23.09.2020 - 10:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Amtsgericht soll einen neuen Trakt bekommen

Die Verkündung der guten Nachricht bleibt dem Präsidenten des Oberlandesgerichts Nürnberg vorbehalten. Bei einem Besuch in Amberg berichtet Thomas Dickert, dass sich auf dem Areal des Amtsgerichts baulich einiges verändern soll.

Das ehemalige Werkstattgebäude (im Hintergrund) an der Westseite des Amtsgerichts soll abgerissen und durch einen neuen Trakt ersetzt werden. Mit der Verwirklichung dieser Baumaßahme verschwindet dann das Gerüst mit einer Notfalltreppe (links), das seit einigen Jahren am Hauptgebäude steht.
von Autor HOUProfil

Das Amtsgericht hat eine lange Geschichte. Sie datiert zurück bis ins Jahr 1627, als dort ein Kloster entstand. Der Orden war ursprünglich in München und Neunburg vorm Wald aktiv, die damals neue Liegenschaft zählte zu seinem Besitz. Als Oberlandesgerichtspräsident Thomas Dickert in Amberg zu Besuch war, blendete er zurück auf diese Gründerzeit und nannte den Namen Valentin Stephan Still, der als Paulanermönch Barnabas das Starkbier Salvator braute. Später, so der OLG-Präsident, sei das heutige Amtsgericht auch als Lazarett verwendet worden. Erst ab 1925 wurde dort Recht gesprochen.

Als Thomas Dickert noch zu den Abteilungsleitern des bayerischen Justizministeriums zählte, besuchte er im Jahr 2013 das Amtsgericht. Der damalige Direktor Ludwig Stich habe ihn mit der Bitte um größere Umbaumaßnahmen konfrontiert, erinnerte er sich jetzt. "Doch da musste ich ihn enttäuschen", berichtete Dickert. Denn seinerzeit sei die Sanierung des Landgerichtsgebäudes an der Regierungsstraße im Gang gewesen. "Beides zugleich ging nicht." Doch immerhin habe der Staat in den letzten zehn Jahren 2,5 Millionen Euro für die Immobilie am Paulanerplatz ausgegeben.

Das Amberger Amtsgericht hat auch einen neuen Direktor

Amberg

Grundbuchamt zieht um

Das Amtsgericht leide unter großem Platzmangel. Deshalb habe man auf dem Areal bereits Container aufgestellt. Um diese Situation zu beheben, so Dickert, seien Überlegungen in Gang gekommen und bereits in ein konkretes Vorstadium gemündet. An den großen Hof des Amtsgerichts grenzend gibt es im westlichen Bereich zur Baustadelgasse hin ein ehemaliges Werkstattgebäude, in dem sich jetzt das Grundbuchamt befindet. Es soll abgerissen und durch ein neues ersetzt werden. In den Neubau könnten nach Worten Dickerts auch der Zugang, der Einlass-Kontrollbereich und eine Stelle für den Bürgerservice aufgenommen werden. Momentan befinde sich das Vorhaben im Bereich der Kosteneinschätzung. "Es ist alles auf den Weg gebracht", machte Thomas Dickert deutlich und ließ noch eine weitere gute Botschaft für das Amtsgericht folgen: Im Hauptgebäude wird ein weiterer Sitzungssaal saniert und neu gestaltet. Eine ähnliche Maßnahme hatte es bereits vor wenigen Jahren gegeben.

Details zu dem ins Auge gefassten Großprojekt erläuterte Walter Pilhofer, der Geschäftsleiter des Amtsgerichts. Das ehemalige Werkstattgebäude soll seinen Angaben zufolge einem Trakt weichen, der neben dem dann neuen Eingang und einer Anlaufstelle für Bürger auch zusätzliche Sitzungssäle enthalte. An einer für die Belange des täglichen Betriebs ausreichenden Zahl solcher Räumlichkeiten mangele es im Hauptgebäude, berichtete Pilhofer. Das wiederum betrifft besonders die Zivilgerichtsbarkeit, die ihre Verhandlungen in eher kleinen Zimmern halten muss.

Parkplätze fallen weg

Was geschieht mit dem Grundbuchamt, das in dem ehemaligen Werkstattgebäude untergebracht ist? "Es wird einen neuen Platz finden", ließ Pilhofer anklingen und ergänzte, dass es nach Fertigstellung des geplanten Trakts ohnehin einige Umplatzierungen im Amtsgericht geben werde. Nicht mehr notwendig seien dann die Container, die wegen Raumbedarfs schon vor geraumer Zeit unmittelbar an der Liegenschaftsmauer zur Baustadelgasse hin aufgestellt wurden.

Mit der Fertigstellung werden nach Pilhofers Worten auch alle Brandschutzbestimmungen erfüllt sein. Das sind sie momentan auch schon. Nur: Im Innenbereich musste vor einigen Jahren eine gerüstartige Notfalltreppe an der Außenfassade des Haupttrakts installiert werden, die vom zweiten Stock des Hauses herunter auf den Hof führt. Diese provisorische Einrichtung kann dann abgebaut werden.

Wenn die Justiz ein solches Vorhaben plant, muss sie Bedarf beim Ministerium anmelden. Das ist geschehen und hat dazu geführt, dass die weitere Vorgehensweise beim Staatlichen Bauamt liegt. "Dort wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, aus der die Kostenschätzung resultiert", informierte Pilhofer, der hofft, dass diese vorbereitenden Bemühungen bis 2021 abgeschlossen sind. "Danach werden noch einige Jahre ins Land gehen, bis die Maßnahme steht." Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es. Beim Amtsgericht weiß man heute schon, dass sich mit der Verwirklichung des Projekts die Zahl der Parkplätze im Innenhof verringern wird.

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