15.04.2019 - 14:17 Uhr
AmbergOberpfalz

"Chicago-Lösung" zu groß und zu teuer

Viel wurde in den vergangenen Wochen über die Verkehrsführung beim Zinkl-Areal diskutiert. Jetzt präsentiert die CSU-Stadtratsfraktion ihre neuen Pläne für die Pfleger- und die Real-Kreuzung.

Die Pfleger-Kreuzung in Amberg soll ohne Brücke auskommen. Das stellt die CSU-Fraktion in einem Antrag an Oberbürgermeister Michael Cerny klar.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Letztere soll laut einer Pressemitteilung zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. An der Pfleger-Kreuzung sollen zusätzliche Abbiegespuren entstehen. Die sogenannte „Chicago-Lösung“ mit einem Brückenbauwerk ist für die Christsozialen vom Tisch.

Vor gut zwei Jahren hatte der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion, Dieter Mußemann, für eine doppelte Kreisverkehrslösung plädiert: an der Pfleger-Kreuzung und der nebenan liegenden Real-Kreuzung" (Hockermühlstraße - Kastler Straße/Fuggerstraße). Anfang des Jahres wurden dann vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach mögliche Varianten vorgelegt. Eine davon sieht ein Brückenbauwerk vor, das mittlerweile unter dem Namen "Chicago-Lösung" diskutiert wird. Die Stadtrats-CSU will nun Nägel mit Köpfen machen und legt dem Oberbürgermeister dazu einen Antrag vor. Demnach soll die "Chicago-Lösung" ad acta gelegt werden. "Dieser Umbau ist zu groß, um nicht zu sagen monströs", erklärt CSU-Stadträtin Michaela Frauendorfer dazu. Fast alle Parameter sprächen gegen die Lösung: zu teuer, zu lange Bauzeit, zu große Beeinträchtigungen auch für die Entwicklung des Zinkl-Areals, negative Beeinträchtigung des Stadtbildes durch das zweistöckige Brückengebäude. Stattdessen plädieren die Christsozialen dafür, die bestehende Kreuzung nach der vorgelegten Variante 5 auszubauen. Dabei könnte unter anderem das Linksabbiegen in die Bundesstraße 85 vom Hockermühlbad kommend zweispurig erfolgen. Außerdem beantragt die CSU-Fraktion, die bisher noch nicht betrachteten Fußgänger- und Fahrradwege in die weitere Planung einzubeziehen und bei der Simulation der Leistungsfähigkeit der Kreuzung zu berücksichtigen.

"Wir wollen attraktive Fußgänger- und Fahrradwegeverbindungen schaffen", erläuterte Stadtrat Rupert Natter das Ziel. Als Sofortmaßnahme fordert er die Absenkung der Bordsteine westlich der Pfleger-Kreuzung. Denn Planung und Simulation der neuen Lösung werden sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es solle aber schnell eine Verbesserung erreicht werden.

Eine doppelte Kreisverkehrslösung ist aus Sicht von Fraktionschef Dieter Mußemann nach den Voruntersuchungen nicht geeignet, die Verkehrsprobleme an den beiden Stellen zu lösen. Neben der Ertüchtigung der großen Kreuzung soll nur noch die Real-Kreuzung zum Kreisel aufgeweitet werden. Die CSU will dafür die vom Ingenieurbüro Langenbach vorgeschlagene Varianten für einen vier- oder fünfarmigen Kreisverkehr mit einem Bypass detailliert untersuchen lassen. "Unser erklärtes Ziel ist", so Mußemann, "durch die Neubebauung des Zinkl-Areals keine wesentlichen zusätzlichen Verkehre entstehen zu lassen."  

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