18.05.2020 - 15:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Klinikum lockert Besuchsregelungen

Das Klinikum St. Marien lockert nun doch die Besuchsregeln. Pro Patient darf eine registrierte Kontaktperson einmal am Tag kommen. Diese Regelung gilt ab Mittwoch, 20. Mai.

Im Klinikum St. Marien sind ab Mittwoch, 20. Mai, wieder Besuche erlaubt - allerdings gibt es dafür strenge Regeln.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Während bayernweit die Besuchsverbote in den Kliniken schon wieder aufgehoben waren, hatte St. Marien daran festgehalten. Aus triftigem Grund: Denn im Amberger Klinikum waren bei einigen Mitarbeitern Covid-19-Infektionen aufgetreten. Gelockert wird nun zeitlich verzögert - und zwar ab Mittwoch, 20. Mai. Pro Patient darf eine registrierte Kontaktperson einmal pro Tag kommen.

Lockerungen zunächst verschoben

Amberg

Enger Personenkreis

Laut der Neufassung der bayerischen Infektionsschutz-Maßnahmenverordnung zählen nur die Ehepartner, die Lebenspartner, die engste Familie (Eltern, Großeltern), die Geschwister oder eine vom Patienten vorab benannte Person zu den erlaubten Besuchern, teilt das Klinikum in einer Presseinfo mit. Minderjährige Patienten dürfen von beiden Eltern gemeinsam besucht werden. Möglich ist ein Besuch in St. Marien zwischen 14 und 18 Uhr (letzter Einlass um 17.30 Uhr) für maximal 60 Minuten pro Tag. Der Zugang erfolgt ausschließlich über den Haupteingang. Ein Mund-Nasen-Schutz ist für jeden verpflichtend, der das Klinikum betritt und muss während des gesamten Besuchs getragen werden. Außerdem seien die Abstandsregeln (größer als 1,50 Meter) einzuhalten.

Ausnahmen möglich

Patienten, die aus Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen in das Klinikum verlegt werden, dürfen nicht besucht werden. Für sie seien strenge Isolierungsmaßnahmen vorgeschrieben, teilt das Klinikum mit. "In besonderen Fällen sind Ausnahmen möglich. Diese Entscheidung trifft der verantwortliche Arzt der Abteilung", so Vorstand Manfred Wendl.

Um den Infektionsschutz zu gewährleisten, dürfen Patienten mit bestätigter Covid-19-Infektion oder einem Verdacht darauf, nicht besucht werden. Eine Ausnahme sei die Sterbebegleitung. Bei anderen isolationspflichtigen Patienten seien Besuche nur nach Genehmigung durch den verantwortlichen Arzt der Abteilung möglich.

Um die rechtlichen Vorgaben zu erfüllen und die Nachverfolgbarkeit bei Infektionen sicherzustellen, wird jeder Besucher registriert. Dafür muss er laut Klinikum eine Eigenerklärung mit seinem Namen und Kontaktdaten sowie den Daten des Patienten vorlegen. Abgefragt würden außerdem eventuelle Krankheitssymptome.

Eigenerklärung ausfüllen

Die Eigenerklärung ist sowohl in Deutsch als auch Englisch auf der Homepage (www.klinikum-amberg.de) hinterlegt, kann online ausgefüllt und unterschrieben mitgebracht werden. Das Formular liegt zudem an der Information und in der zusätzlichen Sichtungsstelle in der Cafeteria aus. Die Erklärung müsse bei jedem Besuch neu ausgefüllt und an der Information beziehungsweise Sichtungsstelle abgegeben werden. Wendl wirbt um Verständnis für diese Maßnahme. Sie sei notwendig, "da in jedem Krankenhaus viele Patienten mit Risikofaktoren behandelt werden, die wir bestmöglich vor Infektionen schützen müssen". Er appelliert an die Vernunft aller. Man habe Verständnis für alle, die "ihre Lieben wiedersehen wollen". Dennoch bitte das Klinikum darum, Besuche weiterhin auf das absolut notwendige Maß zu beschränken. Und: "Bleiben Sie zuhause, wenn Sie Krankheitssymptome haben."

Info:

Regeln für Kreißsaal und Kinderstation

von St. Marien gelten Sonderregelungen. „Kinder auf unserer Früh- und Neugeborenen-Intensivstation dürfen von beiden Elternteilen gemeinsam besucht werden, ebenso wie auf der Kinderstation. Ein Elternteil darf als Begleitperson im Klinikum bleiben, der andere Elternteil kann die beiden dann für maximal zwei Stunden einmal täglich besuchen“, teilt Klinikumsvorstand Manfred Wendl in einer Presseinfo mit. Auch das Thema Geburt habe in den vergangenen Wochen viele Fragen aufgeworfen. Wendl kündigt Lockerungen an. Bei der Entbindung durften die Väter schon immer dabei sein, zusätzlich ist ihnen künftig täglich ein Besuch auf der Station für bis zu zwei Stunden möglich. Dies sei jedoch nur einer Person erlaubt, somit könnten Geschwister nicht mitkommen, erklärt Manfred Wendl.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.