01.09.2020 - 10:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Bayernwerk plant neue Stromleitung zwischen Amberg und Schwandorf

Die geplante neue Bahnstromtrasse hat in den vergangenen Wochen im Raum Amberg-Sulzbach für ordentlich Wirbel gesorgt. Jetzt meldet das Bayernwerk zusätzlich Baubedarf in Sachen bestehender Stromleitungen.

Von Rosenberg aus zieht eine 110-Kilovolt-Freileitung über Amberg nach Schwandorf. Der kurze Teil zwischen Rosenberg und Amberg soll ertüchtigt, der längere Teil bis Schwandorf ganz neu gebaut werden.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose. Wie er an den Verbraucher gelangt, haben viele Bewohner der Region täglich vor Augen: Viele Höchst- und Hochspannungstrassen laufen durch die Region. Mit dem Ersatzneubau des Ostbayernrings, den Plänen für das Süd-Ost-Link (SOL) und die Energieversorgung für die Bahn kommen Trassen hinzu oder werden ersetzt, oft begleitet von Protest von Kommunen und Anliegern. Jetzt meldet auch das Bayernwerk Bedarf: Das Unternehmen hat seinen Netzausbauplan für Bayern vorgelegt, und einige Projekte betreffen wieder die Region.

"Wir sind aufgefordert, diesen Plan jährlich vorzulegen", erläutert Christian Martens, stellvertretender Pressesprecher des Konzerns, im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien. Das schreibt der Gesetzgeber vor. Der Ausbauplan listet Projekte für die kommenden zehn Jahre auf - mit unterschiedlichen Prioritäten.

  • Ersatzneubau der Leitung vom Umspannwerk Schwandorf zum Umspannwerk Amberg: Das ist das größte Projekt des Bayernwerks, das den Landkreis Amberg-Sulzbach tangiert. Die bestehende Leitung soll durch eine neue ersetzt werden. "Ob dies ein Neubau auf der gleichen Trasse oder auf einer neuen Trasse wird oder sich die Bündelung mit einer bestehenden Leitung anbietet, werden die künftigen Detailuntersuchungen zeigen", teilte Martens auf Nachfrage mit. Mit dem Ergebnis werde auch die Frage den Maststandorten konkret. Die Trasse verläuft bislang vom Umspannwerk Rosenberg quer durch das Amberger Stadtgebiet über Gailoh Richtung Kümmersbruck und weiter durch die Gemeinde Ensdorf nach Schwandorf. Nach derzeitigem Planungsstand ist keine Entscheidung getroffen, ob Maststandorte unverändert bleiben oder sich Maste an neuen Standorten finden werden und sich damit auch der Trassenverlauf ändert. Taxiert ist das Projekt mit Kosten von 11,5 Millionen Euro. Der Ersatzneubau ist nicht zu verwechseln mit der Bahnstromtrasse, die die Deutsche Bahn derzeit mit Anliegern und Kommunalpolitikern diskutiert. Auch diese geplante Trasse führt - von Ammerthal kommend - über Gailoh Richtung Schwandorf.
  • Zwischen den Umspannwerken Rosenberg und Amberg soll die bestehende 110‐Kilovolt‐Freileitung auf 80 Grad Celsius ertüchtigt werden. Über die neuen Freileitungsseile können dann größere Leistungen als bisher transportiert werden. Das Vorhaben folgt dem Grundsatz, dass die Optimierung der bestehenden Leitungen Vorrang vor Neubaumaßnahmen hat. Das Projekt steckt ebenfalls noch in den Kinderschuhen. Bedarf ist angemeldet, jedoch noch kein möglicher Baubeginn genannt. Die Kosten für die Ertüchtigung werden auf etwa 300 000 Euro taxiert.

Welche der Maßnahmen aus dem Ausbauplan konkret umgesetzt werden, lässt sich laut Martens noch nicht sagen. Priorisierungen ändern sich nach seinen Worten immer wieder, das eine oder andere Projekt erweise sich vielleicht sogar als überflüssig. "Es kommen immer wieder Projekte raus, andere dazu", sagte Martens. Allein dieses Jahr wurden 34 Maßnahmen neu aufgenommen. Insgesamt sind in dem Netzausbauplan für Bayern rund 150 Projekte aufgeführt. Die Energieversorgung im Lande ist stark im Wandel. Die jährlich vorzulegenden Netzausbaupläne umfassen die Projekte, die in den kommenden zehn Jahren nötig sind, um mögliche Engpässe zu verhindern. Genannt sind deshalb auch nur Maßnahmen, die mit einer Kapazitätserhöhung verbunden sind. Nötige Sanierungen von Leitungen oder Umspannwerken sind nicht aufgelistet.

Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt rund 5 Millionen Menschen in Bayern mit elektrischer Energie. Das Stromnetz des Unternehmens hat eine Länge von etwa 156000 Kilometern. 9100 Kilometer davon sind Hochspannungsleitungen. An das Netz sind nach eigenen Angaben des Unternehmens etwa 296000 regenerative Erzeugungsanlagen angeschlossen.

Die Ausbaupläne im Raum Schwandorf

Schwandorf

Der Netzausbauplan für ganz Bayern

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