01.12.2019 - 16:36 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Kaolinbahn bittet bald zur Oper im Lokschuppen

"Hier können wir Bahngeschichte erhalten und bewahren." OB Michael Cerny ist begeistert vom Engagement des Vereins Amberger Kaolinbahn (AKB) auf dem Gelände der alten Lok-Drehscheibe. Sogar eine Oper soll es dort im Sommer 2020 geben.

Seit die Gleise zwischen Lokschuppen und Drehscheibe eingebaut sind, können die Lokomotiven tatsächlich wieder auf die Stellplätze verteilt werden
von Autor GFProfil

Das Stadtoberhaupt und die CSU-Fraktion sprachen sich am Samstag bei einem Besuch vor Ort ungeteilt für ein Oberpfälzer Industrie- und Lokalbahn-Museum aus. Denn "mittlerweile haben wir hier eine umfangreiche Sammlung von Schienenfahrzeugen, die aber nicht per Bahn, sondern auf der Straße mit Schwertransportern und auf abenteuerlichen Zufahrten herantransportiert wurden", berichtete Vereinsvorsitzender Matthias Gruschwitz den Christsozialen stolz. Ein Problem ist nach seinen Worten jedoch, dass die Waggons und Loks im Freien der Witterung ausgesetzt sind und so leicht rosten könnten; außerdem sei man hier vor Vandalismus nicht gefeit.

Aufwendig ist laut Gruschwitz der große Schuppen teilweise schon instandgesetzt worden, die Träger der Gebälkkonstruktion seien gesichert, das Dach regendicht. Der Vorsitzende hob hervor, dass die Mitglieder unzählige Freizeitstunden investiert haben, um das marode Mauerwerk zu sanieren. Ebenso erforderlich ist es nach seiner Auskunft, die notdürftig gesicherten Fenster zu erneuern, damit wieder mehr Licht in die Halle gelange.

CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann fand die Gesamtidee der AKB sehr unterstützenswert, "weil der Verein und seine Mitglieder viel ehrenamtliche Arbeit einbringen, um das Projekt Oberpfälzer Industrie- und Lokalbahn-Museum zu verwirklichen". Mittlerweile seien neben der Schuppen- und Dachsanierung sogar eine Photovoltaikanlage installiert, ein baufälliger Anbau abgerissen und Gleisanschlüsse erneuert worden. Insgesamt habe die Stadt hier bereits 240 000 Euro an Zuschüssen gezahlt.

Der OB blendete kurz zurück, dass die Bahn das Gelände praktisch dem Verfall preisgeben wollte, dann jedoch Peter Stadler als Käufer eingesprungen sei. "Der muss ein Faible für die Eisenbahn gehabt haben." Vergeblich habe die Stadt bislang nach öffentlichen Fördermitteln gesucht, werde aber nun auf jeden Euro, den der Verein sammle, vier Euro drauflegen.

Bei einem gemeinsamen Rundgang sahen die Mitglieder der Fraktion, dass noch viel Geld und Arbeit investiert werden muss, um das Museumsprojekt zu realisieren. Als Highlight kündigte Gruschwitz schon mal an, dass im Juli der Lokschuppen für ein Opern-Event ausgeräumt werden soll, Details müssten aber noch erarbeitet werden.

Beim mittlerweile teilsanierten Lokschuppen (im Hintergrund) informierte sich die Stadtratsfraktion mit weiteren CSU-Anhängern, wie das Projekt Oberpfälzer Industrie- und Lokalbahn-Museum verwirklicht werden kann.
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