke "Naturschutzachse" entwickeln könne.

Wie aus seinem Bericht noch hervorging, wurde 2018 der dritte und letzte Bauabschnitt des Projekts "Teiche am Hennenbach" der Wildland-Stiftung abgeschlossen - mit Kosten von rund 70 000 Euro. Die Finanzierung erfolgte zu 100 Prozent durch das Landratsamt aus Mitteln des Ausgleichsfonds. Für heuer ist laut Fröhlich im Bereich Wildland-Stiftung ein kleinerer Eingriff am Krumbach geplant. Schießobmann Karl-Heinz Beck appellierte an die Waidkollegen, seine Angebote zur Verbesserung des Waffenhandlings zu nutzen. "Schlechte Schüsse bei Drückjagden sind oft das Ergebnis schlechter Handhabung des Gewehrs", betonte Beck. Am Schießstand in den Fatzen biete er nützliche Infos an, auch zum Waffenreinigen. Gleichbleibend groß ist das Interesse an der Jungjägerausbildung, wie Obmann Ekkehard Zink erläuterte. 2018 schafften 17 Anwärter die Prüfung. Aktuell sind 16 Anwärter vor dem Abschluss. Der nächste Jagdkurs beginnt am 15. März und ist auf 20 Teilnehmer beschränkt.

Kitzscheuchen gebastelt

Andi Geilersdörfer kümmert sich als Jungjägerbeauftragter um den Nachwuchs in den eigenen Reihen. Er besucht aber auch Schulen und Kindergärten, um Kindern das Thema Wald und Natur näherzubringen. In der Amberger Montessorischule beispielsweise richtete er einen Aktionstag "Kids for Kitz" aus. Dabei seien Kitzscheuchen gebastelt worden, die die Buben und Mädchen dann in Wiesen aufstellten.

Landrat Richard Reisinger nutzte die Gelegenheit, sich für die gute Zusammenarbeit mit den Jagdverbänden zu bedanken und seine Wertschätzung für das Engagement der Jäger zum Ausdruck zu bringen. Was das Thema Schweinepest anbelangt, so ist das Landratsamt laut Reisinger organisatorisch darauf vorbereitet. Sollte die Seuche im Landkreis ausbrechen, so befürchtet er auch negative Auswirkungen auf den Rinderexport, der im Landkreis von Bedeutung sei.

Aktuell versende sein Amt die Abschusspläne, die im Vorjahr zu 100 Prozent erfüllt wurden. Der Landrat ging auch auf eine Abschussprämie für Wildschweine ein, wie sie der Schwandorfer Kreistag eingeführt hat. "Unser Kreistag wartet da noch ab", sagte Reisinger. Lore Kaiser, Vorsitzende der Kreisgruppe Sulzbach-Rosenberg, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und kündigte einen Generationswechsel in ihrer Kreisgruppe an.

Nach 21 Jahren im Vorstand, davon sechs Jahre als 1. Vorsitzender, schied Franz Erras (links) aus der BJV-Führungsmannschaft aus und machte Platz für Jüngere. Sein Nachfolger Ruppert Schmid (rechts) dankte ihm für seine langjährige Arbeit in der Kreisgruppe.

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