08.10.2019 - 17:15 Uhr
AmbergOberpfalz

Auch Amberger Männer werden deutlich älter

Die Amberger Männer sterben immer noch deutlich früher als der durchschnittliche Bayer das tut. Aber es gibt einen Silberstreif am Horizont. Die durchschnittliche Lebenserwartung des Ambergers ist in den vergangenen Jahren angestiegen.

Auch in Amberg sterben die Menschen im Schnitt generell immer später. Doch noch immer segnet der Amberger Mann rein statistisch gesehen deutlich früher das Zeitliche als der Durchschnittsbayer.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

In regelmäßigen Abständen nimmt sich Dr. Roland Brey, der Leiter des Amberger Gesundheitsamts, die Todesursachen-Statistik vor und schaut, wie sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Bewohner der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach so entwickelt.

Vor einigen Jahren ist ihm dabei aufgefallen, dass der männliche Amberger deutlich früher das Zeitliche segnet, als der "normale" bayerische Mann. Das liegt aber nicht an der schlechten Luft hier, an Abgasen oder Giften. Der Amberger, so hat die Brey'sche Forschung ergeben, ist zum Teil selbst schuld, zum Teil ist die frühe Sterblichkeit aber auch äußeren Umständen zuzuschreiben, die in der industriellen Vergangenheit der Stadt zu suchen sind. Stichwort Bergbau, Stichwort hohe Industriedichte. Nun haben sich diese Faktoren inzwischen laut Brey zwar deutlich verbessert, die alten Kumpel und Fabrikarbeiter leben und sterben aber immer noch - und "verderben" so die Statistik der Todesfälle.

Weniger Nikotin

Darüber hinaus, so hat Brey anhand des Krebsregisters herausgefunden, raucht und säuft der durchschnittliche Amberger zu viel. Zwar hat Brey in seiner aktuellen Untersuchung diesen Abgleich nicht vorgenommen, frühere Auswertungen aber zeigen, dass in der Stadt Amberg nikotin- und alkoholbedingte Krebsarten besonders häufig vorkommen. "Das Verhalten hat sich zwar auch hier verändert, doch das Rauchen schlägt sich beispielsweise lange in der Statistik nieder", weist Brey auf die Spätfolgen des Nikotins hin.

Doch eine gesündere Lebensweise, deutlich bessere äußere Umstände und die Tatsache, dass es die "alten" Industrien nicht mehr gibt, wirken sich auch auf die Amberger Statistik sehr positiv aus. Letzte Zahlen stammen aus dem Jahr 2017, die dokumentieren für die Stadt Amberg insgesamt 540 Todesfälle (nur Menschen mit Wohnsitz in der Stadt), davon 275 Männer und 265 Frauen. Die Männer sind bei ihrem Ableben im Durchschnitt 74,4 Jahre alt, die Frauen 82,3. Zum Vergleich: In Gesamt-Bayern stirbt ein Mann im Schnitt mit 76,1 Jahren, eine Frau mit 82,2. Ambergs Frauen liegen damit also voll im Schnitt, die Männer fast zwei Jahre darunter.

Das ist immerhin deutlich besser, als es der für 2011 dokumentierte Wert. Damals lag das durchschnittliche Sterbealter Amberger Männer bei nur 72,5 Jahren - eine alarmierende Zahl, wie Dr. Roland Brey damals meinte. Seitdem stieg die Lebenserwartung des Ambergers immerhin um fast zwei Jahre. Was laut Brey teilweise wohl schlicht daran liegt, dass die von Bergbau und alter Industrie belasteten Männer inzwischen zum Großteil gestorben sind. Seiner Ansicht nach wirkt sich hier aber auch eine positive Veränderung der Lebensqualität der Amberger aus. Lag zum Beispiel die Arbeitslosenquote in der Stadt viele Jahrzehnte deutlich über dem Landesdurchschnitt, gilt die Stadt Amberg hier inzwischen als eine Art Musterknabe im Freistaat. Bessere Lebensbedingungen bringen aber auch eine höhere Lebenserwartung mit sich.

Landkreis liegt gleichauf

Häufigste Todesursache in der Stadt waren mit 31,7 Prozent wieder die Herz-Kreislauferkrankungen, gefolgt vom Krebs mit rund 26 Prozent. Im Landkreis lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer hingegen bei 74,6 Jahren - und damit fast auf Amberger Niveau, Frauen starben im Schnitt mit 81,8.

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