20.12.2019 - 15:35 Uhr
AmbergOberpfalz

Bewährungsstrafe für dealenden Handwerker

Haschisch, Marihuana und Crystal statt gediegenen Handwerks: Ein Meister zieht durch Burglengenfeld und verkauft Drogen. nach Untersuchungshaft und Prozess kommt er auf freien Fuß.

Symbolbild
von Autor HWOProfil

Ein Fall, der völlig außerhalb dessen liegt, was das Landgericht Amberg mehrfach jedes Jahr in Sachen Rauschgift verhandelt: Da geht ein 56 Jahre alter Handwerksmeister durch Burglengenfeld und verkauft Drogen. Nie vorher ist er bei den Behörden aufgefallen und sitzt jetzt erstmals vor der Justiz.

Der Mann hatte heuer am 11. April seine Ex-Partnerin körperlich misshandelt. Das war am frühen Morgen, als sie ihre Habseligkeiten in der Wohnung des 56-Jährigen abholen wollte. Daraufhin wurde die Polizei eingeschaltet, kamen Amberger Zivilfahnder und nahmen den Handwerksmeister fest. In dessen Rucksack, in seiner Wohnung und außerdem in einer Werkstatt, die er in Burglengenfeld angemietet hatte, wurden Drogen mehrerer Sorten beschlagnahmt: Metamphetamine wie Crystal Speed, außerdem Marihuana und Haschisch. Alles in größeren Mengen. Wenige Stunden nach seiner Festnahme kam der 56-Jährige in U-Haft. Dort saß er bis zum Prozess.

Für ein Geständnis sicherte die Erste Strafkammer unter dem Vorsitz von Roswitha Stöber dem als Drogenbesitzer- und -dealer entlarvten Handwerker eine, wie es hieß, "Strafe im bewährungsfähigen Rahmen" zu. Dieses Geständnis gab es dann auch, was das Rauschgift betraf. Zum Vorwurf einer üblen körperlichen Misshandlung seiner Ex-Freundin aber schwieg der Beschuldigte.

Zunächst hatte Richterin Stöber darüber informiert, dass das Opfer des angeblich mit Würgen am Hals und massiven Hieben einhergehenden Übergriffs "derzeit unbekannten Aufenthalts" sei. Dann aber tauchte die 45-Jährige plötzlich im Sitzungssaal auf, wurde vernommen und ruderte zurück. Danach stand fest: Mit ihren Angaben konnte das Geschehen in der Wohnung des Angeklagten nicht lückenlos aufgeklärt werden. Kurz vor dem Weihnachtsfest konnte der Angeklagte das Landgericht als freier Mann verlassen.

Er bekam zwei Jahre Haft mit Bewährung, muss 1000 Euro zahlen und erhielt eine Reihe von Auflagen. Obgleich er sich selbst als Rauchgiftkonsument zu erkennen gegeben hatte, muss er nicht in eine Drogentherapie. Dazu bestehe nun wirklich kein Anlass, hatten die Richter von einer Sachverständigen erfahren.

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