15.10.2019 - 16:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Im Amberger Polizeilabor bleibt keine Spur verborgen

Das modernste kriminaltechnische Labor Bayerns steht in Amberg. Seit April ist es nun schon in Betrieb, am Dienstag wurde es offiziell übergeben. Es steht beispielgebend dafür, wie aus einem Provisorium ein Vorbild werden kann.

Symbolische Schlüsselübergabe für das modernste kriminaltechnische Institut Bayerns im Hof der Polizeiinspektion. Im Bild von links: Gerhard Huf, Leiter der Kriminalinspektion Amberg, Roman Beer, Leiter des Staatlichen Hochbauamts Amberg-Sulzbach, und Polizeipräsident Norbert Zink.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Wenn sich der Oberpfälzer Polizeipräsident Norbert Zink höchstpersönlich auf den Weg nach Amberg macht, um vier auf den ersten Blick eher unscheinbare Container ihrer Bestimmung zu übergeben, dann muss sich im Innern schon etwas ganz Besonderes finden lassen. Am Dienstag war es das derzeit modernste kriminaltechnische Institut in Bayern, dem er bescheinigte, bei Ambergs Kriminaltechnikern hochprofessionelle Arbeit möglich zu machen. 1984 wurde in Amberg das erste Labor dieser Art installiert, ausgestattet mit einer für damalige Zeiten modernen Technik und einem eigenen Fotolabor.

In vier Containern

Mit Filmen arbeitet heute schon lange niemand mehr, auch in den Labors der professionellen polizeilichen Spurensucher hat längst die Digitaltechnik ihren Platz gefunden. Allerdings nicht den Raum, den sie braucht, so machte Polizeipräsident Norbert Zink deutlich. Für die Anforderungen an zeitgemäße kriminalistische Spurenarbeit war seiner Aussage nach schlicht zu wenig Platz in den Räumen der Polizeiinspektion in der Kümmersbrucker Straße. Aus diesem Grund erging an das Staatliche Hochbauamt der Auftrag, für Abhilfe zu schaffen. Ein Anbau an den Bestand wäre aber viel zu zeit- und geldaufwendig geworden. Diese Lösung hätte nach Aussage von Roman Beer, dem Leiter des Staatlichen Hochbauamts, rund eine Million Euro gekostet - und sei damit schlicht nicht finanzierbar gewesen. "Eine Lösung musste her", sagte Beer am Dienstag. Am Ende fiel die Wahl der staatlichen Planer auf Container. Vier dieser stählernen Kasten wurden in den Hof der Inspektion verfrachtet und zum modernen Kriminallabor ausgebaut.

Strikte Reinheit

Kostenpunkt in diesem Fall: Rund 710 000 Euro bei einer Gesamtbauzeit von rund zehn Monaten. Die "steckerfertige" Montage macht es laut Beer theoretisch sogar möglich, die Labor-Container innerhalb kürzester Zeit ab- und an anderer Stelle wieder aufzubauen. Eine beispielhafte Konzeption, die das Staatliche Hochbauamt künftig auch bei Truppenunterkünften in Grafenwöhr anwenden will. Unter absoluten Reinheitsbedingungen werden laut Polizei jetzt in den vier Räumen Spurenträger untersucht, strikt getrennt nach Opfer- oder Täterzugehörigkeit, was durch zwei räumlich und lüftungstechnisch getrennte DNA-Module gewährleistet wird. Weiter können dann die aufbereiteten Spuren fotografisch dokumentiert und vor Ort bearbeitet und verwaltet werden.

Den kirchlichen Segen für das Labor gab es von den beiden Pfarrern Thomas Helm (katholisch) und Joachim von Kölichen (evangelisch), bevor die geladenen Gäste die Gelegenheit bekamen, einen Blick in das neue Labor zu werfen. Ohne natürlich irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Angemerkt

Einweihung Kriminaltechnisches Labor.
Einweihung Kriminaltechnisches Labor.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.