16.06.2019 - 15:33 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger SPD diskutiert Nachtleben in der Altstadt

Das Amberger Nachtleben sorgt weniger für Spannung, dafür für Spannungen. Zwischen Stadtverwaltung, Politikern, Wirten und Anwohnern. Ein Thema, über das die OB-Kandidatin der SPD, Birgit Fruth, im "Jörgis" sprechen wollte.

Über das Nachtleben in Amberg sprechen, das wollte die SPD-Bürgemeisterkandidatin Birgit Fruth (Siebte von links) mit Wirten und Anwohnern der Altstadt.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Die Pole der Diskussion sind altbekannt: Zu wenig Angebote für Nachtschwärmer und strenge Auflagen für Wirte auf der einen Seite. Anwohner, die sich über Lärmbelästigung beschweren, auf der anderen. Hinzukommt Müll, der nach einer langen Nacht oder nach den Wochenenden in den Straßen der Altstadt verteilt liegt. Brigit Fruth hat eine Lösung für diese Probleme, es sollte das Gespräch mit allen Beteiligten gesucht werden. "Genau da hapert es in der Stadt", sagte sie. Außerdem würden Gastronomen zu viele Steine in den Weg gelegt. "Der Stadtspitze fehlt die Wertschätzung für die Gastronomie. Die Stadtverwaltung ist zu unflexibel", steht für die SPD-Spitzenkandidatin fest. Ein Wirtschaftsförderer etwa, der Amtsgänge übernehmen würde, könne den Wirten unter die Arme greifen.

Wer macht hier Dreck?

Gastwirten würde häufig vorgeworfen, für den Müll morgens auf den Straßen verantwortlich zu sein. Eine Behauptung, die laut Wirt Christian Klostermann nicht zutrifft. Nicht Kneipenbesucher, sondern Leute, die nachts auf dem Heimweg sind, würden all den Abfall hinterlassen. Stadtrat Uli Hübner sagte, es sei schon oft über mehr Mülleimer diskutiert worden. "Da wird dann aber solange alles geprüft, bis sich keiner mehr auskennt. Am Ende passiert gar nichts. Wie in zig andern Fällen."

Sperrzeit 23 Uhr am Marktplatz

Ein Dauerbrenner sei auch das Thema Sperrzeiten. Der SPD-Frontfrau zufolge gebe es im Jahr aber gar nicht all zu viele schöne Tage und warme Abende. "Kann man da dann nicht etwas flexibler reagieren?" Dem entgegnete ein Anwohner, die Regelung, Außenschankbereiche bis 23 Uhr bewirten zu dürfen, zeuge schon von ausreichender Flexibilität. Aber nicht alle Wirte hielten sich daran. Dem Altstadtbewohner ist auch klar, dass sich derjenige Wirt benachteiligt fühle, der sich dran hält, wenn es ein anderer ein paar Meter weiter nicht tut". Laut dem Anwohner muss hier die Stadt klare Kante zeigen. "Wir dürfen unser Auto ja auch nicht überall hinstellen." Und außerdem in Richtung von Fruths Eingangsstatement: Geredet hätten die Betroffenen schon viel miteinander, getan habe sich allerdings nichts.

Die Altstadt in Beschlag nehmende Veranstaltungen unter freiem Himmel, sollen laut der SPD-Spitzenkandidatin eine Ausnahme bleiben, beim Altstadtfest aber gelten: "Am Samstag könnte es ja ruhig mal länger gehen. Wo anders klappt es doch auch. Die Bedürfnisse der Mehrheit gehen vor." Wirte und Anlieger setzen nun auf die Einführung des beschlossenen kommunalen Ordnungsdienstes. Der könne nicht nur für eine sauberere Altstadt sorgen, sondern auch dafür, dass Sperrzeiten eingehalten würden.

Kommentar:

Ein bisschen hü, ein bisschen hott

Wenn die Lokalpolitik in schöner Regelmäßigkeit ihre Liebe zur Kneipen- und Kleinkunstszene, zur Gastronomie und gemütlichen Bierseligkeit unter freiem Himmel entdeckt, dann muss nicht Sommer und schönes Wetter sein. Wahlkampf ist aber auf jeden Fall.
Die neueste Variante: Die SPD möchte mehr Flexibilität bei der Sperrzeit (Altstadtfest), aber auch mehr Restriktion (Außenschankbereiche). Sie wünscht sich eine regere und unreglementiertere Gastronomie ebenso wie einen feierlärm-unempfindlicheren Innenstadtanwohner.
Wohl deshalb hat sie erst kürzlich mitbeschlossen, dass ein kommunaler Ordnungsdienst auf Streife geht und ebenso akribisch wie ohne Ansehen der Person auf die Einhaltung all dieser Vorschriften achtet und sie gegebenenfalls sanktioniert. Irgendwo ist da doch ein Denkfehler, oder?

Michael Zeißner

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Kommentare

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Gerald Kölbl

... und es geschieht gar nichts Richtung mehr Nachtleben in Amberg einer angeblichen Studenten bzw. einer Möchtegernhochschulstadt - das ich nicht lache. Keine neue Disco einfach langweilig, Amberg halt!!!
War Herr Oberbürgermeister Dandorfer nicht auch mal jung? Da gab es noch Discos auch in Amberg und auch sonst war damals mehr los als in der angeblichen Hochschulstadt.

17.06.2019