Amberg
16.03.2021 - 09:04 Uhr

Amberger spenden für 963 Augenoperationen

Wenn ein Mensch nach langer Zeit wieder sehen kann, ist das wie ein Wunder. Solche Wunder haben die Amberger im vergangenen Jahr 963 Mal bewirkt. Insgesamt 28.906 Euro haben sie an die Christoffel-Blindenmission (CBM) gespendet.

Christine (17) aus Kamerun wurde erfolgreich am Grauen Star operiert und kann wieder klar sehen. Bild: CBM
Christine (17) aus Kamerun wurde erfolgreich am Grauen Star operiert und kann wieder klar sehen.

Knapp 30.000 Euro sind zusammengekommen aus Amberg für die Christoffel-Blindenmission. Mit dem Geld können Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika wieder sehen. 963 Mal wurde am Grauen Star operiert. Der Eingriff kostet in den Projekten der CBM durchschnittlich 30 Euro, bei Kindern wegen der benötigten Vollnarkose 125 Euro. Das seien Beträge, die sich viele der Betroffenen in Entwicklungsländern nicht leisten können, heißt es in einer Pressemitteilung.

Weltweit sind 17,1 Millionen durch Grauen Star erblindet, einer Trübung der Augenlinse. Um diese Trübung zu beseitigen, braucht es nur rund 15 Minuten. So war es auch bei der 17-jährigen Christine aus Kamerun. Die junge Frau konnte seit ihrer Geburt nicht gut sehen. Ihre Mutter Ngono ging schon früh mit ihr zum Arzt. Dort wurde festgestellt, dass Christine Grauen Star hatte, aber die Ärzte verschrieben nur Augentropfen. „Egal wie stark ich blinzelte oder wie weit ich mein Auge geöffnet habe, meine Sicht war verschwommen“, berichtete die junge Frau.

Ngono suchte weitere Ärzte mit ihrer Tochter auf . Wieder Augentropfen, Kontaktlinsen oder Brillen. „Irgendwann haben wir fast alle acht Monate die Linsen gewechselt“, erzählt die Mutter und gesteht auch, dass ein Großteil des Familieneinkommens dafür drauf ging. Besser sehen konnte Christine trotzdem nicht. Im Gegenteil: Die junge Frau ging zwar zur Schule, ihre Noten jedoch wurden wie ihr Sehvermögen jedes Jahr schlechter – und Christine immer abhängiger von anderen. Sie brauchte Hilfe von Fremden beim Überqueren der Straße, die Mitschriften ihrer Klassenkameraden zum Lernen und ihre Familie, um den Alltag zu bewältigen.

Ein von der CBM-gefördertes Ärzteteam war in ihrer Region und klärte sie und ihre Mutter auf, dass ein chirurgischer Eingriff Christines Erblindung aufhalten, ja sogar heilen kann. Kinder müssen eigentlich schon in frühen Jahren operiert werden, damit sie noch sehen lernen. Aber Christine hatte Glück: Die 17-Jährige wurde im Krankhaus operiert und kann trotz ihres Alters nach dem Eingriff klar sehen, der Schleier vor ihren Augen ist weg.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit mehr als 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern.

 
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