24.07.2019 - 16:36 Uhr
AmbergOberpfalz

Conrads Kältebus rettet Leben

Es mag nicht so ganz in die Sommerzeit passen: Andererseits zeigt die Aktion gerade jetzt, dass die Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung weit über den Tellerrand hinausschaut. Sie hat einen Kältebus für Obdachlose im Berliner Winter gespendet.

Bereits im Zuge der Neueröffnung der Conrad-Filiale in der Kleiststraße in Berlin hat sich die Stiftung entschlossen, die Arbeit der Stadtmission mit der Anschaffung dieses 85 000 Euro teuren Kleinbusses zu unterstützen, für den jetzt die Schlüssel offiziell übergeben wurden. Unternehmensgründer Max Conrad war einst selbst in Berlin ansässig.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Das Hilfswerk des Unternehmerehepaars aus Hirschau denkt auch bei 30 Grad Hitze an die kalte Jahreszeit, die vielen Wohnungslosen in der deutschen Hauptstadt alljährlich schwer zu schaffen macht. Und weil der nächste Winter bestimmt kommt, hat die Conrad-Stiftung jetzt der Stadtmission Berlin die Schlüssel für einen nagelneuen Kältebus zur Betreuung dieser Menschen überreicht.

Rund 85 000 Euro hat die Anschaffung dieses behindertengerecht ausgestatteten Fahrzeugs gekostet, das mit der Übergabe offiziell in Dienst gestellt wurde. Die Entfernung bis nach Berlin mag auf den ersten Blick wundern, doch die Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung ist auch an noch viel weiter entfernten Orten der Erde mit ihrer Unterstützung tätig: Die Philippinen, Sri Lanka und Guinea sind nur ein paar Beispiele, über die auch Oberpfalz-Medien schon berichtet hat, nachdem das Ehepaar sehr oft im Stillen wirkt und nicht bei jeder Spende von sich aus die Öffentlichkeit sucht.

Aber es sucht sich seine Partner sehr genau aus und lässt sie häufig von seinem Neffen, Michael C. Geiss, unter die Lupe nehmen. Der 61-Jährige, der auch Vorsitzender der Bürgerinitiative Amberg hilft Menschen und von Amberger Bunt ist, war zuvor nach Berlin gereist und hat sich die Arbeit der Stadtmission angesehen. Dabei beeindruckte ihn nach eigener Auskunft auch, dass dieser Verein als einziger in Deutschland einen sogenannten Kältebus betreibt.

Damit und mit der Möglichkeit der Notübernachtung will die Stadtmission Kältetote verhindern, die es in Berlin mit seiner großen Zahl von Obdachlosen immer wieder zu geben droht. Vom 1. November jeden Jahres bis zum 31. März sucht der Kältebus nach hilflosen Wohnungslosen, die nicht mehr aus eigener Kraft ein Notübernachtungsquartier ansteuern können.

Die Mitarbeiter besuchen diese Menschen regelmäßig an ihren Aufenthaltsorten im Freien und fahren sie auf ihren Wunsch zu einem sicheren Übernachtungsplatz. Dabei versucht das Team nach eigener Schilderung zunächst, mit den Obdachlosen ins Gespräch zu kommen, bietet seine Hilfe, eine Tasse heißen Tee oder einen warmen Schlafsack an. Wer will oder akut gefährdet ist, wird mitgenommen, gegebenenfalls ärztlich versorgt und anschließend sicher untergebracht. www.berliner-stadtmission.de

Im neuen Ambulanz-Kältebus können auch Rollstuhlfahrer transportiert werden.

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