21.01.2020 - 09:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Aus dem Amberger Millennium-Baby Marco ist ein Student geworden

Das Amberger Neujahrsbaby 2020 ist der kleine Valentin Franz Richard. Doch was ist aus dem Millennium-Baby am Neujahrstag 2000 geworden?

Diesmal hält eher der Sohn die Mama im Arm: Am 1. Januar 2000 schenkt Sonja ihrem Erstgeborenen Marco Kemmeter das Leben. Er war damit Ambergs Millennium-Baby.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Es ist der 31. Dezember 1999. Die Welt ist elektrisiert, überall steigen Partys, um den Wechsel in ein neues Jahrtausend gebührend zu feiern. In Amberg kommen noch vor dem großen Feuerwerk um Mitternacht an diesem Tag fünf Babys im Klinikum St. Marien auf die Welt. Doch welches Kind soll das erste 2000-er-Baby in Amberg werden?

Wehen zum Feuerwerk

Am Silvesterabend gegen 19.30 Uhr spürt die schwangere Sonja Kemmeter Schmerzen im Unterleib. "Ich dachte, jetzt geht's los." Doch im Krankenhaus angekommen, schickt man sie postwendend nach Hause. "Es dauert noch mindestens zwei Tage, haben sie gesagt." Also ging es wieder heim. Wohlweislich hatten die Kemmeters keine Gäste in der Silvesternacht eingeladen.

Als um Punkt Mitternacht die Sektkorken in der Nachbarschaft knallen und auch Sonja mit ihrem Mann das neue Jahr begrüßen will, "fühle ich beim Anstoßen einen heftigen Stich". Das Feuerwerk sieht sie zwar noch, aber die Kemmeters machen sich gleich wieder auf den Weg ins Krankenhaus.

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Zum Jahreswechsel herrscht die Befürchtung, dass Computer und Technik bei der Umstellung vom Datum 1999 auf 2000 nicht mehr richtig funktionieren. "Daher durfte ich nicht den Aufzug benutzen", erinnert sich die damals 30-Jährige. Mit den Wehen muss sie die Treppe im Krankenhaus benutzen.

Um 4.42 Uhr ist es soweit: Marco erblickt 50 Zentimeter groß und 3220 Gramm schwer das Licht der Welt. Sieben Tage vor dem errechneten Termin. Vorher hatten sich die Eltern überlegt: Hat das Kind blonde Haare, heißt es Nico. Bei dunklen Haaren fällt die Namenswahl auf Marco. Die Haare des Buben sind pechschwarz.

Ein richtig süßes Baby sei ihr Erstgeborener gewesen, sagt Sonja. Nur wenige Stunden nach der Geburt taucht auch schon der Fotograf der Amberger Zeitung im Klinikum auf. "Ich sehe auf dem Bild richtig müde und fertig aus", sagt Sonja heute und lacht. Den erste Strampelanzug gab es auch gleich vom Klinikum - mit der Aufschrift "I'm a Millennium-Baby".

Die Amberger Zeitung schrieb zur Jahrtausendwende: "Sie sie nicht zuckersüß, die Amberger Millenniumsbabys?". Marco Kemmeter (Dritter von links) auf dem Arm seiner Mama Sonja ist da erst wenige Stunden alt.

Das Baby ist jetzt 20 Jahre alt. Mama Sonja ist mächtig stolz auf ihren Sohn Marco, der ein berufsbegleitendes Studium der Wirtschaftsinformatik bei der Deutschen Telekom absolviert. In der Rückschau findet sie es schön, dass ihr Sohn ein solch besonderes Geburtsdatum hat. "Früher haben wir Silvester nie richtig gefeiert, denn am nächsten Tag wollten wir fit für den Kindergeburtstag sein." Der Neujahrstag war immer ein Pflichttermin für die Verwandtschaft bei den Kemmeters. Marcos Onkel hob auch immer ein paar Knaller und Raketen vom Vorabend auf, damit der Bub ein zweites Feuerwerk zu sehen bekam.

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Anders als bei Kindern, die an Weihnachten Geburtstag haben, ist Marco immer zweimal beschenkt worden. Darauf legt die Mama Wert. "Zu Ostern gab es immer noch etwas, damit das Warten nicht so lange dauert." Die Leute wüssten immer, wie alt Marco sei, sagt das Geburtstagskind selbst. "Aber mit dem Reinfeiern ist das so ein Sache: Viele Freunde haben an Silvester schon etwas vor."

Toll findet Marco, dass es an seinem Geburtstag immer, egal wo, ein großes Feuerwerk gab. "Fast mein persönliches", sagt er lachend. Da feiert die ganze Welt wohl mit den Amberger Neujahrsbabys.

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