10.01.2020 - 14:55 Uhr
AmbergOberpfalz

Warum Benzin und Diesel in Amberg teurer sind als anderswo

Der Sprit in Amberg und der Region kostet teilweise bis zu zehn Cent mehr als in Städten wie Nürnberg oder Regensburg. Das ist einem Leser unserer Zeitung aufgefallen. Warum ist das so? Ein ADAC-Experte klärt auf.

Nicht die Tankstellen legen den Preis fest, sondern die Mineralölkonzerne, die dahinterstehen. Wenn es unter ihnen wenig Konkurrenz innerhalb einer Stadt gibt, kann es sein, dass der Preis für den Liter Benzin oder Diesel höher ist als anderswo.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Leser Karl Lindner ist viel mit dem Auto in Nürnberg, Regensburg und München unterwegs. Bei seinen Reisen stellte er vor allem in den vergangenen Tagen und Wochen fest: Der Benzinpreis in Amberg ist im Vergleich zu diesen Städten deutlich teurer. „Fast immer um acht bis zehn Cent.“ Er fragt sich: „Zahlen wir in Amberg schon die neue CO2-Umlage?“

So viel sei verraten: Es spielen andere Faktoren eine Rolle bei der Preisgestaltung, erklärt Wolfgang Lieberth vom ADAC Nordbayern. Zum einen sind die Spritpreise in Amberg wie auch in anderen Städten natürlich von den Schwankungen des weltweiten Rohölmarkts abhängig. „Steigt der Preis für das Barrel Öl, ist das Tanken teuer.“

Weniger Konkurrenz - höherer Preis

Aber es gibt zum anderen auch regionale Unterschiede. Das liege an der Konkurrenzdichte unter den Tankstellen beziehungsweise den dahinterstehenden Mineralölkonzernen. Senkt ein Konzern den Preis, um Kunden zu locken, zieht mit großer Wahrscheinlichkeit die Konkurrenz nach. Die Preise werden niedriger. „In Städten wie Nürnberg oder Regensburg gibt es viele unterschiedliche Anbieter“, erklärt Lieberth. Der Preisdruck sei hier größer.

Je kleiner der Konkurrenzkampf aber innerhalb einer Stadt ist, umso höher können die Konzerne natürlich ihren Preis festsetzen. „Die Konzerne beobachten den Markt und wissen, was sie verlangen können.“ Lieberth betont, dass die Tankstellen selbst keinen Einfluss darauf haben, wie teuer oder günstig sie den Sprit an ihre Kunden abgeben. Das glauben viele Kunden an der Tankstelle den Mitarbeitern nicht, wie eine Beschäftigte an der Esso-Tankstelle am Kurfürstenring erzählt. Immer wieder würden die Mitarbeiter auf die vergleichsweise teuren Preise für Benzin und Diesel beim Bezahlen angesprochen. Hier tanken viele Pendler und Reisende, die von der Autobahn abfahren, um aufs Land hinaus zu fahren. „Mein Chef gibt den Preis an, den er vorgegeben bekommt“, sagt sie.

Tipp: Sparsam fahren

Der Verkehrsexperte des ADAC rät derweil Autofahrern, dass sie zu bestimmten Zeiten tanken sollten. „Wir haben festgestellt, dass es im Moment zwischen 18 und 22 Uhr am günstigsten ist.“ Eine Alternative seien auch Apps, die Spritpreise in der Region auflisten. Lieberth empfiehlt darüber hinaus Autofahrern auch, möglichst bei der Nutzung ihres Fahrzeugs und beim Fahrstil sparsam zu bleiben. „Vorausschauendes Fahren, das Auto an die rote Ampel rollen lassen, den Wagen regelmäßig warten oder den Dachgepäckträger nicht unnötig lange montiert lassen – all das schont am ehesten den Geldbeutel.“

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Kommentare

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Michael R.

Wenn man die Benzinpreise von Esso Amberg und Esso Schwandorf vergleicht wird man auch hier feststellen, dass sie um 10 Cent günstiger sind. Klar aber Schwandorf gehört ja auch zu den Großstädten....
Wer glaubt wird selig...

11.01.2020
Hans Weber

Die Spritpreise sind in Amberg bereits seit der Fertigstellung des Autobahnschlusses der A6 Nürnberg Prag im Jahre 2008 deutlich angezogen worden.
Sicherlich werden die Preise aus Hamburg "diktiert", jedoch kann auch der Tankstellenpächter die Preise um 2-3 Cent / Liter beeinflussen ( Marge ).
Einfach z.B. ein Elektrofahrzeug kaufen und dann lassen einen die Mineralölmachenschaften oder gewinnoptimierte Geldgier kalt - einfach am Wohnort Strom tanken und gut ist´s.
Oder eine Umrüstung auf Flüssiggas im Pkw ist auch umweltschonender und rechnet sich nach ein paar Jahren.

10.01.2020