12.09.2018 - 18:10 Uhr
AmbergOberpfalz

Ausschuss fackelt nicht lange

Gerade einmal eine halbe Stunde nimmt sich der Bauausschuss am Mittwoch Zeit. Dann hat er genug geredet über das Thema Bürgerspitalgelände. Das Ergebnis der Debatte fällt nicht überraschend aus.

Noch parken Autos auf dem ehemaligen Bürgerspitalgelände. Doch das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan geht jetzt mit Riesenschritten auf sein Ende zu.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

(ass) Alleine die Einwendungen der Bürger gegen den Bebauungsplan Bürgerspitalgelände - offiziell heißt er Amberg 134 - umfassen samt der Erwiderungen der Verwaltung dazu 263 eng beschriebene Seiten. Umfassend und detailliert haben sich viele der Einwender mit der geplanten Bebauung samt Tiefgarage auseinandergesetzt. Zur Folge hatte das aber nur eine Abänderung bei der künftigen Ausfahrt aus der Tiefgarage, die vom Spitalgraben in die Ziegelgasse verlegt wurde - quasi in die ursprünglich vorgesehene Einfahrt, wie Baureferent Markus Kühne am Mittwoch anmerkte.

"Alle Teilnehmer am städtebaulichen Wettbewerb wollten aber in der Bahnhofstraße einfahren können", machte Kühne noch einmal deutlich, warum sich in diesem doch sehr heiß diskutierten Bereich hingegen nichts getan hat. Kühne erwähnte auch noch eine zweite, nicht ganz so gravierende Veränderung zum ursprünglichen Entwurf für den Bebauungsplan. Denn der Bereich für die Anlieferung, der in etwa beim ehemaligen Ringtheater zu finden ist, wurde laut Kühne durch eine bauliche Maßnahme begrenzt, die dafür im Schulbereich benötigte Rangierfläche gleichzeitig verringert.

Aufgabe gut gelöst

Helmut Weigl (CSU) sprach zufrieden mit der Arbeit des Stadtrats davon, dass man ja 2014 mit dem Anspruch angetreten sei, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. "Wir haben diese Aufgabe ganz gut gelöst", so Weigl wörtlich. Und Uli Hübner (SPD) merkte an, die Mehrheit der SPD-Fraktion stehe nach wie vor hinter dem Projekt. "Wir wollen, dass die Frequenz in der Innenstadt erhöht wird", so Hübner. Und verteilte gleich einmal einen kleinen Seitenhieb gegen die IG Menschengerechte Stadt: "Amberg ist für mich mehr als ein Denkmal. Es reicht eben nicht, dass wir schön sind."

Auch Oberbürgermeister Michael Cerny strahlte satte Zufriedenheit aus. Ihm war es wichtig zu erwähnen, dass es bei der geplanten Bebauung auf dem ehemaligen Bürgerspitalgelände eben nicht um ein einzelnes Projekt gehe. "Die Zielsetzung dabei war eine Quartiersentwicklung." Eben eine gelungene Mischung aus Handel und Wohnen. Wobei ihm schon klar sei, dass mit der nun erreichten Lösung nicht alle Menschen zufrieden sind.

Für Cerny ist dieses Vorhaben eine gelungene Reaktivierung einer Brache. Unten drunter mit Parkplätzen und oben über dem Lebensmittelmarkt im Erdgeschoss viel Platz zum Wohnen. "Würden wir das auf der Grünen Wiese machen, wir würden Preise ohne Ende einheimsen", sagte er. Damit seien die vom Stadtrat gesetzten Ziele im höchsten Maß erfüllt. Wobei er freilich durchaus verstehen könne, wenn über das vorgesehene Bauvolumen diskutiert werde - ob es nicht auch mit weniger gehe. "Wir hatten noch nie ein so komplexes Verfahren und eine so große Bürgerbeteiligung", so das Fazit des OB zum nun fast beschlossenen Bebauungsplan 134.

Widerspruch kam an diesem Tag von Hans-Jürgen Bumes (Grüne). In kurzen Worten umriss er, warum eine ganze Reihe von Stadträten gegen das Projekt votieren wird: Der Umgang mit der Stadtgeschichte an dieser Stelle und die Belastung der Umgebung mit Abgasen und Lärm nannte er als Beispiele. "Eine Tiefgarage muss be- und entlüftet werden", so merkte Bumes an. "Ich kann in der Planung dazu aber nichts finden." In der jetzt vorgelegten Form, so Bumes, vor allem mit der Tiefgarageneinfahrt in der Bahnhofstraße, sei der Bebauungsplan nicht akzeptabel.

Dieter Amann (SPD) bescheinigte sich hingegen Charakterstärke. Eben weil er von Anfang an für dieses Projekt gewesen sei und nun auch dafür stimmen werde. "Es ist eben nicht Charakterstärke, wie der Vorsitzende der IG Menschengerechte Stadt sagt, wenn man nun dagegen ist." Dieser Verein habe sich ohnehin erst dann zu Wort gemeldet, als es ans Eingemachte ging. "Wenn man in Abrede stellt, dass der Stadtrat demokratische Entscheidungen trifft, dann wird es schwierig", ergänzte dazu OB Michael Cerny in Richtung der IG.

Klotz in der Altstadt

Bevor der Ausschuss gegen die Stimmen von Hans-Jürgen Bumes und Franz Badura (ÖDP) dem Stadtrat die Annahme des Bebauungsplanes empfahl, durfte noch die Stadtheimatpflegerin ran. Beate Wolters machte deutlich, dass auch für sie die Altstadt mehr sei als ein Denkmal. Was ihr nicht gefällt, ist das Hineinpressen eines 40 mal 60 Meter großen Klotzes in ein historisches Umfeld. Und die Ausnahmen von der Altstadtgestaltungssatzung, die dafür gemacht wurden. Angemerkt

Bürgerspitalareal

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