27.08.2020 - 11:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Bahngeschichte in Amberg: Drehscheibe wieder an Lokschuppen angeschlossen

Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit entsteht am Bahngelände in Amberg etwas Großes: Ehrenamtliche richten Schritt für Schritt den alten Lokschuppen wieder her und bauen ein Museum.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Matthias Gruschwitz ist ein profilierter Mediziner. Als Professor führt er eine Hautarztpraxis in Haselmühl. Seine Freizeit-Leidenschaft aber ist der Zugverkehr oder besser das, was davon übrig ist. Gruschwitz leitet den Verein Amberger Kaolinbahn, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat, den historischen Ringlokschuppen und die Gleis-Drehscheibe im ehemaligen Bahnbetriebswerk in Amberg für die Nachwelt zu erhalten. In den vergangenen Wochen sind die Ehrenamtlichen dabei wieder ein paar Schritte vorangekommen.

„Das Lokschuppendach haben wir ja schon im vergangenen Jahr renoviert. Es ist wieder dicht, ein weiterer Verfall ist gestoppt“, freut sich Gruschwitz, dessen Verein eng mit den Regensburger Eisenbahnfreunden der RSWE (Regensburger Straßenbahn, Walhallabahn- und Eisenbahnfreunde e.V.) zusammenarbeitet. „Das alles konnten wir aber nur machen, weil wir zahlreiche Spenden von Privatleuten und Firmen bekommen haben“, sagt er. Auch die Stadt Amberg, der Bayerische Kulturfonds und die Bayerischen Landesstiftung unterstützen die Bahnfreunde mittlerweile. Die Amberger und Regensburger Schienen-Fahrzeuge, die der Verein bereits erworben hat, konnten dadurch bereits im letzten Winter im Lokschuppen eingestellt werden.

Neuester Coup: Die Zuführungsgleise von der Drehscheibe zum Lokschuppen sind wieder installiert, dafür hat das Unternehmen Englhard aus Ammerthal nahezu 200 Tonnen Gleisschotter spendiert, die Firma Pongratz aus Sulzbach-Rosenberg übernahm den Transport. Und mit Grammer Solar haben Gruschwitz und seine Mitstreiter eine 60-Kilowatt-Photovoltaik-Anlage auf dem Lokschuppendach installiert. Elektro Lück griff dem Verein bei Elektroinstallationen unter die Arme. Ein Teil der Nebengebäude musste wegen Baufälligkeit eingerissen werden. Für den Wiederaufbau und die Renovierung der Gebäudeteile spendete die Firma Leipfinger-Bader in Schönlind Ziegel- und Mauermaterial.

Doch es gibt auch Rückschläge zu verzeichnen: Das Drehscheibenfest im Mai musste wegen Corona ersatzlos gestrichen werden. Aus der für Juli geplanten Uraufführung der Kammeroper Insomnia von Raphael Fusco auf dem Gelände der Drehscheibe ist ebenfalls nichts geworden. Das Opernfestival ist, wie mehrfach berichtet, auf 2021 verschoben worden. Allerdings freut sich der Verein jetzt schon auf eine umso glanzvollere Uraufführung im nächsten Jahr. Premiere ist am Donnerstag, 15. Juli 2021. Weitere Aufführungen gibt es am 16. und 17. Juli 2021, Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

So sieht es an der Drehscheibe und im Lokschuppen aus

Im Mai wurde das Opernfestival 2020 abgesagt

Amberg

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