Amberg
04.03.2026 - 10:13 Uhr

Amberger Jugendliche wählen erstmals Oberbürgermeister und Stadtrat

144 Jugendliche haben in Amberg bei der U-18-Wahl abgestimmt: Wer soll Oberbürgermeister werden und welche Parteien sollen in den Stadtrat?

Drei Wahllokale gab es für die Kommunalwahl jetzt schon in Amberg – nicht für Erwachsene, sondern für Jugendliche bei der U-18-Wahl: Keine "echte" Wahl, sondern eine Simulation, die noch nicht wahlberechtigten jungen Leuten die Möglichkeit gibt, auszuprobieren, wie Politik funktioniert. Eine solche U-18-Wahl gab es bereits bei den vergangenen Bundes- und Landtagswahlen. Vor einer Kommunalwahl fand sie nun erstmals statt. 144 junge Amberger zwischen 12 und 17 Jahren nutzten zwischen 19. und 26. Februar die Gelegenheit, ihre Stimme abzugeben.

Um es für die Jugendliche leichter zu machen, wurden vereinfachte Stimmzettel für die Stadtratswahl verwendet. Die regulären Simmzettel umfassen 40 Kandidaten pro Liste und sind entsprechend umfangreich. Die Jugendlichen wählten dagegen nur die Parteien für den Stadtrat. Die Partnerschaft für Demokratie Amberg hat die Wahl organisiert. Sie ist ein lokales Förderprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Mit der Wahlbeteiligung sei man zufrieden, erklärt der Verantwortliche Juba Akili. Die Wahl sollte vor allem Spaß machen: Als kleine Belohnung erhielten die Jugendlichen zum Beispiel Getränkegutscheine, erklärt Akili. Niemand werde zur Teilnahme gedrängt. Die Organisatoren sprachen Jugendliche an: Einige lehnten ab, die Mehrheit nutzte die Chance jedoch gerne – auch wenn allen klar war, dass es sich um eine Simulation handelte, die offiziell nicht zählt.

Die Ergebnisse

Hätten die beteiligten Jugendlichen in Amberg die Wahl, wäre Stefan Ott von der CSU ihr nächster Oberbürgermeister. Mit 33 Prozent lag er klar vor Tuncer Ayten von Amberger Bunt, der 18 Prozent erreichte. Dahinter folgten Birgit Fruth (SPD) mit 14 Prozent sowie Tobias Winter (Die Linke) und Michael Fritz (Freie Wähler) mit jeweils 12 Prozent.

Auch bei der Stadtratswahl siegte die CSU mit 22 Prozent der Stimmen, hinzu kommen 15 Prozent für die Junge Union. Auf den zweiten Platz kam die SPD mit 20 Prozent, Amberger Bunt erreichte 12 Prozent. Im Vergleich zur letzten regulären Kommunalwahl in Amberg 2020 verloren vor allem die Grünen an Stimmen.

Das Besondere an der Jugendwahl

Auch wenn die Wahlzettel der Jugendlichen vereinfacht waren, konnten sie sich zusätzlich die „richtige“ Stadtrats-Liste anschauen. Unter dem Titel „Kennst du jemanden?“ stöberten sie in Ruhe durch die Kandidaten, um bekannte Namen zu entdecken. „Das ist eine Stärke der Kommunalwahl“, erklärt Juba Akili. Während bei Bundes- oder Landtagswahlen nur einzelne Abgeordnete aus den jeweiligen Bezirken kandidierten, biete der Stadtrat vielfältigere Listen. „Manche fanden Lehrer oder Nachbarn auf der Liste“, erzählt Akili – das überraschte die Jugendlichen.

Die Wahl selbst verlief lockerer als bei Erwachsenen. „Vor der Wahl haben sich die Jugendlichen ausgetauscht oder Fragen gestellt“, sagt Akili. Beim Ausfüllen des Stimmzettels galt jedoch die Geheimhaltung, und die Jugendlichen wurden gebeten, etwas Abstand zu den Wählern zu halten.

Die U-18-Kommunalwahl fand in Amberg zum ersten Mal statt. Zur Land- und Bundestag gab es das schon: Dort erhielten die Jugendlichen nur einen Zettel für die Direktkandidaten, ohne die Zweitstimme. Erstmals gab es nun zwei Zettel: Einen für die Oberbürgermeister- und einen für die Stadtratswahl. Ziel der Jugendwahlen sei es, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich mit der Wahl auseinanderzusetzen und sie schrittweise an das politische System heranzuführen, betont Akili.

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