03.06.2018 - 10:06 Uhr
AmbergOberpfalz

Ankermieter bald am Haken?

Gefühlt geht für die Bürger beim Forum nichts voran. Doch das stimmt nicht, sagen Gebäudebesitzer Gewerbebau und die CSU. Nach ihrer Auskunft tut sich hinter den Kulissen sehr wohl etwas, damit Ambergs größte Baustelle keine solche bleibt.

Es gibt neue Hoffnung für die Neue Münze mit einem möglichen Ankermieter. Mit ihm ist die Gewerbebau nach eigener Auskunft in intensiven Gesprächen.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Amberg. (ath) Es war den Christsozialen ein Anliegen, über dieses Thema aufzuklären, das viele Menschen "aktuell mit am meisten bewegt", wie Ambergs CSU-Chef Stefan Ott sagte. Die Gelegenheit dazu bot ein Besuch von Kreisverband und Vertretern der Stadtratsfraktion am Freitagnachmittag in den neuen Räumen der Gewerbebau an der Emailfabrikstraße. Dort informierte Geschäftsführer Karlheinz Brandelik, dass "die Frage nach dem Hauptmieter" für die auf zwei Etagen vorgesehenen Handelsflächen in der Neuen Münze die alles Entscheidende ist. "Das ist der Schlüssel fürs Projekt, den wir brauchen, um das Ganze auf Dauer zum Laufen zu bringen", betonte Brandelik, der das übrige Konzept mit Dienstleistern und Wohnungen ebenso wenig verschwieg.

Bekannt ist im Prinzip auch die Suche nach dem erwähnten Ankermieter, aber eben nicht der gegenwärtige Stand. Dass man sie sich ursprünglich leichter vorgestellt hatte, räumte der Gewerbau-Chef offen ein. Denn Städte in der Größenordnung Ambergs stehen nach seinen Worten nicht mehr so sehr im Fokus der großen Handelsunternehmen, von denen an der Vils ohnhin einige schon vertreten sind, die eben keinen zweiten Standort bräuchten. Weitere Möglichkeiten "sind dünn gesät", so Brandelik, der dennoch Hoffnung machte: "Aber wir haben intensive Gespräche mit einem interessanten Kandidaten, die wir weiterführen, bis wir zu einer Lösung kommen oder nicht."

Ein Scheitern deutete der Geschäftsführer damit nicht an - nur den absoluten Willen, "keinen leichten Weg zu gehen, solange hier ein berechtigetes Interesse besteht". "Wir könnten das Objekt mindestens zwei Mal verkaufen, kriegen dann aber nicht die Nutzung, die wir uns überlegt haben", schilderte Brandelik die schlechtere Alternative, die derzeit nicht infrage komme. "Wir halten an der schwierigen Aufgabe fest, solange die Aussicht besteht, mit diesem Partner einen Vertrag zu unterschreiben". Ein Ergebnis von "Güteklasse A" sei "B" an dieser wichtigen Stelle der Altstadt und nach dem langen Leerstand des Ex-Kaufhauses in jedem Fall vorzuziehen.

Den Namen des potenziellen Interessenten wollten weder Brandelik noch der anwesende Oberbürgermeister Michael Cerny oder weitere Vertreter des Gewerbebau-Aufsichtsrats mit Hinweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit nennen. Das könnte das Verhältnis im gegenwärtigen Stadium kaputtmachen und das Projekt gefährden. Ein Risiko, das Stadt und Gewerbebau nicht in Kauf nehmen wollen und deshalb auch die wissbegierigen Bürger "um Verständnis und Geduld bitten".

CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann erinnerte in dem Zusammenhang an eine Diskussion über die Pläne für das gegenüberliegende Bürgerspitalgelände im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung, bei der irgendwann auch der Name des Investors fiel. Das sei nicht gerade förderlich gewesen für den weiteren Prozess, weshalb Mußemann an politische Gegner appellierte, sich an vereinbarte Spielregeln zu halten - auch beim Thema Neue Münze. Was die SPD betrifft, blendete er auf die Kooperation zurück, die man zu Beginn der Legislaturperiode beschlossen habe und die die CSU auch eine Sozialdemokratin als Bürgermeisterin mittragen habe lassen. Nicht zuletzt durch Brigitte Netta, aber ebenso durch die Aufsichtsratsmandate bei der Gewerbebau und Treffen der Fraktionsvorsitzenden sei die SPD "nahe am Informationsfluss dran".

Teils gegenteilige Aussagen wertete CSU-Stadträtin Michaela Frauendorfer als Wahlkampf oder gar eine bewusste "Schädigung der Gewerbebau", die so "diskreditiert" werde. "Leicht und schnell ginge immer", verteidigte Frauendorfer die Forum-Linie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die erst mal andere Ziele hat. "Wir müssen etwas Hochwertiges wollen, was unseren Ansprüchen genügt."




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