02.02.2020 - 12:50 Uhr
AmbergOberpfalz

Conrad gibt "Amberg hilft Menschen" neues Standbein im Kampf gegen Altersarmut

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Bisher war "Amberg hilft Menschen" für seine Flüchtlingshilfe bekannt. Nun will sich die Bürgerinitiative ein zweites Standbein schaffen: mit der Unterstützung für bedürftige Senioren - im Kampf gegen die fortschreitende Altersarmut.

Wenn von der Rente Miete, Medikamente und andere teure Dinge zu zahlen sind, bleibt Senioren oft nicht viel im Geldbeutel. Die BI und Conrad wollen helfen.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Möglich macht die neue Initiative die Klaus und Gertrud Conrad Stiftung in Hirschau. Sie hat seit langem ein Herz für die ältere Generation, vor allem für Menschen mit geringem Einkommen. 2,5 Millionen Euro hat Stiftungsgründer Klaus Conrad allein für die Entstehung von Betreutem Wohnen in Hirschau beigesteuert, das gleichnamige Haus Conrad mit zwei Bauabschnitten dadurch eigentlich erst möglich gemacht. Und auch Menschen, die sich ohne Zuschuss die Versorgung mit Essen auf Rädern nicht leisten könnten, unterstützt das Hilfswerk des Unternehmerehepaars, teils mittlerweile sogar mit einem zweiten Essen am Tag.

Weil die Not alter Leute aber natürlich nicht auf Hirschau beschränkt ist, will die Conrad-Stiftung zumindest auch in Amberg und dem Landkreis helfen - später vielleicht sogar darüber hinaus. Diesen Wunsch hat sie an "Amberg hilft Menschen" herangetragen. Zum einen, weil sich die Bürgerinitiative ohnehin nach einer zweiten Tätigkeitsschiene umsah; zum anderen, weil der Weg zu ihr sozusagen kurz ist: Klaus Conrad ist der Onkel von BI-Vorsitzendem Michael C. Geiss, der auch für andere Hilfsinitiativen der Stiftung, unter anderem in Entwicklungsländern, schon aktiv war.

BI-Chef kennt hohen Anspruch gut

Geiss prüft oft erst die Situation und die Partner vor Ort, damit Gewissheit über die Lage und die Hilfsbedürftigkeit herrscht, so dass die Gelder der Stiftung sinnvoll und möglichst ohne Abzug für Verwaltung oder andere verzichtbare Kosten bei den Empfängern ankommen. Insofern kennt Michael Geiss den Anspruch seines Onkels und seiner Tante bestens, nimmt deshalb auch den neuen Auftrag für "Amberg hilft Menschen" sehr ernst.

Vor diesem Hintergrund schwebt ihm vor, die konkreten Hilfeleistungen der Initiative (siehe Hintergrund) von möglichst vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern bewältigen zu lassen. Sie sollen die nötigen Besorgungen für die Empfänger machen oder begleiten, damit die jeweiligen Wünsche zielgenau und rasch mit Sachspenden realisiert werden. Für die Sachwerte will die Conrad-Stiftung aufkommen, wobei natürlich in Zukunft weitere Spender und Sponsoren wünschenswert wären, hofft der BI-Chef, der mit der Hirschauer Zusage aber schon mal loslegen kann. Selbst wenn die Faltblätter, die demnächst auf "lebensWERT" aufmerksam machen und in Stadt und Landkreis verteilt werden, noch nicht gedruckt sind, steht das Projekt nach seinen Worten in den Startlöchern. Nötige Vorarbeiten wie das Erstellen und juristische Abklären eines Antragsformulars mit Angaben zur persönlichen Situation, das jeder Hilfesuchende ausfüllen muss, seien erledigt und eine zentrale Telefonnummer für erste Meldungen und Fragen eingerichtet (0160/95500434).

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Hier dürfen auch ehrenamtliche Mitstreiter anklingeln, die für die geschilderten Aufgaben noch dringend gesucht werden. Denn bislang ist es mit Michael Geiss, BI-Sprecher Werner Konheiser und seiner Frau Petra nur eine Handvoll Freiwilliger, die das Projekt stemmen will. Noch nicht wissend, welcher Umfang auf sie und hoffentlich viele Helfer zukommt, gehen die Macher voller guten Mutes an den Start mit dem neuen Standbein von "Amberg hilft Menschen". Damit beweisen sie endgültig, dass die BI keineswegs nur Flüchtlingen hilft.

Hintergrund:

Das Konzept samt Projektname „lebensWERT“ steht schon, es ist ähnlich dem anderer Rentner-Hilfevereine, wie es sie vor allem in Großstädten häufiger gibt: Wer gearbeitet hat, sich aber im Alter wichtige Dinge zum Leben nicht leisten kann, weil seine Rente nicht ausreicht, dem soll auf Antrag geholfen werden. Da geht es zum Beispiel um Anschaffungen wie eine neue Matratze, Winterkleidung, Ersatz für einen kaputten Kühlschrank, eine Waschmaschine oder einen Fernseher. Selbst ein Beitrag zu Einkäufen von Lebensmitteln wie Obst oder Gemüse, das sich ein armer Rentner sonst nicht oder kaum leisten könnte, soll zum Portfolio zählen, wie Michael Geiss schildert.

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