07.12.2020 - 10:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Bauernverband informiert über neue Düngeverordnung

Weniger rote, aber dafür neue gelbe Gebiete: Eine neue Düngeverordnung bedeutet auch für den Landkreis Amberg-Sulzbach Veränderungen. Der Bayerische Bauernverband informierte die Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen des Kreisverbandes online.

BBV-Bezirksgeschäftsführer Hubert Hofmann informierte die Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen des BBV-Kreisverbandes Amberg über die neue Düngeverordnung.
von Externer BeitragProfil

Zwei Themen standen im Mittelpunkt der Online-Tagung der Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen des BBV-Kreisverbandes Amberg: BBV-Bezirksgeschäftsführer Hubert Hofmann befasste sich mit der neuen Düngeverordnung und Matthias Borst, stellvertretender BBV-Generalsekretär, erörterte, was sich im Hinblick auf die neue Dekade der EU-Agrarpolitik bis 2027 für die bayerische Landwirtschaft abzeichnet.

Kreisobmann Peter Beer äußerte sich zwar zufrieden darüber, dass in der neuen Düngeverordnung der Umfang der roten Gebiete im Landkreis Amberg-Sulzbach erheblich reduziert wurde, bedauerte jedoch, dass die bisher nicht vorhandene Kulisse der gelben Gebiete (Phosphat) für neue Betroffenheit sorge, weil auch die damit verbundenen Auflagen die Betriebe vor große Herausforderungen stellen.

Hubert Hofmann machte deutlich, dass für die roten Gebiete – wie von der EU gefordert – nun bundeseinheitliche Vorgaben in Kraft treten, für die neuen gelben Gebiete jedoch länderspezifische Vorgaben gelten. Für Bayern will die Staatsregierung neben erweiterten Gewässerabständen auch eine Phosphat-Düngung zu Sommerungen nur bei vorausgehendem Zwischenfruchtanbau oder Stoppelbrache zulassen, mit der Ausnahme Ernte der Vorfrucht nach dem 1. Oktober.

Finale Abstimmung bis Mitte Dezember

Der aktuelle Entwurf soll nun bis Mitte Dezember 2020 in den politischen Gremien final abgestimmt werden und die flächenscharfe Info zu den Kulissen voraussichtlich ab dem 10. Dezember den Landwirten in iBALIS zur Verfügung stehen. Die Steckbriefe zu den Messstellen des Ausweisungsmessnetzes liegen bis Ende des Jahres vor, ebenso der Grundwasserkörpersteckbrief mit Details zur Einstufung der roten Gebiete bis Ende des Jahres. Gleichzeitig werden die Mitarbeiter von Wasserwirtschafts- und Landwirtschaftsämter geschult, um anschließend ebenfalls Auskunft zu den Gebietsabgrenzungen geben zu können.

Der Bayerische Bauernverband werde nach wie vor bestehende Kritikpunkte in die anstehende Verbändeanhörung einbringen. Hauptforderungen sind dabei die Begrenzung der landesspezifischen Maßnahmen in roten und gelben Gebieten auf ein Mindestmaß und die jährliche Überprüfung der Kulisse auf Anpassungsnotwendigkeiten. Wert legt man auch auf die Ausnahme von Anforderungen an Landwirte in roten und gelben Gebieten, die exakt düngen und dies freiwillig mit betriebsindividuellen Daten plausibel machen.

Hubert Hofmann unterstrich, dass der BBV seine Mitglieder bei allen Fragen zur Gebietsabgrenzung, zu den gutachterlichen und juristischen Möglichkeiten sowie zu Auflagen und Anpassungsmaßnahmen in den verbleibenden roten und gelben Gebieten unterstützen werde.

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