11.07.2018 - 19:57 Uhr
AmbergOberpfalz

Aufklärungsquote ist spitze

Für gewöhnlich besteht ein Sicherheitsgespräch aus einem Großaufmarsch von Zahlen und Tabellen. Doch in seltenen Fällen können auch Gefühle ihren Platz haben. Etwa bei OB Michael Cerny, wenn es um Schmierereien in der Stadt geht.

Es ist an den Mienen leicht abzulesen, dass diese Runde mit der Sicherheitslage in Amberg zufrieden ist (von links): Werner Schüssel vom Präsidialbüro, der Oberpfälzer Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, der Amberg PI-Leiter Robert Hausmann, VPI-Chef Friedrich Böhm, Günter Grießhammer von der Amberger Kriminalpolizei, OB Michael Cerny und Rechtsreferent Bernhard Mitko.

(ll) "Das ist kein Kavaliersdelikt", hielt er am Mittwoch beim Sicherheitsgespräch mit den Führungsspitzen der Oberpfälzer sowie der Amberger Polizei fest. Die Zunahme von Schmierereien sei in einer Stadt mit vielen historischen Gebäuden "mehr als nervig". Die jüngsten Fahndungserfolge "freuen uns deshalb auch".

Dass Sicherheit nicht nur ein Thema der Polizei, sondern auch der Bevölkerung ist, machte der OB an der im Jahr 2017 von 25 auf 15 gesunkenen Zahl der Wohungseinbruchdiebstähle fest: "Da ist die Polizei erfolgreich, wo sie mit Hinweisen unterstützt wird." Zudem spiegelten sich in den geringen Zahlen auch die erfolgten Sicherheitsmaßnahmen der Hausbesitzer bei Fenstern oder Türen wider, ergänzten die Experten.

Die erfreuliche Entwicklung in Amberg machte der Oberpfälzer Polizeipräsident Gerold Mahlmeister nicht zuletzt an der Häufigkeitszahl (hochgerechnet auf 100.000 Einwohner) von 35 fest. Das sei unter dem Durchschnitt der Oberpfalz (36), von Bayern (47) und des Bundes (193). Als "oberpfalzweit spitze" wertete Mahlmeister zudem die hohe Amberger Aufklärungsquote von über 71 Prozent bei Diebstahlsdelikten.

Positiv hob der Präsident auch hervor, dass die Quote tatverdächtiger Zuwanderer mit einem Anstieg von 141 auf 154 in Amberg nur um gut 9 Prozent gewachsen sei. Andere Städte erreichten hier Größenordnungen von 30 bis 40 Prozent. Mahlmeisters Schlussfolgerung für Amberg: "Hier gelingt eine gute Integration."

Kooperation sah Cerny als Erfolgsgeheimnis bei den erfolgreichen Anstrengungen der Polizei, die Aktivitäten der Ring-Raser einzudämmen. Hier arbeite sie mustergültig mit dem Zweckverband zusammen, der mehr Blitzgeräte aufstelle. Das große Know-how der Polizei in Bezug auf die Fahrzeuge habe es ihr ermöglicht, die Autos etlicher notorischer Raser sicherzustellen. "Dadurch ist das jetzt auch mit dem Lärm viel besser für die Anwohner am Ring."

"Von der Zahlenseite her ist die Sicherheitslage sehr, sehr gut", war Cerny mit der Arbeit der Polizei zufrieden. Den Anstieg der Rauschgiftkriminalität von 340 auf 454 Fälle (+ 33,5 Prozent) wertete er in erster Linie als Folge höheren Kontrolldrucks. Das bestätigte Robert Hausmann, der Leiter der Amberger Polizeiinspektion: "Rauschgiftkriminalität ist ein Kontrolldelikt. Je mehr Zeit man hier investiert, umso mehr Fälle holt man vom Dunkelfeld ins Hellfeld."

Auffällige Veränderungen gab es zwischen 2016 und 2017 beim Anstieg der Straßenkriminalität um knapp 15 Prozent auf 525 Fälle sowie bei den Sachbeschädigungen (+ 13,5 Prozent auf 395 Fälle). Rückläufig waren dagegen die Diebstahlskriminalität (- 13,8 Prozent auf 637) und die Anzahl der Verkehrsunfälle von 1455 (- 7,0 Prozent).

Abschließend sprach OB Cerny noch einen Fall der Kriminalpolizei an, den Überfall auf das Juweliergeschäft Tsavaris, nach dem die Täter innerhalb von Stunden gefasst worden seien: "Damit wird das Gerechtigkeitsgefühl bedient. Und das ist auch die beste Prävention."

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