15.09.2021 - 17:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Impfzentrum ab 30. September dicht

Die bundesweite Impfkampagne hat Amberg noch nicht so recht erreicht. Sie als Flop zu bezeichnen, wäre aber auch falsch, sagt Martin Ströhl, der Leiter des Impfzentrums. Abgesehen davon sind ihm andere Nachrichten derzeit viel wichtiger.

Ulrich Janner wollte nicht länger warten. Er ließ sich am Mittwoch am Arbeitsplatz impfen.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie soll seit diesem Montag eine bundesweite Impfaktionswoche neue Fortschritte bringen. Jeder Bürger kann sich an zahlreichen Stellen mit dem Motto #HierWirdGeimpft ohne Termin und kostenfrei gegen Corona impfen lassen. Wer in Amberg nach entsprechenden Angeboten Ausschau hält, läuft nicht Gefahr, den Überblick zu verlieren, denn außerplanmäßige Impfungen ohne Termin waren fernab der Impfzentren in Amberg (Jugendzentrum) und Sulzbach-Rosenberg (Landkreis Cultur Centrum) nur am Mittwoch zwischen 10.30 und 16.30 Uhr bei der Herding Filtertechnik GmbH im Industriegebiet Nord möglich. Bereits im Mai sei die Firma auf das Impfzentrum und den Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes zugekommen, als es um Impfungen im Betrieb ging, sagt Martin Ströhl, der Leiter des Amberger Impfzentrums.

Nach der Bekanntgabe der Kampagne habe Herding erneut die Initiative ergriffen und Räume angeboten. „So ist das zustande gekommen“, lässt Ströhl wissen und ergänzt, dass es derzeit nicht mehr personelle Kapazitäten gebe. Drei der vier mobilen Teams waren am Mittwoch in Seniorenheimen für Auffrischungen, von denen es bisher in der Region 683 gegeben habe. Das vierte Team, mehr stünden nicht zur Verfügung, war eben bei Herding, wo die Impfwilligen bis Mittag an einer Hand abzuzählen waren. Im Laufe des Tages wurden es aber mehr. So ließ sich zum Beispiel Ulrich Janner, der seit 14 Jahren bei der Herding GmbH beschäftigt ist, die erste Spritze setzen.

Keine mobilen Stationen mehr

Laut Martin Ströhl sind alle mobilen Impfstationen mittlerweile abgebaut, zum Beispiel auch die beim Kaufland in Amberg. Im Moment werde folglich nur bei den Hausärzten geimpft, im Sulzbach-Rosenberger LCC und im Amberger Jugendzentrum. Doch dort nicht mehr lang. Laut Ströhl werden die Türen an der Bruno-Hofer-Straße zum 30. September geschlossen. Die Anlaufstelle im LCC bleibe aber. Das habe zur Folge, dass es Fälle gibt, in denen Impfwillige die erste Dosis in Amberg erhalten und für die zweite nach Sulzbach-Rosenberg müssen: „Das kommunizieren wir mittlerweile ja schon nach außen.“

Exakt in einer Phase, in denen laut Ströhl vielen Menschen „langsam bewusst“ werde, dass die Corona-Tests in Apotheken oder an anderen Orten ab 11. Oktober nicht mehr kostenlos sein werden: „Viele wollen sich deswegen jetzt noch schnell impfen lassen.“ Gerade in den vergangenen zwei, drei Tagen sei die Zahl der Impfwilligen spürbar gestiegen. Doch das, so vermutet Ströhl, habe weniger mit der bundesweiten Kampagne zu tun als mit der bevorstehenden Abschaffung der Gratis-Tests. In Amberg habe es am Montag 93 und am Dienstag 71 Impfungen ohne Termin gegeben, in Sulzbach-Rosenberg seien es 28 beziehungsweise 30 gewesen. Auf die gesamte Woche hochgerechnet, ergebe das einen Zuwachs von 100 bis 150 im Vergleich zu den Vorwochen. Noch sei es aber zu früh, ein Fazit der bis Sonntag dauernden bundesweiten Impfkampagne zu ziehen.

Vier Teams im Dauer-Einsatz

Fest steht aber, dass es keine weiteren mobilen Impfstationen gibt. Ab Donnerstag, 16. September, seien alle mobilen Teams wieder in Seniorenheimen im Einsatz, am 21. September in der Kümmersbrucker Schule, am 24. September in der Hahnbacher Schule, am 27. September im Sulzbach-Rosenberger Gymnasium und am 28. September in der Amberger Schönwerth-Realschule. An allen anderen Tagen stünden wieder Auffrischungen in Seniorenheimen auf dem Terminplan. Martin Ströhl formuliert es mit Blick auf die nächsten Wochen so: „Kein Tag ohne Impfungen. Kein Tag, an dem wir nicht unterwegs sind.“ Das Gute daran: „Wir haben vier mobile Teams pro Tag zur Verfügung und 60 bis 70 Einrichtungen, in denen man impfen kann, die Schulen zum Beispiel."

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„Kein Tag ohne Impfungen. Kein Tag, an dem wir nicht unterwegs sind.“

Markus Ströhl, Leiter des Amberger Impfzentrums

Markus Ströhl, Leiter des Amberger Impfzentrums

 

 

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