12.05.2020 - 11:34 Uhr
AmbergOberpfalz

Mitarbeiter und Patienten infiziert: St. Marien Amberg verschiebt Lockerungen

Aufgrund bestätigter Covid-19-Infektionen in einem Bereich des Klinikums St. Marien Amberg werden die Besuchsregelungen erstmal nicht gelockert. Zuerst sollen alle Infektionsketten untersucht werden.

Die Besucherzahl soll im Klinikum St. Marien Amberg „auf das unbedingt notwendige Maß“ beschränkt werden.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Bei einigen Mitarbeitern des Klinikums St. Marien sind Corona-Infektionen aufgetreten. Laut Pressesprecherin Sandra Dietl sollen deswegen nun alle Kontaktpersonen mehrfach getestet werden: "Die Testungen bei Mitarbeitern und Patienten zur Abklärung möglicher Infektionsketten laufen auf Hochtouren und sind voraussichtlich bis Anfang nächster Woche abgeschlossen." Die Sicherheit für Patienten, Besucher und Mitarbeiter stehe an erster Stelle. Um wie viele Betroffene es sich aktuell handelt? Klinikumsvorstand Manfred Wendl spricht auf Nachfrage von einer Gesamtzahl im einstelligen Bereich. Die Summe der Kontaktpersonen, die nun mehrfach getestet werden müssen, sei natürlich höher. Ursprünglich war geplant, ab vergangenem Samstag den Besuch für eine registrierte Kontaktperson pro Patienten pro Tag zu ermöglichen. Der Krisenstab habe sich dazu entschlossen, aber erst nach den Testungen über gelockerte Besuchsregelungen zu beraten. Wann und in welchem Umfang diese umgesetzt werden, stehe zur Stunde noch nicht fest. Werden bei Patienten oder Mitarbeitern Infektionen festgestellt, werden laut Dietl "die notwendigen Maßnahmen" sofort eingeleitet. Dazu gehören Tests, die alle potenziellen Kontaktpersonen ermitteln. So können Infektionsketten erkannt und Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen werden.

Das sollte sich im Klinikum bei den Besuchsregelungen ändern

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"Wir screenen alle Patienten"

Im Klinikum bestehe keine höhere Infektionsgefahr als in anderen Bereichen, teilt Vorstand Wendl dazu mit: "Wir screenen alle Patienten auf mögliche Infektionen. Alle stationären Patienten werden vor beziehungsweise bei der Aufnahme entsprechend den Vorgaben getestet. Ebenso tragen alle Mitarbeiter bereits seit mehreren Wochen einen Mund-Nasen-Schutz." Zudem werden laut Wendl grundsätzlich Covid-Patienten und Verdachtsfälle auf separaten Stationen behandelt. Das Pflegepersonal für die Bereiche sei ebenfalls räumlich getrennt. Im ärztlichen Bereich gibt es eine separate Covid-Mannschaft.

Am Samstag wurde außerdem die Allgemeinverfügung des Freistaates Bayern mit den Vorgaben für eine teilweise Wiederaufnahme des Regulärbetriebes veröffentlicht. Sie sieht vor, dass alle Kliniken auch in den nächsten Monaten 30 Prozent der Kapazitäten für Intensivbehandlung und 25 Prozent auf Normalstationen für Covid-19-Fälle vorhalten müssen. Ausnahmen hiervon sind nur mit Genehmigung der Regierung der Oberpfalz und des Bayerischen Gesundheitsministeriums möglich, wobei auch bei Ausnahmegenehmigungen Mindestvorhaltungen vorgeschrieben sind. Daher werden laut Manfred Wendl die Kapazitäten für den Normalbetrieb auch in den nächsten Monaten eingeschränkt bleiben, so dass nicht alle Operationen ganz normal stattfinden können.

Besuchsverbot sorgt am Amberger Klinikum für Irritationen

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Regeln "strikt eingehalten"

Der Vorstand wörtlich: "Es ist keine Rückkehr zur Normalität und das müssen wir uns alle vor Augen halten. Wir können die Pandemie nur weiterhin beherrschen, wenn wir alle Hygieneregeln und Abstandsregeln strikt einhalten." Dass das Klinikum bisher so gut durch die Pandemie gekommen ist, sei nicht zuletzt dem Engagement der Mitarbeiter zu verdanken.

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