06.04.2020 - 15:48 Uhr
AmbergOberpfalz

"Unser" Berg wird ganz schön voll

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Das Coronavirus beschäftigt uns alle: Ob im Privatleben oder im beruflichen Alltag - überall sind wir mit Einschränkungen oder Neuerungen konfrontiert. Hier erzählen die Redakteure der Amberger Zeitung von ihren Erfahrungen.

Der Erzberg, "unser" Berg in Amberg bietet durchaus reizvolle Ausblicke. Doch allmählich wird es hier ganz schön voll.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Wenn die Amberger von "unserem" Berg reden, dann denken sie - gerade in letzter Zeit - an den Mariahilfberg samt Wallfahrtskirche, Kloster und Gaststätte. Dabei haben auch wir, die Bewohner von Eisberg und Katharinenhöhe, von Eglsee und Drillingsfeld, "unseren" eigenen Berg - den Erzberg. Bergtechnisch gesehen nicht gerade eine Schönheit, kein Ort der in Amberg für emotionale Diskussionen oder gar handfesten Streit sorgen würde. Eher ein sehr beschauliches Stückchen Erde ist er, "unser" Berg. Gezeichnet von einer langen Bergbautradition, die der Stadt Amberg über Jahrhunderte viel Reichtum beschert hat.

Kurzum, es existieren viele Gründe, warum es "unser" Berg nicht auf die Liste der Amberger Hotspots geschafft hat und darum in normalen Zeiten ein eher ruhiges Dasein führt. Stundenlange Spaziergänge in absoluter Einsamkeit inklusive. Nur manchmal kreuzt ein Hundebesitzer den Weg, die wenigsten Läufer kämpfen sich den steilen Pfad zur Platte hinaus - normalerweise, wohlgemerkt.

Doch mit Corona hat sich das alles geändert. Nicht nur an sonnigen Tagen drängen die Amberger hinauf auf den Erzberg, ständig begegnet man bei einem Spaziergang anderen Menschen, es wird freundlich gegrüßt und ein weiter Bogen aneinander vorbei gemacht. Auf der ehemaligen Deponie der Luitpoldhütte, die heute eine Wiese ist, sitzen Familien und machen Hausaufgaben, schwitzende Jogger keuchen vorbei und kämpfen mit den tückischen Anstiegen rund um das alte Trafohäusl. Der Erzberg erlebt fast so etwas wie ein Renaissance, und fast wünscht man sich als alteingesessener Erzberg-Spaziergänger und -Läufer die ganzen Leute rüber auf den "anderen" Berg.

Aber wahrscheinlich ist der Mariahilfberg da drüben im Augenblick noch viel, viel voller, persönlich davon überzeugen wollen wir uns aber nicht. Viel lieber teilen wir "unseren" Berg für ein paar Wochen oder Monate und freuen uns auf die Zeit nach Corona, wenn es hier wieder richtig einsam und verlassen sein wird.

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