03.01.2020 - 13:55 Uhr
AmbergOberpfalz

Arbeitsmarkt schwächelt: Spuren der nachlassenden Konjunktur

Die relativ schwache Konjunktur hat die Arbeitslosigkeit bundesweit im Dezember erstmals seit sechs Jahren im Vergleich zum Vorjahresmonat steigen lassen. Der Amberger Bezirk der Agentur für Arbeit bildet da keine Ausnahme.

Zum ersten Mal seit 2013 ist die Arbeitslosenzahl im Dezember im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Aktuell liegt die Quote in Amberg bei 3,0. Einen Grund zur Panik sieht Adrian Heilmann, der Leiter der Amberger Agentur für Arbeit, aber nicht. In der Baubranche zum Beispiel seien die Auftragsbücher über 2020 hinaus voll
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Im Zuständigkeitsbereich der Amberger Agentur, die neben der Stadt auch den Landkreis ohne das Gebiet des Altlandkreises Sulzbach-Rosenberg umfasst, ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht der Behörde hervorgeht, waren zum Jahresende 1750 Frauen und Männer gemeldet. Das sind 80 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Dezember 2018 wird die Entwicklung noch deutlicher. Vor zwölf Monaten gab es 180 Arbeitslose weniger. Die Quote erhöhte sich von 2,9 Prozent im November auf aktuell 3,0. Zum Vergleich: Vor zwölf Monaten lag dieser statistische Wert bei 2,7.

Der Anstieg ist laut dem Amberger Geschäftsstellenleiter Adrian Heilmann vor allem auf die sich abkühlende Konjunktur zurückzuführen. Es gebe aber keinen Grund, in Panik zu verfallen, denn: "Die Region steht dank einer gesunden Mischung aus Industrie-, Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben auf kräftigen Beinen." Die Arbeitgeber seien bezüglich einer Prognose für das neue Jahr zwar vorsichtig, aber: "Die Betriebe sind gut aufgestellt." In der Baubranche haben die Unternehmen laut Heilmann zum Beispiel weit über das Jahr 2020 hinaus volle Auftragsbücher. Einen größeren Einbruch der Konjunktur in der Region erwartet er derzeit nicht.

Fachkräfte weiterhin gesucht

Nach wie vor werden laut Monatsbericht gut ausgebildete Fachkräfte gesucht. Heilmann empfiehlt Betrieben, die Kurzarbeit anmelden müssen, die Zeit für die berufliche Weiterbildung der eigenen Belegschaft zu nutzen. Wörtlich sagt er: "Die Arbeitsagenturen vor Ort unterstützen Unternehmen dabei gerne mit sachkundiger Beratung. "

Der Geschäftsstellenleiter rät Jobsuchenden, bei denen die Wiedereinstellung nach dem Winter fraglich ist, das Gespräch mit den Beratungs- und Vermittlungsfachkräften schnellstens zu suchen. Die weiterhin hohe Zahl an gemeldeten Stellen eröffne "mit Sicherheit" Vermittlungschancen. Zudem sei eine Weiterbildung möglich, "wenn noch Qualifikationen zur Erlangung eines neuen Arbeitsplatzes fehlen". Die Weiterbildung erfolgt entweder während der Arbeitslosigkeit oder mittels geeigneter Programme parallel zur Beschäftigung.

Berufsabschluss nachholen

Besonders ansprechen möchte Adrian Heilmann junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsabschluss. Die Arbeitsagentur könne dabei helfen, einen anerkannten Berufsabschluss zu erwerben. Im Laufe des vergangenen Jahres meldeten die Betriebe dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters 2340 offene Stellen. Das sind 950 Angebote weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

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