26.07.2018 - 11:26 Uhr
AmbergOberpfalz

"Es brennt lichterloh": Hilferuf aus dem Tierheim

51 Baby-Katzen hat das Tierheim aktuell zu versorgen - und ein trächtiges Weibchen kommt noch dazu. Eine Auffangstelle im Ausnahmezustand sucht dringend Leute, die den Nachwuchs wenigstens vorübergehend in Pflege nehmen können.

Die Bevölkerung kann jetzt helfen: Aktuell leben außer diesen vier Baby-Katzen noch weitere 26 Jungtiere im Tierheim, das nun händeringend nach Pflegestellen sucht. Bis die Kätzchen groß genug sind, um ohne ihre Mütter ein dauerhaftes Zuhause zu finden.

(pjle) Von einem Höhepunkt möchte Sabine Falk, Vorsitzende des Tierschutzvereins von Stadt und Landkreis, lieber nicht sprechen - denn: "Wer weiß, was noch kommt". Aber die Belastungsgrenze des Tierheims sei erreicht.

"Wenn die Bevölkerung uns nicht hilft, müssen wir die nächsten, die kommen, ablehnen, auch wenn wir das nicht wollen", sagt Falk. Warum gerade jetzt so viele Baby-Katzen auftauchen, kann sie nicht erklären. "Seit März haben wir ständig neue dazu bekommen." Von momentan 51 Jungtieren konnten schon 20 auf Pflegestellen verteilt werden. Für die restlichen 31 werden dringend Übergangslösungen gesucht.

Haushalte ohne Katzen, die bereit sind, eine Katzenmutter und ihre Jungen vorübergehend zu versorgen, können sich melden. Spenden sind natürlich gerne gesehen, aber eventuelle Tierarzt- und Futterkosten übernimmt auch das Tierheim während der zwölf Wochen, in denen die Kätzchen aufgezogen werden sollen. "Vorher geben wir die Kleinen nicht ohne ihre Mutter weg", erklärt Falk.

Danach wäre es meist unkompliziert, den einzelnen Haustieren eine dauerhafte Bleibe zu vermitteln. Und selbst wenn das nicht gelinge, hätten die Katzen-Pfleger nichts zu befürchten. "Wir lassen niemanden im Regen stehen. Wenn es nicht funktioniert, nehmen wir die Tiere natürlich auch wieder zurück."

Die Leute, die die Vierbeiner ins Tierheim bringen, haben laut Falk oft haarsträubende Geschichten im Gepäck. "Die letzten, die gekommen sind, haben behauptet, dass sie die drei Kätzchen auf einem Parkplatz zwischen Weiden und Hirschau gefunden haben, in einer Umzugskiste." Sabine Falk will niemandem etwas unterstellen, doch dass tatsächlich so viele Katzen "einfach gefunden" werden, könne sie sich nicht vorstellen. Das ändert aber nichts an der Situation, in der sich das Tierheim gerade befindet. "Wir können den Leuten nicht nachweisen, dass es ihre eigenen Tiere sind", meint die Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Die Zahl der Neuankömmlinge nehme kontinuierlich zu - nicht nur bei den Katzen. Bis vergangenen Dienstag hat das Amberger Tierheim im Jahr 2018 schon 417 Tiere aufgenommen. "Wenn das so weitergeht, knacken wir heuer die 800", sagt Falk. Eine Ursache sei, dass der Handel über das Internet zunehme. "Bestellt ist ein Tier da schnell, und wenn es dann nicht passt, landet es eben bei uns."

Aber auch die Sorglosigkeit vieler Katzenbesitzer sei ein Problem, gerade auf dem Land. Dabei wäre die Lösung so einfach: "Wir wünschen uns schon lange eine Kastrationspflicht." Die helfe nicht nur den Tierheimen, die in ganz Deutschland immer voller werden. Auch die Tiere selbst profitierten auf lange Sicht davon.





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