16.02.2021 - 14:17 Uhr
AmbergOberpfalz

Nach Brand in Amberg: Streit mit Versicherung

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Keine einfache Zeit für Armin Nentwig. Das Geschäftsgebäude des Alt-Landrats hat bei einem Brand im November enormen Schaden genommen. Nun sind die Handwerker ziemlich ausgebucht und die Versicherung stellt sich quer.

Bild: Wolfgang Steinbacher Armin Nentwig berichtet von den vielzähligen Problemen und Schwierigkeiten die nach dem Brand in seinem Bürogebäude auftreten.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Als im November bei der Zimmerei Holzner die Flammen loderten, war ziemlich schnell klar, dass der Schaden immens sein wird. Auch auf das Geschäftsgebäude an der Bayreuther Straße von Alt-Landrat Armin Nentwig hat das Feuer übergegriffen. Vor allem das viele Wasser, das bei den Löscharbeiten eingesetzt wurde, sorgte dafür, dass es jetzt innen aussieht, wie in einem Rohbau. Der Putz ist von den Wänden ab, die Zwischenwände aus Rigips mussten entfernt worden, es ist nur noch der blanke Betonboden zu sehen. Laut Nentwig sind mehr als 50 Container Schutt weggefahren worden. Am Dach ist als Übergangslösung eine Plane angebracht, weil Ziegel, Lattungen und Schalungen fehlen.

Einzug nicht vor Mai

Nentwig spricht von einem Schaden von über einer Million Euro. "Es ist ja zehn Stunden aus drei Rohren mit dem Wasser draufgehalten worden", erzählt Nentwig über die Löscharbeiten. Kein Wunder also, dass nun vom Elektriker, über den Zimmerer bis hin zum Verputzer allerlei Handwerker anrücken müssen, um das Haus wieder auf Vordermann zu bringen - was ziemlich schwierig zu bewerkstelligen ist. Nentwig berichtet am Mittwoch vor Ort an der Bayreuther Straße, dass er derzeit schon noch Firmen und Arbeiter für den Wiederaufbau gewinnen kann. "Aber von Mitte März bis in den Herbst sind alle ausgebucht." Erschwerend kommt hinzu: Die Putzarbeiten hätten vergangene Woche bereits beginnen sollen, was aber nicht möglich war, weil die Maschine eingefroren war. Kurzum: Die Zeit drängt. Der Alt-Landrat möchte möglichst schnell vorankommen. Sein Zeitplan: Der Dachstuhl soll in den nächsten vier Wochen fertig werden, die Dacheindeckung Ende März erfolgen. So lange das nicht geschehen ist, könne im zweiten Stock nichts gearbeitet werden. Mit einem Einzug rechnet der 77-Jährige nicht vor Mai oder Juni. Derzeit sind alle vier Stockwerke (inklusive Dachgeschoss) geräumt. Die Mitarbeiter der Firma 5 Sterne Personalservice, bei dem der Alt-Landrat Geschäftsführer ist, und des Vereins Schädel-Hirnpatienten in Not, dessen Bundesvorsitzender er ist, sind derzeit in einem Containerdorf vor dem Geschäftsgebäude untergebracht. Der Anbau, in dem unter anderem das IT-Unternehmen Jobst untergebracht ist, kann zum Glück weiterhin genutzt werden.

Ärger wegen Dämmplatten

Nentwig übte bei der Besichtigung auch Kritik an der Versicherung, wegen der vieles nur zäh vorangehe. Als Beispiel nannte er einen Streit über Fassadendämmplatten. Bisher waren selbige mit einer Stärke von 40 Millimeter angebracht. Nach den Löscharbeiten sind sie unbrauchbar. Mittlerweile gibt es laut Nentwig nur noch Platten in 60 Millimeter, diese seien auch vorgeschrieben, die Bauvorschriften hätten sich geändert. Nun soll die Versicherung verlangen, dass er aus eigener Tasche einen Beitrag leistet, weil es für das Gebäude quasi eine Verbesserung gebe, wie Nentwig berichtet. "Ich habe daraufhin gesagt: Dann nehmen wir halt die 60er Platten und schneiden 20 Millimeter weg. Das ist dann noch teuerer. Es ist so: Ich hatte vorher ein intaktes Haus und will jetzt auch wieder ein intaktes Haus." Zudem fordere die Versicherung immer wieder neue Angebote, obwohl die Zeit dränge. "Jede Woche, in der nichts passiert, ist eine verlorene Woche. Ich hoffe in jedem Fall, dass ich mir keinen Rechtsanwalt nehmen muss - mir ist das Ganze ja quasi aufgezwungen worden."

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