Schon ein Ausbruch reicht, um die 7-Tage-Inzidenz auch in Amberg wieder in den kritischen Bereich zu versetzen. Im Gesundheitsamt Amberg ist man deshalb in Alarmbereitschaft. Es gibt keine Entwarnung, trotz eines Inzidenz-Wertes von 23,7 (Stand Freitag, 12 Uhr). Gesundheitsamtsleiter Dr. Roland Brey beobachtet mit Sorge die Entwicklung in der Nordoberpfalz sowie in Tschechien. Trotzdem endet die Allgemeinverfügung der Stadt Amberg, die durch das Erreichen des Frühwarnwertes in Kraft getreten ist. Zwischenzeitlich hat Bayern ohnehin die Regeln einheitlich verschärft.
Die Allgemeinverfügung der Stadt Amberg war bis Freitag, 16. Oktober, gültig. Was passiert jetzt?
Die Infektionsrate liegt derzeit in Amberg unter dem kritischen Wert. Bei weniger als 35 je 100.000 Einwohner und Woche gelten deshalb wieder die allgemein gültigen Hygieneregeln. "Sobald die 7-Tage-Inzidenz wieder größer als 35 wird, sind wir an die Vorgaben der Staatsregierung gebunden", sagte Pressesprecherin Susanne Schwab.
Wird die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen in Amberg wieder aufgehoben?
Nein. "In Absprache mit dem Leiter des Gesundheitsamtes werden wir bis auf weiteres die Stufe 2 des Rahmenhygieneplans beibehalten", sagt Schulamtsleiterin Beatrix Hilburger. Die laut Rahmenhygieneplan bei den Stufen 1 bis 3 genannten Inzidenz-Werte sind als Richtwerte zu verstehen, die den Gesundheitsämtern als Orientierungshilfe bei der Entscheidung dienen. Warum die Entscheidung für Stufe 2 ausfiel, erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Roland Brey: "Die absoluten Zahlen sagen überhaupt nichts aus. Das Infektionsgeschehen hat sich nicht beruhigt. Ganz im Gegenteil. Wir bewegen uns nach wie vor in einer labilen und kritischen Phase." Bereits im Vorfeld habe er dazu geraten, die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen aufrechtzuerhalten, dort wo keine Mindestabstände eingehalten werden können, um präventiv zu verhindern, dass ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden. "Aus fachlicher Sicht setze ich auf Prävention."
Warum ist der Inzidenz-Wert mit 7,8 (Stand Freitag, 12 Uhr) im Landkreis Amberg-Sulzbach im Vergleich zu der Stadt Amberg so niedrig?
Auch Gesundheitsamtsleiter Dr. Roland Brey bezeichnet das als Phänomen. Denn beim Ausbruch der Pandemie im Frühjahr sei es genau anders herum gewesen. "Das hing mit den Ausbrüchen vor allem in Altenheimen zusammen." Auch eine mögliche Erklärung wäre, dass die Menschen auf dem Land nicht so eng zusammentreffen wie im verdichteten städtischen Raum. Dass die Zahlen auch im Landkreis Amberg-Sulzbach nach oben gehen werden, ist aber laut Brey "eine Frage der Zeit". Sowohl in der Stadt als auch im Landkreis gilt: "Sobald wir einen Ausbruch haben, sind wir ganz schnell Risikogebiet."
Sobald wir einen Ausbruch haben, sind wir ganz schnell Risikogebiet.




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