Niedrigster Wert
Mit Vertretern des Landratsamtes und in Begleitung von Beamten des Polizeipräsidiums Oberpfalz sowie Führungskräften der Polizeiinspektionen in der Stadt und im Landkreis hat Polizeivizepräsident Thomas Schöniger aus Regensburg die Sicherheitslage im Raum Amberg-Sulzbach erörtert. "Die Bürger können sich sicher wähnen", schickte Reisinger dem Zahlenmaterial voraus. Sicherheit, das sei - neben Breitband und Kinderbetreuung - auch ein Standortfaktor. Er lobte die hohe Aufklärungsquote bei Straftaten und unterstrich, dass die Statistik die Frage, ob Ausländer häufiger strafrechtlich in Erscheinung treten, mit einem klaren Nein beantworte. "Das ist nicht der Fall."
Detailliert erläuterte Schöniger die Kriminalstatistik 2018 für Amberg-Sulzbach, den Part für die Verkehrsstatistik übernahm dann leitender Polizeidirektor Robert Hausmann, der frühere Amberger Inspektions-Chef, der nach Regensburg ins Präsidium gewechselt ist. Im Landkreis wurden im vergangenen Jahr insgesamt 2734 Straftaten verübt, fünf mehr als 2017, was einen Zuwachs von 0,2 Prozent entspricht. Schöniger ist es aber wichtiger, einen Blick auf den Zehn-Jahres-Vergleich zu richten. "Und da zeigt die Entwicklung deutlich nach unten." Bayern sei das sicherste Bundesland, verkündet er stolz.
Für Schöniger lässt sich das an der Aufklärungsquote festmachen: 64,5 Prozent im Freistaat, 68,3 Prozent im Regierungsbezirk. In Amberg-Sulzbach ist sie sogar noch einen Tick besser: 73,8 Prozent. "Ein ganz ausgezeichneter Wert", urteilt der Polizeivizepräsident. "Drei von vier Straftaten werden aufgeklärt." Schöniger führt für die Tatsache, dass es sich in der Region sicher leben lässt, die Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100 000 Einwohner) an: 4571 in Bayern, 4056 in der Oberpfalz und 2659 in Amberg-Sulzbach.
Bei der Gewaltkriminalität, zu der unter anderem Raub und Körperverletzung zählen, war 2017 mit 78 Fällen der niedrigste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich registriert worden. 2018 stiegen die Zahlen in diesem Bereich auf 91 an, was eine Steigerung um 16,7 Prozent bedeutet. Mit 63 Fällen wurde 2017 bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung der niedrigste Wert seit 2009 verzeichnet. 2018 nahmen die Fälle um 15 (23,8 Prozent) zu.
Unter die Straßenkriminalität fallen Delikte, die im öffentlichen Raum verübt werden. Hinsichtlich dieser Straftaten verzeichnet die Polizei für den Landkreis einen deutlichen Rückgang um 32 Prozent – von 458 Fällen 2017 auf 426 im Jahr 2018. Nimmt man den Zehn-Jahres-Vergleich, dann wird der Rückgang noch offensichtlicher: seit 2009 um 240 Fälle. „Das wirkt sich natürlich auch sehr positiv auf das Sicherheitsgefühl aus“, weiß Schöniger. Über Jahre hinweg rückläufig sind nach Angaben des Polizeivizepräsidenten die Fälle von Diebstahlskriminalität. Von 2017 zu 2018 ist sie leicht um 13 Fälle beziehungsweise 2,3 Prozent angestiegen: von 559 auf 572 Delikte. Bezüglich der Rauschgiftkriminalität schickte Schöniger eines voraus: „Erfreulicherweise hatten wir 2018 keinen Rauschgifttoten.“ Drogenkonsumenten würden häufig Straftaten verüben, um an Geld zu kommen. Nicht selten benötigten Süchtige 100 bis 150 Euro pro Tag für Drogen.
Die Polizei schlüsselt in der Statistik die Tatverdächtigen nach deutsch und nichtdeutsch auf. Aus den Zahlen lässt sich ablesen, dass Nichtdeutsche auf keinen Fall krimineller sind als die Einheimischen. Bei tatverdächtigen Zuwandern sei ein Rückgang um 30 Prozent zu verzeichnen.17 Fälle mehr als 2017 verzeichnete die Polizei bei den Fahrraddiebstählen. Das sei nicht besorgniserregend, so der Polizeivizepräsident. Sein Anliegen ist auch, dass die Bürger ihr Rad schützen. "Wir stellen immer wieder fest, dass gestohlene Räder überhaupt nicht gesichert waren." Der Ratschlag der Polizei: Ein Schloss sollte bis zu zehn Prozent des Preises für das Rad kosten. "Also nicht das 1500-Euro-Rad mit einem Schloss für zehn Euro sichern." Im Falle, dass das Rad gestohlen werde, sei es für die Beamten hilfreich, wenn der Besitzer nicht nur seine Farbe kenne, sondern auch den Typ und idealerweise die Rahmennummer. Auch eine Foto des Rades könne helfen, den Dieb zu erwischen.
Hohes Entdeckungsrisiko
Die Straftaten stagnierten insgesamt im unteren Bereich, die Aufklärungsquote sei der höchste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich und für Straftäter bestehe im Landkreis ein sehr hohes Entdeckungsrisiko: So lautete die positive Bilanz, die der Polizeivizepräsident beim Sicherheitsgespräch zog. Den Part, die Verkehrsstatistik vorzustellen, übernahm leitender Polizeidirektor Robert Hausmann. 2771 Unfälle passierten im vergangenen Jahr in Amberg-Sulzbach. "Das sind im Schnitt acht pro Tag." Sieben Menschen verloren bei Unfällen ihr Leben. "Vier davon waren Zweiradfahrer", informierte Hausmann. Im Jahr 2017 waren zehn Menschen im Straßenverkehr umgekommen.
Die Geschwindigkeitsunfälle sind genauso zurückgegangen wie die Drogenunfälle Bei den Alkoholunfällen verzeichnete die Polizei einen Anstieg. Hausmann erwähnte diesbezüglich auch die Kontrollen, bei denen es darum gehe, "jemanden aus dem Verkehr zu ziehen, bevor er einen Unfall verursacht." Eine satte Steigerung um 69 gab es bei den Wildunfällen. Hausmann mahnte zur Vorsicht in der Zeit von 22 Uhr bis in die frühen Morgenstunden.
Schutz vor Einbrecher
Polizeivizepräsident Thomas Schöniger sprach ein Thema an, das für Bürger besonders schwierig ist, weil es ihren intimsten Bereich betrifft: Einbrüche in Häusern und Wohnungen. 29 Delikte wurden im vergangenen Jahr in diesem Bereich verübt. 14 davon waren Einbruchsversuche. Der Vertreter des Polizeipräsidiums legt den Bürgern ans Herz, sich bei der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle kostenlos zu informieren, wie sie ihre Eigenheime bestmöglich vor ungebetenen Gästen schützen können.
Ein weiterer Appell des Polizeivizepräsidenten zielte auf die Sozialkontrolle ab. Gerade bei ländlich geprägten Strukturen wüssten die Bürger, ob dieses Auto oder jene Person dort hin gehöre. „Keiner kennt die Gegend besser als die Anwohner“, sagte Schöniger. Deshalb sei es bei Auffälligkeiten wichtig, unverzüglich die Notrufnummer 110 zu wählen. „Das erst am nächsten Tag zu tun, ist suboptimal.“














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