Als (an sich begeisterter) Zugfahrer ist man ja einiges gewohnt. Bisherige persönliche Erfahrung: keine Langstrecken-Reise ohne Verspätung. Keine. Deshalb auch seit geraumer Zeit die Vorkehrung, bei der Reiseplanung mit möglichst wenigen Umstiegen auszukommen. Denn jeder Zugwechsel bedeutet eine weitere Verspätungsgefahr. Aber so einfach lässt sich die Bahn nicht austricksen. Sie weiß, wie man Reisende ausbremst. Aktuelles Beispiel: eine Reise nach Köln. 20 Kilometer vor dem Ziel – ein Maschinenschaden. Der Zug steht. Zwei Stunden lang. Das kostet den Reisenden Nerven. Spart ihm aber auch viel Geld. Denn für den eigentlich geplanten Einkaufsbummel ist es zu spät, als der Zug endlich sein Ziel erreicht.
Rückfahrt. 25 Minuten vor der Abfahrt: Der gebuchte Zug ist nirgends angeschrieben. Nachfrage bei einem Bahn-Mitarbeiter. Antwort: „Der Zug ist eine Stunde früher abgefahren.“ Kein Scherz. Vielleicht eine neue Philosophie der Bahn? Wer ständig gescholten wird, weil er dauernd zu spät kommt, fährt halt einfach früher los. Das könnte man dem Kunden auch mitteilen. Per Bahn-App zum Beispiel. Aber die kündigt in diesem Moment nur an, dass der Zug auf dem Hinweg verspätet sein wird. Das war vor zwei Tagen.













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