13.09.2021 - 18:35 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Real-Markt schließt: Nachfolge noch gut gehütetes Geheimnis

Der Amberger Real-Markt schließt zum 31. Mai 2022. Das bestätigt ein Unternehmenssprecher. Wie es danach an der Fuggerstraße weitergeht, ist noch ein gut gehütetes Geheimnis. Das Schicksal der 83 Mitarbeiter scheint dagegen geklärt.

Die Tage des Real-Markts an der Fuggerstraße sind gezählt. Das Warenhaus schließt zum 31. Mai 2022. Die Stadt hat das mittlerweile schriftlich.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Nach mehr als zweijährigen Verhandlungen stand der Eigentümerwechsel bei der Supermarktkette Real fest. Die Düsseldorfer Metro AG verkaufte zum 25. Juni alle 273 Warenhäuser an die Londoner SCP Group des russischen Oligarchen Wladimir Jewtuschenkow. Laut einem „Handelsblatt“-Bericht vom 9. Juni möchte die SCP Group den Großteil der Real-Märkte an Konkurrenten abgeben. Demnach wolle Kaufland 88 Standorte übernehmen, 53 sollen an Edeka gehen, weitere an die Globus Holding, die beispielsweise in Schwandorf ein Einkaufszentrum betreibt. Auf der Liste der Warenhäuser, deren Zukunft noch ungeklärt ist, war bis zuletzt auch Amberg zu finden.

Für Klarheit sorgte am Montag auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien ein Real-Sprecher. Er teilte schriftlich mit: „Der Markt in Amberg an der Fuggerstraße muss daher zum 31. Mai 2022 (...) geschlossen werden.“ In seiner E-Mail verweist der Geschäftsbereichsleiter Unternehmenskommunikation darauf, dass der neue Eigentümer plane, den größten Teil der heutigen Standorte an andere Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel abzugeben. Nicht in allen Fällen sei dabei jedoch eine unmittelbare Nachnutzung möglich. So auch in Amberg. Hintergrund seien im konkreten Fall Planungen des namentlich zunächst nicht genannten neuen Betreibers, „die weitreichende konzeptionelle und bauliche Veränderungen beinhalten“. Dies werde „zeitlich so umfangreich“ sein, dass die Voraussetzungen für einen Betriebsübergang in diesem Fall nicht vorlägen. Mit anderen Worten: Wer am 1. Juni an der Fuggerstraße einkaufen will, wird vor verschlossenen Türen stehen.

Mit Betriebsrat vereinbart

Über den Zeitplan einer möglichen Nachfolgenutzung machte der Sprecher keine Angaben, ließ aber wissen, wie es mit dem Personal weitergeht: „Für alle Real-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter vor Ort gilt in diesem Fall ein Sozialplan, der mit dem Real-Gesamtbetriebsrat zur Milderung der wirtschaftlichen Nachteile vereinbart wurde und durch den die 83 Beschäftigten, die in dem Markt in Amberg tätig sind, abgesichert werden.“

Auch das ließ der Sprecher wissen: „Nach unseren Informationen plant im weiteren Verlauf Edeka, dort einen Markt zu betreiben.“ Die für Amberg zuständige Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen Co. KG wollte das am Montag weder bestätigen noch dementieren. Wertfrei teilte eine Sprecherin mit: „Wir betreiben benachbart das gut aufgestellte Edeka-Center von Herrn Kunert.“ Zwischen dessen Markt und dem Real-Standort liegen nur 450 Meter Luftlinie. Ein zweiter Standort in direkter Nähe sei daher nicht sinnvoll, kommentierte Jörg Kunert.

Wie kommt nun aber der Real-Sprecher zu seiner Aussage, dass es die Edeka sein wird, die an der Fuggerstraße auf den Real-Markt folgt? Laut Informationen von Oberpfalz-Medien trägt sich das Unternehmen aktuell tatsächlich mit dem Gedanken, mit seinem bisher an der Merzstraße hinter dem Bundeswehr-Dienstleistungszentrum angesiedelten und baulich in die Jahre gekommenen Großhandel an die Fuggerstraße umzuziehen. Es würde also kein neues E-Center neben einem bestehenden E-Center errichtet werden, sondern ein Warenlager, das im dann ehemaligen Real auf zwei Etagen Platz hätte.

Politik der „Null-Information“

Das müsste wiederum aber Stefan Reuther wissen. Er ist der Sprecher der Erbengemeinschaft, der das Real-Grundstück gehört. Auf Nachfrage sagte er: „Ich kann am heutigen Tag nichts bestätigen.“ Er und die Familie hätten bisher „weder Anfragen, noch Hinweise oder Nachrichten“ erhalten, die auf eine Edeka-Ansiedlung schließen ließen.

Viel mehr kann auch Karlheinz Brandelik, der Chef der städtischen Wirtschaftsförderung, nicht zu diesem Thema sagen. Real und Metro haben seinen Worten zufolge das Markt-Aus zum 31. Mai 2022 in einem Schreiben an Oberbürgermeister Michael Cerny bestätigt. Ansonsten stoße aber auch die Stadt Amberg derzeit auf eine „etwas unerfreuliche“ Politik der „Null-Information“ von Real, Metro, SCP und eventuellen neuen Betreibern.

Einkaufen ohne Verpackungen: Neuer Laden in Amberg

Amberg

„Nach unseren Informationen plant im weiteren Verlauf Edeka, dort einen Markt zu betreiben.“

Ein Sprecher der in Düsseldorf ansässigen Metro AG

Nach Informationen von Oberpfalz-Medien soll der C+C-Großmarkt (Bild) von der Merzstraße an die Fuggerstraße umziehen. Details sind noch nicht bekannt.

 

 

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