30.05.2018 - 17:03 Uhr
AmbergOberpfalz

Aria (1) braucht ein neues Herz

Am 1. Juni wird Aria ein Jahr alt. Kein gewöhnlicher Geburtstag - denn das kleine Mädchen hat schon mehr mitgemacht als mancher Erwachsene: Aria braucht dringendein Spenderherz. Eine Geschichte, die an die des vierjährigen Basti erinnert.

Das fröhliche Kinderlachen täuscht: Die kleine Aria (1) braucht dringend ein neues Herz.
von Heike Unger Kontakt Profil

(eik) Die beiden Familien kennen sich sogar: Aria lag bei einem ihrer vielen Krankenhausaufenthalte im Uniklinikum Erlangen im selben Zimmer wie Basti. Bei ihm gibt es inzwischen große Hoffnung auf Rettung - die 500 000 Euro, die für seine Behandlung in den USA benötigt werden, sind dank der großen Spendenbereitschaft in der Region in kurzer Zeit zusammengekommen.

Kontakt nach Vilshofen

Dies weckt nun bei Arias Familie die Hoffnung, dass auch ihr kleines Mädchen eine solche Chance bekommt. Arias Mutter Sabrina stammt aus Ellingen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, hat aber vier Jahre in Vilshofen (Rieden) gelebt: Ihr Mann Morgan Draffin war als Soldat der US-Armee hier stationiert. Einer der beiden Söhne der Draffins hat in Rieden den Kindergarten besucht. Der Kontakt zu Freunden dort besteht fort, auch wenn die Draffins inzwischen nach Ellingen gezogen sind.

So wurden auch die Riedener Kirwaleit auf das Schicksal der kleinen Aria aufmerksam: Sie unterstützen die Familie mit einer Spende von 850 Euro - auch in der Hoffnung, dass andere diesem Beispiel folgen. Wie dramatisch Arias Situation ist, schildert ihre Tante Daniela Lichei in einem Telefonat mit der AZ: Ihre kleine Nichte leide an einer angeborenen Herzmuskelerkrankung, die lange nicht erkannt worden sei - und brauche jetzt dringend ein neues Herz. Ihr eigenes ist schon zweimal stehengeblieben, die Kleine musste zweimal kurz hintereinander reanimiert werden.

Spenderorgane sind hierzulande schon bei Erwachsenen rar, weiß Daniela Lichei - und bei Babys sehe es noch viel schlechter aus. Wartezeiten von zwei Jahren seien in Deutschland normal: "Diese Zeit hat Aria nicht", betont Daniela Lichei - die Herzleistung der Kleinen liege inzwischen nur noch bei neun Prozent. Doch es gibt noch Hoffnung: Ähnlich wie bei Basti könnte diese in den USA liegen. In Memphis (US-Bundesstaat Tennessee) sind die Wartezeiten für Transplantationen deutlich kürzer, weil die Organspendenbereitschaft dort höher ist: Hier lägen die Wartezeiten zwischen wenigen Stunden und 21 Tagen, berichtet Lichei.

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Problem: Die Kosten

Ein Hoffnungsschimmer. Allerdings übernimmt die deutsche Krankenkasse die Kosten nicht: 460 000 Euro kostet die Transplantation in Memphis, die Hälfte müsste sofort bezahlt werden. Hinzu kommen 66 000 Euro für einen speziellen Ambulanzflug, da Aria in ihrem Zustand nicht in einem normalen Flugzeug reisen kann.

Daniela Lichei hat beim Verein Kinderschicksale Mittelfranken Unterstützung gefunden: Seit 1. Mai läuft hier eine große Spendenaktion, durch die schon 143 000 Euro zusammengekommen sind. Viel Geld, freut sich Lichei - "aber es ist noch ein weiter Weg" zu Arias neuem Herz. Wer helfen will, weiter voranzukommen, findet alle nötigen Informationen, auch zum Spendenkonto des Vereins Kinderschicksale, im Internet (www.spenden-für-aria.de).

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